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Robin Renitent, 01.Oktober 2007

   

 

We seem to have overcome

Soviet fascism, though the heirs

of Nazi-fascism live; but the biggest threat

to freedom lies

in Islamic fascism.

 

  Freedom is not

self-evident. 

 

We are at war – and we have to defend ourselves. 

 For the sake of

our children.

 

   
 

Tut Gutes! Sofort!

Nach dem Kriege hatte man nur ein Ziel: Etwas Gutes zu tun. Und zwar für sich selbst. Vielleicht noch für seine Familie. Dieses Tun, das einem zuerst mal selbst zugute kam, nannte man erst Überleben, dann Wiederaufbau. Jeder hatte Probleme. Seine Eigenen. Nicht die der Anderen. In dieser Zeit waren die meisten Menschen umsichtig, motiviert etwas zu tun und ihr Schrei nach Fremdhilfe war noch nicht entwickelt. Ich erinnere mich als Kind Kriegsversehrte gesehen zu haben, z.B. einen Mann am damaligen DEFAKA-Kaufhaus am Tauentzien, der saß, weil er keine Beine hatte, auf einem Brett mit vier Räderchen, sauste damit durch die Gegend, bettelte um Geld, aber er putzte den Leuten auch die Schuhe dafür. Ein klarer Fall von Gegenleistung.

Dann kam der Wohlstand und die Sozialsysteme wurden ausgebaut. Nicht etwa, das die Menschen dazu angehalten wurden sich um ihre eigene soziale Sicherheit zu bemühen, nein, es wurde versprochen und „in Aussicht gestellt“ und von der politischen Schlaukaste verbreitet, dass es „allen“ eines Tages zugute kommt. (Kam es ja dann später auch, besonders an die, die nix eingezahlt hatten). Noch später kamen Oberquatschköppe, studierte Leute natürlich, die sprachen vom „Generationenvertrag“. Dabei ist ja schon einem Grundschüler klar, dass zu einem Vertrag immer wenigsten zwei gehören und mit Babys, weil geschäftsunmüdig, kann man noch gar keinen Vertrag schließen. Norbert Blüm war einer von diesen Quatschköppen. Heute ist er „Spezialist“ für Israelfragen und quatscht dort ebenfalls blödes Zeug.

Doch zurück zum Gutestun. Etwa Anfang der 70iger Jahre, nach meiner Erinnerung, wurde es wichtig auch zu zeigen wie gut man ist. Es reichte plötzlich nicht mehr etwas für sich selbst zu tun und damit weiterhin von anderen -guterweise- nichts zu fordern. Nun musste man auch für andere etwas tun. Und sei es nur verbal. Mit dem aufkommenden Fernsehen konnte man ja was bewegen, konnte dickbäuchige hungernde Kinder aus Afrika zeigen, Erdbebenopfer und Sturmflutgeschädigte. Man konnte sowohl an das Mitleid, wie auch an das Gewissen appellieren und den Leuten eintrichtern, dass es nicht reicht etwas für sich selbst zu tun.

Dabei war die Zeit vorher ja nicht ohne Mitmenschlichkeit gewesen. Wer wirklich in Not war, mit dem teilte der edle Deutsche ohnehin seinen Mantel wie St. Martin. Aber es war eine Direkthilfe und keine losgelöste, anonymisierte und aus enteigneten Umverteilungsmitteln gewährte an Unbekannte.

Als das Fernsehen bunt wurde, konnte man auch sehen, dass Negerkinder wirklich schwarz sind und Palmen braun, wenn sie vertrocknen. Das Spendenaufkommen stieg entsprechend. Aber, auch die Überweisung oder Einzahlung ist natürlich anonym. Und sie blieb sie den „kleinen“ Leuten vorbehalten. Wer etwas auf sich hielt zeigte, dass er ein begnadeter Helfer war. Es war die Schiene für Prominente Betroffenheit ausdrücken zu können, und noch der schlechteste Schauspieler lernte geschwind entsetzt, zerknirscht oder eben betroffen in die Kamera zu schauen.

Die entsprechenden Statements dazu kamen auch bald wie vorgestanzt und konnten nach Beliebigkeit abgerufen werden. Schauspieler, Schriftsteller, Bildhauer, Popmusiker, Politiker so wie so, jeder hatte seine Bühne, seinen Auftritt. Wenigstens dann. Aber damit nicht genug. Es kam der Zweitberuf. Wer jetzt im Gespräch bleiben wollte musste auch eine helfende Funktion haben. Entweder man gründete die Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen oder ein Kinderhilfswerk oder man sammelte TV-wirksam Minen ein, die andere, böse Menschen, verbuddelt hatten. Nun wenigstens vor der Kamera ausbuddeln und zwar die, von denen man wusste, dass sie gerade nicht explodieren würden. Wer jetzt keine Aufgabe hatte war selber schuld.

Meine Mutter, Ehefrau eines sehr beschäftigten Mannes und mit etwas exklusiverem gesellschaftlichen Umgang, hatte oft die Frage zu hören: „Und was machen sie sonst so?“ Es reichte nicht zu sagen:“Oh, ich habe einen Mann und drei Söhne, ein großes Haus und einen Garten.“ Das war es nicht was der Frager hören wollte. Die Antwort hatte zu lauten: „Ich bin 1. Vorsitzende des Vereins zum Schutze der Musca Domestica“. Also eines Vereins der sich zum Ziel setzte die gemeine Stubenfliege zu schützen. Denn es war egal was man schütze. Hauptsache man schützte. Und tat Gutes.

Dieser inflationäre Trend Gutes tun zu wollen war und ist nicht aufzuhalten. Letztlich gibt es nur noch Gutmenschen. Dabei ist der Einstieg relativ leicht. Zuerst verkündet man jedem der es, und auch dem, der es nicht hören will, das man „antifaschistisch“ ist. Selbstverständlichkeiten gehören eben besonders breit ausgewalzt. Dann macht es sich gut für den „Klimaschutz“ zu sein, man muss aber davon nicht unbedingt was verstehen. Gegen die Amerikaner zu sein ist populär, man macht da nicht viel falsch. Auch die armen geschundenen Palästinenser kann man immer unterstützen ohne das eigene Image zu beschädigen. Wer wirklich engagiert ist zieht sich aus. Und lässt sich als Kotlett bei PETA abbilden. Eignet sich besonders für Schauspielerinnen der 2.und 3. Riege. Und jede Schnulzensängerin und jede gerade gekürte Schönheitskönigin verkündet mehr oder weniger lispelnd, das sie ja auch für den Frieden und gegen den Hunger ist.

Bin ich ja auch. Vorallem gegen den Hunger in meinem Magen und den Ehefrieden. Deshalb denke ich, das ich ein guter Menschen bin. Etwa nicht?

Nur eines mache ich vorläufig nicht. Ich fliege nicht nach Afrika und adoptiere auch keine schwarzen, gelben oder grünen Kinder. Ich gebe zu, ein schwarzes Kind würde sich zwischen unseren eigenen beiden Blondschöpfen sehr dekorativ machen. Aber ich lasse das erst mal. Es gibt ja genug Popsängerinnen und Schauspielerinnen die am Ticketschalter Schlange stehen. Ich würde da nur stören.

 
   

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