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Mein Leben:

Mein Name ist Alexander. Ich bin 10 Jahre alt und meine Schwester Elaine 6 Jahre. Wir wohnen schon 7 Jahre in Nordamerika. Ich reise viel, manchmal nach Deutschland, weil ich Deutscher bin und manchmal nach Russland weil meine Mutter Russin ist. Auch Dänemark, Schweiz, Frankreich, England, Kanada und große Teile der USA kenne ich. Dieses Jahr wollen wir nach Italien, weil ich Rom kennen lernen möchte. Wir wachsen mit 4 Sprachen auf: Deutsch, Englisch, Russisch und Französisch.

 

Mein Leben ist etwas anders als das von Kindern in Deutschland. Morgens fahre ich mit einem großen, gelben Schulbus zur Schule. Solche Busse gibt es zu tausenden. Sie sind hart und unkomfortabel aber sehr notwendig wegen der großen Entfernungen. Es ist einem Autofahrer bei hohen Strafen verboten an einem haltenden Schulbus vorbei zu fahren. Das ist für die Kinder sehr sicher. Die Schule geht von 8-2 Uhr.Wir haben 2 Pausen, einmal 20 und einmal 30 Minuten. Wir sind meistens draußen, 4 Hilfslehrer passen auf. Es gibt eine Cafeteria wo man warmes Essen kaufen kann und Coke-Cola-Automaten. Ich bin in Grade 4, dass  ist die 4. Klasse. Meine Lehrerin heißt Mrs. Simms. Vor kurzem hatten wir die ersten Siedler als Projekt, auf englisch „Pioneers“. Ich habe mich entschlossen eine Logcabin, also ein Blockhaus zu bauen. Das Haus hat eine Seitenlänge von 40cm. Ich habe, wie die Pioniere natürliche Materialien verwendet. Ich bekam die beste Note. Solche Projekte gefallen mir.

 

Disziplin wird hier groß geschrieben. In Nordamerika gilt in der Schule Null-Toleranz, also wer sich daneben benimmt kommt in den „Peaceraum“. Dort bekommt er „Time-out“, d. h. er darf sich abkühlen. Es gibt 16 Seiten mit Schulregeln, z.B. darf man keine Schneebälle formen, man darf nicht mit dem Finger auf andere Menschen zeigen oder schlechte Worte benutzen. Wer gegen die Regeln verstößt kann suspendiert werden, oder es wird ihm das Privileg den Schulbus zu benutzen entzogen. Fast alle Schulen sind geruchsfrei, d.h. man darf keine Parfums oder Deos verwenden. Die Kinder sind lange nicht  so laut wie an deutschen Schulen und wesentlich höflicher. Die meisten Lehrer sind sehr nett und viele Eltern machen in der Schule mit. Die Kinder, besonders die Kleineren, werden immer behütet und beobachtet. Selbst die 20 m vom Schulbus zur Schultür steht 1 Hilfslehrer bereit. Diese Hilfslehrer stehen auch in den Klassen für behinderte Schüler zur Verfügung. Es gibt keine Sonderschulen. Wenn die Klasse für etwas Geld braucht macht sie eine Sammlung, sucht einen Sponsor oder die Eltern spenden was. Jede Klasse hat 3 Computer. Es gibt zusätzliche Computerräume, Bibliothek und Mehrzweckraum. Auch eine Turnhalle gibt es, Turngeräte wie Barren, Matten, Böcke oder so gibt es nicht alles ist auf Basketball ausgelegt.

 

In meiner Freizeit lese ich viel. Auch höre ich gern klassische Musik und lerne Gitarre. Meine Lieblingskomponisten sind Mozart, Vivaldi, Händel und Beethoven. Manchmal gehen wir ins Konzert. Das ist ein Riesenaufstand weil es 90 Minuten bis zur nächsten Stadt ist. Weil wir an einem See wohnen schwimme ich oft  und fahre mit unserem Zodiac-Boot spazieren. Ich bin das einzige Kind mit einem Bootsführerschein. Ich fahre nie ohne Schwimmweste, manchmal nehme ich meine kleine Schwester Elaine mit. Das Boot hat 8 PS, damit kann ich es gerade noch  kontrollieren. Andere Eltern sehen das kritisch und es gibt nur wenige Eltern die meine Kameraden mitfahren lassen. Meine Eltern kümmert das aber nicht. Die trauen mir viel zu.

