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Robin Renitent, 29. September 2007

   

 

We seem to have overcome

Soviet fascism, though the heirs

of Nazi-fascism live; but the biggest threat

to freedom lies

in Islamic fascism.

 

  Freedom is not

self-evident. 

 

We are at war – and we have to defend ourselves. 

 For the sake of

our children.

 

   
 

Frau muss sein zuhause...

Unsere Sommerreise beinhaltete auch 33 Hotelwechsel. Noch immer sind die USA das bequemste Reiseland. Mit 2 Kindern fragt man einfach nach einem Hotelzimmer. Die enthalten, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, 2 Kingsize-Betten, also genug Platz für die Eltern und die Kinder. Die wollen, weil das im täglichen Leben ja nicht vorkommt, mal bei Papa, mal bei Mama schlafen. So ist für ständige Abwechslung gesorgt. Nur Teile des Ehelebens sind in diesen 70 Tagen schlecht realisierbar….

Unsere Preisklasse schwankt, je nach Gegend zwischen 55 und 140 Dollar die Nacht. Wobei es vorkommen kann, das ein Zimmer für 69 Dollar hervorragend ist und eins für 120 Dollar total mies. Es hängt halt von der Gegend ab und davon, wie überlaufen sie touristisch ist. Wenn man länger als 4 Nächte bleibt ist es schon ungewöhnlich, Amerikaner kennen keine langen Urlaube. Jedenfalls nicht vor der Pensionierung und auch dann nur maximal 14 Tage. Und das wir insgesamt 18 000 km mit 4 Fahrrädern und einem Zodiac Boot auf dem Dach, und dem Motor dazu im Kofferraum, fahren erregt schon Aufmerksamkeit. Die Leute freuen sich, dass wir Interesse an ihrem Land zeigen und wir treffen auf keine Ressentiments. Man ist interessiert zu hören wie wir über Amerika, den Irakkrieg und Bush denken. Wir sagen viel wahres und freundliches, aber auch manches kritische. Wir kritisieren die Abkoppelung des Dollars vom Goldstandard und die Housing Bubble. Über Bush sagen wir nichts schlechtes, das tun ja schon alle anderen Deutschen und es würde langweilig. Erstaunlich viel Menschen stimmen uns zu. Und vom Goldstandard, man höre und staune, haben fast alle schon mal gehört. Oft gibt es anregende, längere Konversationen und manches Mal tauschen wir Visitenkarten.

Was uns aber auffällt ist, das die Roommates , also die Zimmermädchen, früher alle, fast ausnahmslos, Schwarze waren. Jetzt sind es ganz überwiegend Russinnen, Ukrainerinnen und (deutlich weniger) andere Osteuropäerinnen. Wir kommen natürlich gut ins Gespräch, denn meine Frau spricht fließend russisch. Alle Mädchen sind, (davon abgesehen, dass sie überwiegend auch sehr hübsch sind), ausnahmslos Studentinnen. Sie kommen mit einem speziellen Visum und inzwischen hat sich der ganze Genehmigungsablauf an den Universitäten von Minsk bis Chabarowsk, von Moskau bis Komsomol an Amur hervorragend eingespielt. Auch als Serviererinnen findet man sie sehr häufig, neben weißen Amerikanerinnen. Da sieht man den Unterschied, die Amerikanerinnen sehen abgearbeitet aus, Unterschicht, die Russinnen sind Studentinnen gepflegt und schlank.

Wir konnten nicht herausfinden wo all die schwarzen Zimmermädchen und Serviererinnen geblieben sind.

In Pigeon Forge, einer Vergügungsstadt für den 2 Tage-Urlaub des Proletariats, gehen wir ins „Golden Corral“. Das ist eine Fresskette mit „All-You-Can-Eat-Buffet“ und einem Einheitspreis. Entsprechend dick und überfressen sind die Gäste. Man isst hier nicht, man frisst. Man schaufelt in sich hinein, bis die Unterhose platzt. Die Getränke werden serviert, die Teller abgeräumt. Unsere Serviererin heißt Jana und ist, natürlich, Russin. Hinreißend hübsch, charmant und aufgeschlossen. Wir kommen ins Gespräch. Am Ende frage ich sie, was sie von der „amerikanischen Esskultur“ hält. Immerhin sieht sie ja Schicht für Schicht, nur fressende Menschen. „There is no culture“ sagt sie etwas irritiert und leise. Das ist wahr, und ich bedaure, dass sie nichts anderes in den Monaten ihrer Sommerarbeit kennen lernen wird. Denn, gelegentlich, ganz ganz gelegentlich, kann man sie doch finden: Die amerikanische Esskultur. Übrigens auf den 80m hohen "Screaming Swing", einer Kotzschleuder (siehe Foto) auf dem Nachbargrundstück, kann man sich gleich anschließend erleichtern...

Mexikaner sind sehr präsent, und je weiter südlich man kommt um so mehr gibt es. Manche freut das, die lassen sie für sich arbeiten, manche ärgert es. Man findet sie inzwischen auch in den Nordstaaten. In Kanada leben unzählige Großfamilien von der Sozialhilfe und sind zu nichts zu bewegen. In der Erntesaison, z.B. in Leamington der Tomatenstadt, in der HEINZ - ja die Ketschupfritzen - ihre Fabrik haben, fehlt es trotzdem an Erntehelfern. So bringt man Off-Shore-Erntehelfer rein. Von wo? Aus Mexiko. Die arbeiten wie verrückt und senden ihr Geld nach Hause. Wir kennen das aus Deutschland bei der Spargel und Weinernte und den helfenden Polen. Deutsche Sozialhilfeempfänger sind ja dazu nicht zu bewegen.

So gibt es durchaus Parallelen. Und mir kommt das kalte Kotzen, wenn ich Aussagen wie diese von Naomi Klein im Spiegel lese.

Vor zwei Wochen in Deutschland dann. Ein Hotel am Bahnhof. Ausnahmslos alle Zimmermädchen aus Kroatien. Am zweiten Morgen macht ein Mann mein Zimmer sauber. Ich frage ihn woher er kommt.
„Ich aus Pakistan.“
Und auf meine Nachfrage:
„Ich fünf Jahre hier. Nein ich nicht verheiratet, ich gehen immer zu Freunde, Kartenspielen.“
Er ist sehr nett und freundlich und strahlt, weil ich mich mit ihm unterhalte. Seine Zähne sprießen in alle Himmelsrichtungen. Vermutlich ist er noch nicht dahintergekommenen, wie man die deutsche Krankenkasse da mit einbinden kann. Er zeigt auf mein Laptop und das Desktopbild:
„Das Deine Frau?“ Ich bejahe. „Wo ist sie“ will er wissen. „Zuhause“ sage ich und denke dabei eher daran, dass sie im Moment wahrscheinlich im Hause ist, bei den Kindern als in der Uni. Er greift das begeistert auf:
„Das richtig so. Frau muss sein zuhause, muss kochen und Wohnung machen. Nix gut, wenn Frau nicht zuhause, nix gut wenn Frau arbeiten.“

Was sagte er, wie lange ist er in Deutschland? 5 Jahre?

Wann wird er hier ankommen?

 
   

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