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Robin Renitent,  28. November 2007

   

 

We seem to have overcome

Soviet fascism, though the heirs

of Nazi-fascism live; but the biggest threat

to freedom lies

in Islamic fascism.

 

  Freedom is not

self-evident. 

 

We are at war – and we have to defend ourselves. 

 For the sake of

our children.

 

 

   
 

Emanzen by doing

Die meisten Diskussionen leiden an ihrer Theorielastigkeit. Das hat uns immer gestört. In der Zeit, in der andere theoretisieren, spintisieren und sich in endlosen Diskussionen verzetteln, haben wir es schon gemacht. Oder wenigstens versucht.

 

Deshalb sind unsere Einlassungen und Berichte festgemacht an unseren eigenen Erfahrungen, also praktisch gelebt. Ob das für Sie glaubwürdiger ist müssen Sie selbst entscheiden. Wenn nicht, Ihre örtliche Bibliothek hat bestimmt zahlreiche (unnütze) Bücher zum  Thema Emanzipation und Feminismus vorrätig.

 

Mit dem Feminismus ist es wie mit dem Pazifismus. Er schafft keinen Frieden. Deshalb weisen wir auch weit von uns Pazifisten zu sein. Wir leben gern friedlich. Klar ablesen können das Sie zum Beispiel im Nahen Osten. Pazifisten sind Freunde der Hamas, der Hisbollah, all derer, die Israel von der Landkarte putzen wollen. Pazifisten sind auch Freunde von Ahmadinejad, und regen sich fürchterlich auf, wenn man dagegen spricht mit den Mullahs zu handeln. Das das nichtpazifistische, in Selbstverteidigung wehrhafte Israel seit Jahren die Hand zum Frieden ausstreckt, wird von pazifistischen Friedensfreunden gern verdrängt.

 

Doch zurück zum Feminismus. Der spaltet sich in so viele Varianten, das seine Anhänger/Innen schon echte Friedensliebe zeigen müssen um noch miteinander reden zu können. Weil wir denken das Feminismus von der Freiheit entfernt, vom friedlichen Zusammenleben mit dem (männlichen, ach so viele Feministinnen sind ja lesbisch, ach je…) Partner auch, wäre, wenn überhaupt, nur so eine Art Individualfeminismus akzeptabel. Aber das brauchen wir, für uns, nicht tief schürfend zu erforschen. Wenn das Ziel des Feminismus „Gleichheit, Menschenwürde und Entscheidungsfreiheit von Frauen, die Selbstbestimmung über deren Leben und ihren Körper zu erreichen“ (Wikipedia) ist, klappte das in unserer Familie schon, lange bevor der Begriff im Umlauf war. Denn niemand hat bei uns den Kapitalismus in Frage gestellt und patriarchalisch haben sich die männlichen Mitglieder unserer Sippe auch nicht gebärdet.

 

So waren sie denn alle emanzipiert, die Urgroßmütter, Großmütter, Mütter, Tanten, Schwestern und Frauen in unserer Familie. Sie haben nicht lange gequatscht, EMMA haben sie, die Jüngeren, schnellstens in die Altpapierablage gelegt, und eine „By-Doing-Emanzipation“ gelebt, der mehr Freiheiten und Unabhängigkeit inhärent war und ist, als den in ihrem feministischen Korsett gefangenen bedauernswerten Superemanzen.

 

Blättern wir mal zurück und picken einige Familien- Damen heraus:

 

Da war zunächst mal meine Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großmutter X, geborene  Maria Dorothea Rossow . Nachdem mein Großvater nächtens von Napoleon verhaftet und in den Stettiner Kerker geworfen wurde, brachte sie die 5 Kinder allein  durch und, nachdem der Großvater 3 Tage nach seiner Entlassung an Entkräftung verstarb, auch danach. Aus allen Kindern ist etwas geworden, für meinen Großvater übernahm, auf Betreiben der Großmutter, Baron von Puttkamer die Ausbildung. Großvater (5xUr) wurde ebenfalls Jurist und Bürgermeister.

 

Ich bin mir nicht sicher, ob die akademischen Quatschtanten, die heute bei EMMA schreiben oder in der Genderforschung labern, diese Aufgabe bewältigt hätten. Emanzipation by doing.

