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Robin Renitent,  30. Oktober 2007

   

 

We seem to have overcome

Soviet fascism, though the heirs

of Nazi-fascism live; but the biggest threat

to freedom lies

in Islamic fascism.

 

  Freedom is not

self-evident. 

 

We are at war – and we have to defend ourselves. 

 For the sake of

our children.

 

 

 

 

 

 

 

Eine der beeindruckensten Frauen unserer Zeit

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We say what we mean and do what we say!

 

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Zeitungslesen bildet nicht

Frank Schirrmacher ist ein intelligenter Mensch. Wikipedia schreibt 'ne Menge positives über ihn. Eben ein führender Intellektueller. Nicht alles habe ich von ihm gelesen, das kann ich auch gar nicht, dazu bin ich zuweit ab vom Schuss. Aber seine Aussagen über Grass haben mir gefallen. Und natürlich die Thematisierung der Donner Party. Das schon deshalb, weil ich an die Kraft der Familie glaube und uns und unsere Kinder versuche genau in diesem Sinne zu prägen und ihnen das „Ausgangsmaterial“ für eine gute Zukunft zu geben.

Nun hat Schirrmacher den Jacob-Grimme-Preis bekommen. Ich habe mir seine „Bestandsaufnahme“ durchgelesen, jedenfalls den Teil, der in Auszügen veröffentlicht wurde. Die wurde schon durchgekaut und der Widerspruch im Spiegel war nicht der Schlechteste.

Auch für mich sind die Aussagen Schirrmachers etwas abseits der Realität. Es scheinen die Beobachtungen eines Menschen zu sein, der glaubt es ist so, wie er es schreibt. Es sind nicht die Beobachtungen eines Menschen der weiß, das es so ist wie er es schreibt. Mit anderen Worten: Grundlage meiner Kritik an den geschilderten Zuständen und der von Schirrmacher beschworenen Zukunft ist, wie sollte es anders sein, mein eigenes Verhalten und das einiger Freunde.

In der Folge möchte ich aufzeigen wo Schirrmacher irrt und wo unser, und nicht nur unser, Verhalten von seinen Vorstellungen abweicht:


