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Auf
die Fresse
Meine Eltern haben uns gewaltfrei
erzogen. Wir wurden geschult in Argumentation und
Gegenargumentation. Mit meinen Kindern halten wir es nichts
anders. Niemals haben sie auch nur eine Schelle bekommen. Obwohl,
zugegeben, es gibt Momente, allerdings selten, da juckt es Eltern
schon in den Fingern. Nach dieser Einleitung, die meine Ablehnung von
physischer Gewalt deutlich machen soll, komme ich nun zu den Momenten
wo mich das Vorhandensein einer gewissen Gewaltatmosphäre
gelegentlich heimlich freut. Warum?
Sprechen wir von Pelzmänteln. Pelzmäntel fallen nicht vom
Himmel. Wer einen haben will muss dafür arbeiten. Länger
arbeiten als für einen Mantel von C&A, oder, etwas teurer, von Chanel.
Beispielsweise. Es gehen also, je nach Pelz, Qualität und Hersteller
jeweils einige Monats- bis Jahresgehälter drauf. Bei Normalverdienern,
bei Prominenten geht es entsprechend schneller. Sich so etwas zu
erarbeiten setzt den Willen dazu voraus Eigentum zu erwerben, Eigentum
diesmal nicht am Haus- oder Grundbesitz, Aktien oder Schmuck. Das
Eigentum heißt PELZ. Der Eigentumsbegriff ist das zentrale
Fundament allen libertäres Denkens. Doch verlieren wir uns hier nicht
in libertärer Philosophie, sondern kommen wir zurück auf eigenes
Erleben rund um den Pelz.
Mein Vater also schenkte meiner Mutter Pelzmäntel. Es waren sehr gute
und aufwendige Kürschnerarbeiten. Kein Mantel, keine Stola war von
bedrohten Tierarten. Klar, das meine Mutter so was nicht zum
Einkauf bei Aldi anzog, sondern wenn sie ins Theater oder in die Oper
ging oder zu Freunden. Am Anfang war das auch kein Problem, aber dann
tauchten plötzlich, aus dem Nichts, Menschen auf, die anfingen alles
madig zu machen, Pelz war da nur ein Beispiel. Sie schlossen sich zu
Gruppen zusammen, machten mächtigen Wind und definierten was
politisch korrekt ist. Das Tragen von Pelz war es nicht mehr.
Wehe man verstieß dagegen, es kam vor, dass solche Schweinhunde Pelz
tragenden Damen vor der Oper die Mäntel mit Farbe bekleckerten.
Militante Tierschützer zerstörten mühsam aufgebaute Pelzfarmen und
zerstörten Existenzen. Der Beruf des Kürschners ist fast
von der Bildfläche verschwunden. Damen und Herren ließen ihre Mäntel
nun im Schrank. Es gab natürlich Ausnahmen. Bestimmte Herren, aus
dem Milieu beispielsweise, hatten den Nerv weiterhin ihre Mäntel
zu tragen, nun gerade, an die wagte sich aber auch kein Aktivist.

Für meine Schwiegermutter, als Russin, ist ein Pelz eine
Selbstverständlichkeit. Nein, sie sind nicht wohlhabende Leute, eher
das Gegenteil. Mein Schwiegervater bekommt 60 Dollar Rente. Aber einen
Pelz hat noch fast jede russische Frau. Sie macht damit nichts
anderes als was der Mensch seit Beginn seiner Existenz tat, er
nutzt den Reichtum der Natur um sich zu ernähren und zu kleiden und um
zu überleben. Die Einsicht, das man bedrohte Tiere nicht ausrottet ist
auch in Russland angekommen. Aber Tiere zu züchten, um Natur zu kaufen
und nicht Synthetik zu tragen, ist ein nachvollziehbarer Wunsch.
So ist und bleibt der Pelz in Russland populär.
PETA hat dort offensichtlich
noch keine Vertretung. Und sollte wirklich ein (seltener) russischer
(oder angereister) Tierschutzknallkopp so wahnsinnig sein eine
Attacke auf eine pelzbekleidete Frau zu wagen, sollte er vorsichtig
sein. Man weiß nie wessen Freundin oder Frau die Schöne ist. Da
kann man schneller die Fresse poliert bekommen als man gucken
kann. Und das ist auch gut so. Wobei ich wieder bei
meiner heimlich Sympathie für einen gewissen „russische
Durchsetzungs- oder Verteidigungswillen“ bin, siehe Einleitung.
Ich selbst trage Pelz und ich bin keine Lude. Ich esse auch
Schweinefleisch
allen Muslimen und Tierschützern zum Trotz. Auch der
Lobster
findet nach wie vor seinen Weg auf
meinen
Teller. Und ich bekomme schon Zustände wenn ich Gäste habe und
einen Rollbraten oder saftiges Steak serviere, und jemand von Soja
oder Tofu faselt und meint er müsste gerade jetzt, als mein Gast,
auf Vegetarier machen.
Und das bringe ich auch meinen Kindern bei, den „People for the
Ethical Treatment of Animals“ ins Buch geschrieben. Dankbar sein
für das, was die Natur uns gibt, es umsichtig annehmen und
sinnvoll nutzen. Das Eigentum anderer achten und auf die
gerade opportune politische Korrektheit scheißen. Und sich im
Notfall verteidigen. In letzter Konsequenz auch mit Gewalt.
Basta!
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Nein, ich bin weder mit
der Pelzindustrie oder dem Kürschnerhandwerk verschwippt oder
verschwägert. Und ich bekomme meine Meinung auch nicht bezahlt....
Photos ©
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