 

Als nächstes Fräulein X.. Fontane hat ihr ein Denkmal gesetzt in seinem Roman Frau Jenny Treibel. Sie ist eine ihrer Erzieherinnen. Ja, sie war ledig, das sie aus kleinbürgerlichen Verhältnissen kam, wird heute gern in der Literaturwelt so beschrieben, aber nach den Aufzeichnungen meines Ur-Ur-Ur-Großvaters Paul stimmt das nicht. Sicher, die Familie war nicht reich. Aber um den Kindern eine exzellente Erziehung zu geben musste ein gewisser Wohlstand vorhanden sein. Richter und Anwälte hatten, mangels Abmahnmöglichkeiten, das dicke Absahnen noch nicht gelernt. Was wichtiger ist in diesem Zusammenhang: Das Fräulein war gebildet, selbstständig, war eben Hauslehrerin und, heute würde man sagen, ein Single. Die Interpretation „sie hätte keinen abbekommen“ deutet eher auf eine unemanzipatorische Literaturbeschreibung als auf ein Mangel an Emanzipation des Fräuleins.  

Die Tochter meines Ur-Ur-Ur-Großvaters Herrman, Marie, ging als Lehrerin nach London, verliebte sich in einen jungen Advokaten der nach Melbourne wollte. Sie fuhr zurück nach Stettin, verabschiedete sich von den Eltern und schiffte allein nach Melbourne ein. 14 Tage nach der Ankunft heiratete sie ihren Anwalt und bekam etliche Kinder. Der Mann war viel beschäftigt, denn Australien brauchte Anwälte, sie managte also das ganze Familienleben und war außerdem noch berufstätig. Noch Fragen Frau Schwarzer?

 

Ein weitere Dame der Familie, (ich will hier jetzt absichtlich nicht zu genau werden), ging nach Afrika und gründete dort in den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts ein Krankenhaus. Lange bevor Albert Schweizer das machte. Die Stiftung gibt es bis heute.

 

Meine Ur-Ur-Urgroßmutter war eine sehr gebildete Dame, die einen Berliner Salon unterhielt, auch meine Ur-Urgroßmutter machte das. Daneben hatten sie zahlreiche Kinder die sie durch die verschiedenen Kriege brachten (Deutsch-Französischer 1871 und 1. Weltkrieg). Und auch meine Großmutter, eine mehrere Sprachen sprechende und unterrichtende Hauslehrerin brachte alle ihre Kinder, nachdem mein Großvater als Volkssturmmann drei Tage vor Kriegsende gefallen war, durch und in „anständige“ Berufe. Unemanzipiert? Die Frau legte sich Mannesmannaktien an und war wirtschaftlich-politisch in Topform.

 

Meine Mutter hat die Diskussionen um die Emanzipation immer albern gefunden. Sie war, per se, emanzipiert. Und, nur an die Adresse derer die auch über sexuelle Emanzipation reden (ohne Ahnung zu haben), mein Vater hatte einen 18 Stundentag. Ohne ins Detail zu gehen: Sie kamen beide auf ihre Kosten. Lediglich Matratze zu sein wäre für meine 5 Jahre ältere Mutter nichts gewesen.

 

Ich lasse mal etliche Damen aus und komme zu meiner eigenen Frau. Die ist Russin. Da versteht man solche abgehobenen Diskussionen gar nicht erst. Nee, anders formuliert: Man will sie nicht verstehen. Denn dafür hat man keine Zeit. Der Kampf ums Dasein der russischen Frau entspricht dem unserer Mütter in den Aufbaujahren. Und die Russinnen, denen der Wohlstand etwas reichlicher zufiel,  freuen sich an Stringtangas und Pelzen ohne deshalb gleich zum geistlosen Sexkätzchen zu mutieren.

 

Jedenfalls würde ich, würde ich meine Frau behindern bei ihrer, nein nicht schon wieder das abgelutschte Wort Selbstverwirklichung, ---- bei der Umsetzung ihres Wollens und ihrer Kreativität, bekäme ich Zunder. Aber gewaltig. Denn Emanzipation heißt bei uns:

MACHEN, aber nicht gegeneinander.

 
   

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