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Meine Begeisterung für
Politiker hält sich sehr in Grenzen. Geschwärmt habe ich noch nie für
einen, nicht mal als Jugendlicher. Allerdings habe ich mich von der
Zustimmungswelle für J.F. Kennedy mitreißen lassen. Und als er sich
zum Berliner erklärte war ich natürlich von den Socken. Aber das ist
lange her und 1963 war ich auch erst 14 Jahre alt, also wenn es den
wirklich nötig wäre, entschuldigt. Es ist aber nicht nötig, denn
Kennedy, bei allem was man ihm sonst nachsagt, und was uns als
Deutsche wenig zu interessieren hat, hat die amerikanischen
Sicherheitsgarantien für Berlin bekräftigt. Und obwohl erst14, darauf
kam es mir an. Und darauf kam es überhaupt an. Die nächste Generation
dankt den Amerikanern ihr Engagement schlecht, und Dankbarkeit war
noch nie der Deutschen hervorstechende Eigenschaft.
Doch zurück zu den Politikern. Es gab dann im Laufe meines Lebens ganz
gelegentlich mal eine politische Persönlichkeit der ich meine Achtung
nicht versagen konnte. Aber genau besehen, war das im Gestern, also in
der Vergangenheit. Heute sehe ich keinen Politiker in Deutschland dem
ich auch nur ein Mindestmaß an Achtung zu erweisen bereit wäre.
Jedenfalls nicht in der vorderen Reihe. Vielleicht gibt’s ja wo
versteckte Perlen die ich nicht kenne. Es ist also eher das Gegenteil
der Fall, der überwiegenden Mehrheit würde ich nicht mal die Hand
schütteln. Im Ausland, so weit mir bekannt, sieht’s nicht wesentlich
anders aus. Nun kann das ja auch daran liegen, dass man älter wird und
die Begeisterungsfähigkeit abnimmt. Es wäre eine Entschuldigung. Für
mich. Aber meine Frau lässt die nicht gelten. Die glaubt ich wäre
immer noch von ihr schwer begeistert, womit sie recht hat, und auch
Rachmaninoff würde mich jedes Mal aus dem Sessel reißen. Aber das
gehört alles nicht hierher. Ich habe es auch nur erwähnt weil ich im
Grunde durchaus begeisterungsfähig bin.
Also schaue ich mich weiter um und suche, denn wer sucht der wird auch
finden. Und siehe da, es gibt einen der mich begeistert. Oder sagen
wir besser, der mich begeistern könnte, was genau heißt ich drücke ihm
die Daumen, unterstütze ihn und glaube auch (im Moment wenigstens)
was
er sagt. Das will bei mir viel heißen. Ich bin dem Mann natürlich nie
begegnet, aber er wäre der, der Einzige, bei dem ich eine Begegnung
für sinnvoll hielte.
Die Rede ist von Ron Paul. Den kennt man in Deutschland natürlich
nicht, aber wer sich politisch interessiert kommt an dem Mann nicht
vorbei. Ron Paul ist ein amerikanischer Kongressmann und es lohnt ein
Blick auf seine Vita. Da ich zu faul bin das jetzt um 11.30 zu
übersetzen, verweise ich mal auf Wikipedia. Es lohnt. Hier ist seine
Webpage und hier noch weitere
interessante Links. Was nun ist an dem
Mann, außer das er wirklich sympathisch ist, besonderes? Er ist
Libertärer, durch und durch, mit dem zweimal „durch“ meine ich, er hat
zur Wirtschaft die richtigen Einsichten und trifft machbare Aussagen.
Natürlich ist er Republikaner, denn auch wenn die klassischen
libertären Wurzeln hier in Amerika verankert sind und die Libertären
die drittstärkste politische Kraft sind, könnte man als libertärer
Kongressman natürlich in dem (im Wesentlichen) Zweiparteiensystem
wenig bis nichts bewegen. Es ist also gut für Ron Paul aus
pragmatischen Erwägungen für die Republikaner ins Feld zu ziehen, aber
das Herz bei den Libertären zu lassen.
