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Robin Renitent 18. Mai 2007

   

 

We seem to have overcome

Soviet fascism, though the heirs

of Nazi-fascism live; but the biggest threat

to freedom lies

in Islamic fascism.

 

  Freedom is not

self-evident. 

 

We are at war – and we have to defend ourselves. 

 For the sake of

our children.

 

   
 

Traumatisiert

Ich bin völlig traumatisiert, wenn  ich sowas lese. Deshaln kann ich nicht anders und muß mich äußern:

Ich habe meine Familiengeschichte geschrieben. Sie beginnt 1632 (mit dürren Fakten), ab 1726 ist sie nahtlos. Insgesamt habe ich 1682 Familienmitglieder (verstorbene und lebende) ausfindig gemacht. Bis 2003 ist der Stammbaum lückenlos, ausgedruckt (Druckerei) 9 Meter lang und 1,20 m breit. Alle Familiendocumente wurde gescannt und auf 14 DVD gebrannt und in Einschüben hinzugefügt. 4 Bücher, 2700 Seiten, 6,5 kg schwer. Alles Familie pur. Titel: „Die Geschichte meiner Familie von 1726-2003“.

Ich kann also, was Tragödien betrifft mitreden. Traumatisiert war in meiner Familie keiner. Psychologische Hilfe musste niemand in Anspruch nehmen. Konnte niemand in Anspruch nehmen, weil es keine Psychologen gab. Man hatte sich zusammenzureißen und sich den existenziellen Notwendigkeiten zu stellen. Weder mein Ur-Ur-Ur-Ur-Großvater, noch meine anderen Großväter, noch mein Vater haben einen Großmarkt abgefackelt, einem Innenminister vorgeworfen „er hätte sie allein gelassen“ und nicht Händchen gehalten. Die Aufbauleistung und die erwirtschafteten Steuern haben es erst möglich gemacht inzwischen 2 oder 3 Generationen von staatsbezahlten Psychologen und Gutachtern anzufüttern und zu unterhalten die Traumata finden um sie therapieren zu können. Etliche meiner Großväter und Onkel waren Anwälte. Es ist mir unvorstellbar, dass ihre Argumentation die eines Herrn Manfred Gnjidic gewesen wäre.

Blicken wir mal zurück in die Tragödien die meiner Familie. Die X stehen für den Nachnamen meiner Vorfahren:

"Der Bürgermeister Karl XXXXXXX scheint ein angesehener Rechtsanwalt in Stettin gewesen zu sein. Sein Vermögen mehrte sich. Er legte sein Geld auf Hypotheken in Gütern und Häusern an und besaß drei Häuser in Stettin. Die Zeiten aber waren dunkel. Preußens Niedergang bedrückte alle Bürger aufs Äußerste, als die Franzosenherrschaft sich immer weiter ausdehnte, eine Festung nach der anderen durch Verrat und Schwäche fiel, da nahte auch der alten Stadt Stettin das traurigste Verhängnis. Stettin wurde bald nach der Kapitulation von Prenzlau einem französischen Heerhaufen von ungefähr 800 Mann, von dem sehr alten Kommandanten Romberg schmählich, ohne den geringsten Widerstand zu versuchen, übergeben. Als die Franzosen durch das Berliner Tor einrückten, rissen preußische Offiziere den, hinter den Franzosen reitenden, Romberg vom Pferde und so wurde er vom Tode durch Franzosen gerettet. Romberg wurde später kriegsgerichtlich kassiert und soll in Frankreich gestorben sein. Das Gerücht ging, er habe dort vom Judaslohn für die Kapitulation gelebt.

Bürgermeister XXXXXXX hatte im Winter 1806 -1807 mit einem in Stettin garnisonierenden holländischen Stabsoffizier und mehreren Bürgern den Plan entworfen, Stettin wieder in preußische Hand zu spielen und es waren Verbindungen mit den hinter der Oder stehenden Biela’schen Husaren angeknüpft. Der Plan wurde verraten. Ehe die Franzosen sich aber der Beteiligten bemächtigen konnten, war der holländische Offizier in voller Uniform auf die französische Kommandantur gegangen und hatte alle Papiere, die auf das Komplott hinwiesen, genommen und in dem Kamin verbrannt. Er war entkommen. Die Franzosen hatten soweit keinen Anhalt über die Beteiligten, a Jabot 26
verhafteten aber zunächst den Widerspenstigen Bürgermeister XXXXXXX, von dem sie nicht zu Unrecht annahmen, daß er bei der Sache beteiligt gewesen sei. In der Nacht wurde die Tür eingeschlagen, französische Dragoner mit geschwungenem Säbeln drangen ein. Der Hausherr wurde aus dem Bett gerissen, im Hemd die Treppe hinuntergetrieben und weggeführt. Die Seinen kannten sein Schicksal nicht.

