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Organic
Dog Bakery
Wir hatten sie
eingeladen. Im Laufe des sonntäglichen Morgens wanderten wir über den
örtlichen Farmmarkt. Den Sonnabend schon hatten wir diskutiert,
freundlich, aber kontrovers. Jetzt, zwischen organischen
Tomaten, organischen Kartoffeln, organischem Gemüse und organischen
Craneberrys wollte ich meinen deutschen Uraltwitz loswerden. Ich
konnte davon ausgehen, dass sie ihn nicht kannte, und ich wusste das
sie eine absolute Ökotante war:
„Du kennst die Geschichte von der Farmersfrau
die vor einem riesigen Haufen Karotten sitz und, sortierend,
die gut aussehenden in den einen Korb und die schrumpligen
in den anderen Korb wirft?“
„Nein, warum?“
„Nun, das hat auch ein Tourist gefragt, der die Farm besuchte.“
„Und?“
„Sie erklärte es ihm: Die geraden Karotten gehen in den örtlichen
Supermarkt, die schrumpligen verkaufe ich am Sonntag als
organische Ökokarotten!“
„Du bist eine Nervensäge“, sagt unsere Bekannte, „Du machst
alles madig!“
Da hat sie recht. Auch der Ökotrend ist an uns vorbeigerauscht ohne
Spuren zu hinterlassen. Ich kaufe Gewächshaustomaten. Klinisch
rein gewachsen. Die Ökodinger, gedüngt mit dem Abschiss der
Farmersfamilie, will ich nicht.
Ich zücke meine Kamera und fotografiere ein Schild: „Organisches
Hundefutter“ steht drauf. „Ich krieg ‚nen Schreikrampf“
sage ich zu meiner Frau.
Unsere Bekannte jetzt etwas dunklerfarbig, mit diesem, das Gesicht
umrahmenden, es schöner machenden reinen organischen Rot des Ärgers,
zischt mich an:
„ Du bist ein Ignorant!“ |
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