Kommen wir nun zu den Wesentlichen Gedanken Ron Pauls die wir teilen
und auf die wir mit eigenen Worten häufig und ausführlich auf diesem
Blog hingewiesen haben. Das Gute an Pauls Analyse ist die
übersichtliche Zusammenfassung, die ausschweifende Essays ersetzt und
auch deren Logik sich auch dem Laien sofort erschließt. Sollten Sie
der Ansicht sein, dass uns Deutsche das alles nicht betrifft halten
Sie lieber den Mund und protzen sie nicht lauthals mit Ihrer Dummheit.
Es betrifft uns seht wohl. Und wenn ich uns sage meine ich vor allem
Sie und mich. Mehr allerdings Sie, es sei denn Sie haben sich auch
schon mal früher Gedanken gemacht und sich mit der Materie
beschäftigt.
Synopsis Part 1
• Ron Paul is pessimistic about the economy.
• We have been living on borrowed money and borrowed time.
• People are deceiving themselves over the idea of a soft landing.
• There is so much malinvestment and monetary inflation that it will
translate into price inflation and a weak economy.
• Conditions are much worse than the 70's.
• Stagflation is back and the extreme of that will be an inflationary
depression.
• Whether or not we reach that stage is yet to be determined but we
are in for some very serious times.
• In these conditions paper assets will be the worst assets to hold
and hard assets the best investments.
• In politics we have lost respect for the rule of law and we don't
follow the constitution and that has gotten us into trouble.
Synopsis Part 2
• When it comes to the Fed he is hoping to make inroads on
transparency.
• Bernanke talks about transparency but the first thing he did was
take away M3 reporting hiding what the money supply is doing.
• No concern in Congressional committees about the lack of
transparency.
• But the private sector has reconstructed M3 and that is good.
• Our currency is based on an illusion and a false sense of trust that
will eventually be lost.
• The basis for the dollar was totally destroyed in 1971.
• Believe it or not there are still members on the banking committee
that believe the US dollar is backed by gold.
• The market will eventually take over and asset itself.
• Right now the US is still running its economy, welfare, and warfare
on borrowed money created out of thin air.
• The debt eventually gets so high it is not repayable. We are at that
point now.
• Bernanke thinks the great depression happened because we did not
print enough money when the cause was the Fed printing too much.
• The dollar has been under attack ever since Bretton Woods.
Synopsis Part 3
• At some point there is going to be a major economic event, we just
can't say when.
• He will be surprised if it is not in the next five years.
• We are certainly closer today to that event than we were 30 years
ago.
• Economically the US is a house of cards with no foundation.
• The idea that the Fed can keep the stock market together an
illusion. The market is more powerful than bankers and the Nikkei has
proven that over the last 17 years.
• The internet is valuable because that is where the information
people need to know is circulating.
• Americans today will not give up their guns, their gold coins, and
the internet. If freedoms are not lost that will get us through.
(geklaut, quatsch -
eigenmächtig entliehen auf dieser sehr lesenwerten Seite
Minyanville)
Da die meisten Menschen
kaum sich kaum mehr als 1 Minute konzentrieren können und dann bereits
überfordert sind, sollten Sie hier schon etwas Geduld aufbringen!
Es geht also nicht um
Verschwörungstheorien, Kaffeesatzlesen und Spökenkiekerei. Es geht um
knallharte Fakten und deren Analyse. Ich habe nicht den Eindruck, dass
das bisher bei allen angekommen ist.
Zurück zu den Politikern, nein, die hatten wir schon. Also zurück zu
einem Politikmenschen wie Ron Paul. Was übrig bleibt ist seine
Weitsicht, seine Kompetenz, seine Unkonventionalität. Im staatshörigen
und sozialismusbegeisterten Deutschland hätte ein Ron Paul kaum eine
Chance. Ob er sie in Amerika hat wird sich noch beweisen müssen. Aber
die Zustimmung für ihn ist groß. Und die, die ihn Tragen sind
die
Dümmsten nicht.
Es ist also nicht automatisch ans Älter-…ääh. Reiferwerden gekoppelt:
der Verlust der Begeisterungsfähigkeit. Nein, selten, aber eben doch
kann man Begeisterung auch für einen Politiker empfinden wenn er denn
klar und wahrhaftig zu formulieren versteht, seine Machtgeilheit ihm
nicht aus den Mundwinkeln tropft und er sich nicht populistisch beim
Geschenkeverteilen austobt. Selten sind sie, sehr selten, die so sind.
Aber – es gibt sie. Noch!
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