• Wir leben seit 10 Jahren im Ausland, in der Einöde. Zeitungen, amerikanische und kanadische, sind hier zwar erhältlich, aber sie interessieren uns nicht.
• Auch in den 10 Jahren davor haben wir keine Zeitungen mehr gekauft. (Fernsehen schauen wir auch nicht. No TV)
Dennoch lesen wir täglich Zeitung. Im Internet. Ich würde meinen zeitlichen Aufwand dafür auf etwa 3 Stunden täglich schätzen.
• Wieviel Stunden liest der durchschnittliche Zeitungsleser von dem Schirrmacher spricht?
Das Internet ist schneller.
• Die Online-Angebote der Zeitungen und Magazine stellen lediglich eine Ergänzung zur Informationsbeschaffung dar.
• Die Onlineangebote der Rundfunkanstalten weichen in ihrer Grundhaltung und politischen Gewichtung nicht von der Haltung der Mainstreammedien (Zeitungen) ab.
• Wir lesen in dem Bewusstsein, dass große Teile der Presse bestimmte Mainstreamkomponenten enthalten, die uns missfallen und die unserer Ansicht nach nicht ausgewogen sind.
• Gezielte Informationen werden nicht oder nicht ausreichend von den Zeitungen, bzw. ihren Onlineangeboten aufbereitet.
• Man kommt also nicht umhin auch Blogs oder Seitenpublikationen anzusurfen um das Informationsangebot selbst abzurunden, bzw. zu ergänzen.
• Die Schmuddelecken des Internet sind nicht die Gefahr zu denen Schirrmacher sie aufbauscht. Es ist die alte Leier, im Unbehagen über das Internet wird immer zuerst Pornografie genannt und dann (das Tat Schirrmacher nicht) der Kreditkartenschwindel. Diese Gebetsmühlenartige Wiederholung ist unredlich und dient nur dazu unkritische Menschen zu beeinflussen.
• Sein Verweis auf die Pornografie ist billig. Kinder surfen nicht nach Pornoangeboten. Jugendliche schon eher, aber ist das nicht ein verständlicher Ausdruck pubertärer Neugier? Würde ein Pubertierender nicht nach „Informationen“ gieren wäre etwas faul mit ihm. Gesunde junge Menschen finden auch hier schnell das richtige Maß und nutzen Pornografie allenfalls noch als anregende Ergänzung. Eine „lebende“ Freundin wird ein noch so heißes Angebot jederzeit ersetzen können.
• Pornografie zu verbieten wäre ein Einschnitt in die Gestaltungs- und Wahlfreiheit des Individuums. Erst ist es die Pornografie, dann sind es politische Inhalte. Angebliche Islamophobie als Stichwort. Myanmar läßt grüßen.
Zeitungslesen bildet nicht. Auch die 24 Stunden-Haltbarkeit nicht, die Schirrmacher beschwört. Wirklich bilden tun nur Bücher. Die Richtigen natürlich und nicht ein Sammelband von Jerry Cotton.
• Im Übrigen irrt auch Schirrmacher hier: Eine Zeitung wird nach 24 Stunden – spätestes – ins Altpapier gegeben oder man stopft feuchte Schuhe aus. Ich kenne niemanden der Zeitungsartikel ausschneidet und aufwendig archiviert. Das ist am PC ja wesentlich leichter, hier kann man Speichern auf Deubel komm raus und Archive anlegen die schnellstens abrufbar sind und keinen Platz beanspruchen. Mit anderen Worten: Der Langzeitgewinn ist, dank des Internets, auch hier größer.
• Das Internet führt geradezu zu aktivem Verhalten. Wer schraubt sich schon aus dem Sessel, bei Unverstandenem, legt die Zeitung beiseite, geht zum Regal und schlägt aufwendig im Konversationslexikon nach? Am PC ist das ein Klick, Beispiel Schirrmacher!
• Hättes es doch bloß das Internet schon in meiner Schulzeit gegeben. An meinen Kindern sehe ich wie Bildungs- und Informationsangebote offensiv angesteuert und genutzt werden:

 

"Die erste Generation, die mit dem Netz aufgewachsen ist, schreibt, wenn überhaupt, mehr als die vorangegangene. Sprachlosigkeit jedenfalls droht nicht. Journalisten können sich freuen auf eine Generation von Lesern, die schon im Teenageralter daran gewöhnt ist, sich mit Texten aktiv auseinanderzusetzen - wenn die auch auf Bildschirmen stehen. Eine Generation, deren begeisterte Beteiligung im Netz guten Journalismus bereichern kann, anstatt ihn zu gefährden: Jeder Journalist tut gut daran, sich mit dem auseinanderzusetzen, worüber die neue Öffentlichkeit da draußen so redet. Sich zum Beispiel für die wachsende Menge von Experten-Blogs zu interessieren, geschrieben von Menschen, die über ihr Thema viel besser Bescheid wissen, als es die meisten Journalisten jemals werden.

Die Wahrheit ist: Das Internet ist als Überbringer von Nachrichten und Analysen wie geschaffen. Es ist das aufregendste journalistische Medium, das uns derzeit zur Verfügung steht. Weil es schnell sein kann, aber nicht muss. Weil es Querverweise und Verknüpfungen zu Originalquellen ermöglicht. Weil es Lesern einen schnellen Rückkanal bietet, über den sie Meinung äußern, auf Fehler hinweisen oder Fachwissen teilen können. Und weil es Texte eben länger am Leben hält als 24 Stunden. Keine Zeitung kann ihren Lesern gleichzeitig das eigene Archiv mitliefern, eine Internetpublikation schon. Redaktionen, die das nicht verstehen wollen, sind in der Tat bedroht durch das Netz. Alle anderen brauchen sich keine Sorgen zu machen.

Papier wird das Abendland nicht retten. Es ist exakt so geduldig wie Pixel - landet aber schneller auf dem Müll. "(Das Internet ist an allem schuld, SPIEGEL
29. Oktober 2007)

 
   

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