Der siebenjährige Sohn Herrmann Benedictus erinnert sich genau dieser Nachtszene an der Treppe des alten Hauses in der Marienstraße. Der Anschlag des Bürgermeisters war verraten worden. Franzosen waren in der Nacht durch den Kommandanten eingelassen, die Festung Stettin übergeben worden, und die Franzosen hatten sofort die „Rebellen“ verhaftet. Napoleon, damals immer nur Monsieur Bonaparte genannt, war wütend. Er verurteilte sofort den kleinen „krausköpfigen Advokaten“ zum Tode. Derselbe sollte erschossen werden. Es ist nicht dazu gekommen. Im Gefängnis verfiel der Bürgermeister XXXXXXX in hitziges Fieber und wurde nur herausgelassen, um am 15. September 1807 zu sterben.
Und weiter geht es mit meiner Urgroßmutter vor 5 Generationen:

Dorothea war eine sehr schöne Frau, groß und schlank, blond und blauäugig. Sie trug meistens weiße Kleider, wie es damals Sitte war, und schwärmte für Jean Paul11. Im Kreise der Freunde wurde viel musiziert und Dorothea sang und wurde sehr gefeiert. Sie hat 6 Kindern das Leben geschenkt, von denen 2 Söhne früh starben. Nach 10jähriger Ehe naht das dunkle Schicksal. Der Plan ihres Mannes, des Bürgermeisters von Stettin, die Stadt vor dem Zugriff der französischen Truppe zu retten, wird verraten, er wird ins Gefängnis geworfen, erkrankt dort schwer und stirbt in seinem Hause am 15.09.1807. Sein Rechtsanwaltsbüro ist zerstört, die Häuser mit Einquartierung belegt, es fehlt an allem Nötigen. Da zieht Dorothea mit ihren 3 kleinen Mädchen zu ihren Geschwistern nach Hinterpommern; der 7 jährige Sohn Herrmann Benedictus kommt in Pension zu Herrn von Puttkamer, dem Freund ihres verstorbenen Mannes, aufs Land.

Nach einigen Jahren kehren die Flüchtlinge nach Stettin zurück. Dorothea bekommt im Johannis -Stift eine kleine Wohnung für sich und die 3 Töchter; Hermann Benedictus wohnt bei seinem Vormund. 1813 naht die Befreiung, aber Frauen und Kinder werden wieder ausgewiesen. Diesmal dauert die Verbannung nicht so lange, aber das Leben in dem Verwüsteten Stettin war schwer. Die Kinder wuchsen heran, die 3 schönen Töchter hießen die „Rosen von Stettin“. Franziska macht der Mutter viel Sorge mit ihrer frühen Ehe und der Scheidung, die dritte Tochter war ein schwieriger, später kranker Mensch. Ihrem Sohn Herrmann Benedictus nahm Dorothea die schwarz-goldenen Bänder weg, als er Student war, und verbrannte sie, weil viele Studenten verhaftet und zu Festung verurteilt wurden."


Die geschichtsbedingten Familientragödien finden dann ihre Fortsetzung im deutsch-französischen Krieg 1871. Mein Großvater kom mt schwer angeschlagen zurück. Auch er ist Anwalt und Wirklicher geheimer Ober-Justizrat a, Oberlandeskulturgerichtsrat, hat zahlreiche Kinder und nimmt sofort seine Tätigkeit wieder auf.

Dann kommt der 1. Weltkrieg. Er schlägt tiefe Wunden in unsere Familie, von 3 Söhnen fallen 2 in den großen Materialschlachten in Belgien. Ich will nicht langweilen und in Details gehen, aber für die Familie war es schrecklich.

Auch der zweite Weltkrieg hinterlässt seine Spuren. Der verwandtschaftlich mir nächste und damit für die Familie spürbarste Verlust ist mein Großvater. Er wird, als Volkssturmmann, 3 Tage vor Kriegsende, in Biesdorf bei Berlin aus einem Hinterhalt erschossen.

Mein Großmutter stand mit 3 halbwüchsigen Kindern allein da. Obwohl ausgebombt und bar jeder Mittel hat sie es mit eiserener Disziplin geschafft alle 3 Kinder studieren lassen.

Mein eigener Vater, sehr unter dem Verlust seines Vaters leidend, er war 17 Jahre alt zu der Zeit und Luftwaffenhelfer gewesen, machte sein Abitur nach. Die Familie war so arm, dass mein Vater Brennnesseln sucht um daraus Salat zu machen. Als er 1948 meine Mutter heiratete hatten sie für sich (und mich, ab 1949) genau 9 Mark Wirtschaftsgeld in der Woche. Meine Mutter kochte Eutersuppe.

Mir schwant fürchterliches. Werden die Traumen auch unsere Familie erreichen? Was, wenn ich meinem Sohn sein Nintendo wegnehme. Was, wenn ich meiner Tochter verbiete, ja was eigentlich? Was kann man heute noch verbieten? Sie werden sich als familiäre Folteropfer aufführen. Psychisch gefoltert vom Vater.

 

Ich kann froh sein wenn sie nicht einen Großmarkt abfackeln. Sollte das passieren bin diesmal ICH traumatisiert und werde staatliche Hilfe einklagen.

Abschluß: Vielleicht sollten wir es pädagogischer Weise mit Masri so machen, wie ich es mit meinen Kindern mache: Selbst den angerichteten Schaden in Ordnung bringen. Aber das wird Claudia und Konsorten nicht passen. Denn dieser Teil meiner Erziehung ist ziemlich autoritär und altertümlich. Vermutlich also wird Masri, nach erfolgter psychologischer Behandlung auf Staatskosten zum Feuerwehrhauptmann von Ulm (und um Ulm herum) gemacht.

 

Photo: Meine Mutter mit allem was wir besassen.

 
   

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