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Libertarian
by doing
Menschen gibt’s, die gibt’s gar nicht.
Die sind so irre, dass sie fast ein ganzes Leben sich quälen und
ackern. Nein, nicht für eine Karriere, nicht für ein Einkommen, nicht
für Anerkennung.
Sie ackern für eine Idee. Eine Vision. Sie wollen etwas schaffen,
etwas was bleibt, sie überdauert. Das können Philosophen sein,
Schriftsteller oder Politiker. Oder Wissenschaftler. Wenn es
Wissenschaftler sind kommt auch was dabei raus, oft – nicht immer, ich
denke an Impfstoffe oder Saatgut oder Nanotechnik. Wir sollten ihnen
dankbar sein. Wenn es Schriftsteller, Philosophen oder Politiker sind
ist schon eher Vorsicht angebracht. Intellektuelle wollen gern die
Welt verändern, ob wir, an denen sie ihre Ideen erproben möchten, es
gutheißen oder nicht. Vor ihnen sollten wir uns hüten, denn meistens
kommt am Ende der Gedankengänge für das Individuum statt dem
versprochenen Mehr an Freiheit, weniger raus.
Dann gibt es die, die aus religiösem Eifer ackern. Wir hatten gerade
die Mormonen in Salt Lake City besucht. Bei allem Kopfschütteln über
ihren „Glauben“, die Leistung 4 Tage zehntausende von Granitbrocken
für ihren Tempel durch die Wüste zu schleifen und von Hand zu
bearbeiten, vor über hundert Jahren, bei Temperaturen um die 40 Grad,
beeindruckt.
Und dann gibt es Leute wie Jim Bishop. Ein Eigenbrötler,
verheiratet zwar, aber jede fremde Hilfe ablehnend. Er baut sich ein
Castle. Fast 40 Jahre schon. Gigantisch groß, von Hand, Stein für
Stein. Die sammelt er im Umkreis von zig Meilen bringt sie auf sein
Grundstück und baut und baut und baut. Bisher über 1000 Tonnen
Felsbrocken hat er verbaut. Allein. Dabei ist nicht nur die physische
Leistung beeindruckend, noch mehr imponiert sein ebenso lange
währender Kampf gegen Sesselfurzer und Bürokraten in Washington und
der Regierung von Colorado. Gegen Leute also, die nie in der Lage
währen mehr als 3 Steine aufzuschichten. Jim Bishop hat
durchgehalten. Freunde hat er sich bei diesem Kampf nicht gemacht,
wenn man heute auch beginnt anzuerkennen, dass sein Bishop’s Castle
eine echte Attraktion ist. Das Vertrackte für die Absahner in den
Behörden und professionellen Vermarkter ist nur: Jim Bishop
nimmt keinen Eintritt. Und so bleibt es beschaulich und das Werk eines
Einzelnen.
Jim Bishop ist ein Libertärer bei doing. Vermutlich hat er
keine Ahnung was die Idee des Libertarismus ist und was die
ökonomischen Grundlagen dieser Idee sind. Aber während andere schlaue
Köpfe sich in wissenschaftlichen Definitionen ergehen nimmt Bishop
einen Stein und fügt ihn seinem Castle hinzu. Er wird noch einige
Jahre brauchen bis er wirklich fertig ist. Ich drücke ihm die Daumen,
dass er es zu Lebzeiten schafft.
Ein Mann mit einer Idee, fleißig,
unbeugsam, kompromisslos – und eine wenig irre.
Mehr Fotos in den
Links unten:

Bishop's Castle
Address: 12705 CO-165, Rye - Beulah, CO
Directions: I-25, turn west at highway 165 going through Rye or
Colorado City approximately 27 miles to Bishop Castle.
Hours: Daylight hours. (Call to verify)
Phone: 719-485-3040
http://sangre-de-cristo.com/westcliffe/visitors_guide/Bishops_Castle.htm
http://www.fremontcounty.us/bishop-castle.htm
http://www.stevegarufi.com/bishopcastle.htm


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