 

Besondere Freude habe ich an der Digitalfotografie. Ich habe eine kleine Kamera die ich überall mit hinnehme. Langsam werden meine Bilder besser, Papa kritisiert mich heftig wenn ich jemanden köpfe. Computer ist meine Leidenschaft. Mein Vater hat mir beigebracht wie man eine Webpage kreiert. Danach habe ich mir meine eigene Webpage gebastelt. Wir haben zusammen die Templates gemacht, den Rest muss ich allein machen. Der Link ist www.alexander.rebellog.com .Wir haben ein TV-Gerät aber nur um am Wochenende einen DVD-Film zu sehen. Fernsehen haben wir abgemeldet. Wir hassen die Werbung. Für Nachrichten haben wir das Internet.

 

Schießen fand ich schon immer toll. Zu erst bekam ich Pfeil und Bogen. Damit habe ich vorsichtigen Umgang gelernt. Immer müssen alle hinter dir stehen. Besonders gern schieße ich mit dem Gewehr. Ich benutze eine Browning 22 Lever Action Riffle mit Zoom. Die Waffe ist leicht und ich kann 22 mal schießen ohne nachzuladen. Meine Ziele sind Coca-Dosen oder Steine. Nach dem Waffenrecht in Kentucky darf ich eine Waffe haben, wenn meine Eltern die Verantwortung tragen. Sie unterstützen mich, weil sie der Ansicht sind, dass man Verantwortung, Reaktionsfähigkeit und Umsicht so sehr gut lernt. Man kann einen Fehler nur einmal machen und nimmt sich deshalb entsprechend zusammen. Es gibt sehr viel Wild, besonders Rehe, Hirsche und Whitetails. Unsere Familie jagd aber nicht. Auch mit Messern lassen mich meine Eltern hantieren und ich mache alles damit, aber immer weg vom Körper. Das ist überlebenswichtig. Ich war auch das erste Kind in der Nachbarschaft was unabhängig mit dem Fahrrad wegfahren durfte. Es ist ein sehr leichtes Alurad und man kann sehr viel damit unternehmen. Ich bin schon in verschiedenen Staaten gefahren.

 

Wenn wir einkaufen tun wir das in einem Shoppingcenter, dort ist auch ein Supermarkt, groß wie ein Fußballfeld. Das alles ist viele Kilometer weit weg. Wir kaufen gleich für eine ganze Woche. Kleine Läden gibt es überhaupt nicht. Für spezielle Sachen müssen wir in die nächste Stadt, das sind 120 km  Fahrt. Viele Wünsche erfüllen wir uns über das Internet. Handwerksbetriebe wie in Deutschland gibt’s hier kaum. Die Küche kann man vergessen, fast alle futtern Fast-Food. Wir kochen noch richtig und es ist ein deutsch-russisch-kanadisch-französisch-amerikanischer Gerichtemix. Eine besondere Spezialität ist Lobster/Hummer. http://www.rebellog.com/text/kitchen/kitch01.htm Den kaufen wir, wenn wir in der Nähe sind, direkt vom Boot unseres Freundes, der ist Lobsterfischer in der dritten Generation. Hier kannst du ihn sehen:  http://www.rebellog.com/graphics/milton/launch.html

 

Alle meinen Spiel- und Schulkameraden gehen sonntags in die Kirche. Dort gibt es eine Sonntagsschule. Manche Nachbarn sind sehr religiös. Es gibt allein in der Nachbarschaft um die 10 Kirchen. Wir machen das nicht mit, sondern gestalten unseren Sonntag selber. Auch haben alle so große Familien, manchmal haben die Eltern 8 Geschwister oder mehr, dass sie keine Freunde brauchen. Trotzdem haben wir Gäste (die bei uns auch gerne futtern). Arme Leute finden in jedem Supermarkt am Ausgang große Kisten, da geben die, denen es besser geht, ab und füllen die Kiste für die Armen. Das ist persönliche Zuwendung und nicht unpersönliche Bürokratie, sagt jedenfalls mein Vater. Ich habe viele Freunde. Hockey, Basketball und Fußball ist hier sehr populär. Ich mag Soccer, dass ist  Fußball, bin aber in keinem Club oder Verein. Im Herbst ist Halloween, das mögen wir sehr. Wir ziehen verkleidet durch die Gegend und bekommen Unmengen Süßigkeiten. Das Beste ist aber den Pumpkin (Kürbis) auszuschneiden.

 

Deutsche gibt es einige in der Nachbarschaft. Aber wir suchen nicht unbedingt ihren Kontakt sonst hätten wir in Deutschland bleiben können. Mir gefällt  mein Leben hier. Ich bin das einzige ausländische Kind in meiner Klasse und muss immer viel von meinen Reisen erzählen. Manchmal muss ich auch übersetzen. Mit der Sprache klappt das auch, nur lesen und schreiben fällt mir manchmal noch schwer. Ich glaube mein  Leben ist friedlicher hier als in Berlin.

 

 
   

 

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