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Robin Renitent18. März 2007

   

 

We seem to have overcome

Soviet fascism, though the heirs

of Nazi-fascism live; but the biggest threat

to freedom lies

in Islamic fascism.

 

  Freedom is not

self-evident. 

 

We are at war – and we have to defend ourselves. 

 For the sake of

our children.

 

   
 

Gewissen nach Bedarf

Ich hatte nicht nur die Gnade der späten Geburt, sondern auch die Gnade der Geburt am richtigen Ort. Westberliner Jungen mussten nicht zur Bundeswehr; der Viermächtestatus bewahrte sie davor. Die westliche Seite hielt sich daran, Ostberlin nicht: So weit so schön, und der einzige Kontakt zu einer Armee war denn meine ganze Kindheit und Jugend auch eine Freifahrt in einem Mannschaftspanzer der Franzosen nach dem deutsch-französischen Volksfest am Kurt-Schumacher-Damm. Als die ersten Bundeswehrsoldaten und Offiziere nach dem Fall der Mauer nach Berlin kamen nahm ich sie erstmals richtig wahr. Allerdings auch nur im Theater des Westens. Dort stolzierten sie, passend zum Operettenhaus, in grauen Uniformen umher. Uniformen haben mich immer zum Lachen gereizt und Männer in einer Uniform kamen und kommen mir immer irgendwie albern und eitel vor.

Aber das sind Äußerlichkeiten. Mein Großvater wurde als Volkssturmmann 3 Tage vor Kriegsende in Biesdorf bei Berlin erschossen. Und der zweite Weltkrieg hat auch in unsere Familie schmerzhafte Schneisen geschlagen. Noch schlimmer war der erste Weltkrieg, hier fielen hoffnungsvolle Jungen unserer Familie gleich reihenweise. Insgesamt kann einem jungen Menschen alles militärische da nicht sonderlich attraktiv erscheinen und meine Freude darüber, eben nicht zum BUND zu müssen war echt und tief.

Als es zu den ersten, noch kinderhaften, später jugendlichen Überlegungen einer Berufswahl kam, ventilierte ich natürlich vieles durch. Soweit es was mit Uniform zu tun hatte, vom Postboten bis zum General war ich schnell mit mir einig. Meiner Erinnerung nach bereits nach wenigen Wochen, war mir eins klar. In eine Uniform wollte ich nicht gesteckt werden, noch wollte ich sie freiwillig anziehen. Es kam mir unindividualistisch vor und das Tragen machte die Masse Mensch in meinen Augen noch gleicher. Es eliminierte die Persönlichkeit schlechthin.

Als ich mich dann eher mit den Inhalten als mit den Äußerlichkeiten der betreffenden Berufe auseinandersetzte, wurde mir noch mehr klar: Uniformberufe liegen mir nicht. Und später hatte ich, bis heute, Probleme zu verstehen wie Menschen bestimmte Aufgaben, die zur Pflichterfüllung ihres Berufes gehören, mit ihrem Gewissen vereinbaren können. Solche Fragestellungen hatte ich zum Beispiel bei Demonstrationen. Wie konnte ein Polizist, z.B., Demonstranten verprügeln, also im Auftrag des Staates handeln, wenn er innerlich möglicherweise die Positionen des oder der Demonstranten teilte?

Inzwischen ist mein bester Freund Polizist. Er ist Polizeioffizier in Moskau und ein menschlich herausragende Persönlichkeit. Ich weiß, das er diesen Weg gewählt hat um seine Frau und seine Kinder abzusichern. Ich akzeptiere das natürlich, aber ich vermeide auch weitere intensive Grundsatzdiskussionen um unsere Freundschaft nicht zu verschatten. Es würde ja auch nichts bringen.

Es bleibt für mich die Frage weswegen ich dieses Posting schreibe:

Kann man Soldat in der Bundeswehr sein und sein Gewissen partionieren? Kann man sich für die Bundeswehr entscheiden, also eine Armee, eine Einheit, die, in letzter Konsequenz, zum Kämpfen da ist (und nicht zum Brückenbauen), die den Auftrag hat das (Vater-) Land und die Freiheit seiner Einwohner zu verteidigen, auch wenn diese Freiheit am anderen Ende der Welt verteidigt wird? Man kann, und ich verstehe das und halte es auch für notwendig. Ich komme da auch nicht in Konflikt mit libertären Positionen. Denn es spricht nicht, ich habe das schon früher geschrieben, gegen libertäre Haltung, wenn man sich, auch präventiv, selbst verteidigt. Oder die, die einem teuer sind, die Gemeinschaft, ja das „Volk“.

Wer sich also entscheidet zur „Armee“ zu gehen, sollte sich dieser Konsequenz bewusst sein. Es ist ja nicht mehr so, dass ein Monarch seine langen Kerls aussucht und in die Armee presst. Wer heute in der Bundeswehr dient hat alle Bürgerrechte und eben noch einige mehr. Sich auf sein „Gewissen“ berufen zu können und seine Bezüge weiter zu erhalten bietet kaum eine Firma. Ich kenne keine. Wer zur Firma nicht passt wird, zurecht, gefeuert. Der Bürger hat also die Wahl sich auch innerlich für die Armee seines Landes zu engagieren. Oder eben nicht.

Diese Gewissensfragen stellt sich ein erwachsener Mensch eigentlich bevor er eine solche Lebensentscheidung herbeiführt. Tut er das nicht, fehlt ihm die Reife. Das die Reife heute durch Richterspruch ersetzt werden muss ist nicht neu, aber die erneute Erkenntnis umso deprimierender. So hat denn der klagende Soldat meine ganze Antipathie. Und die Richter die das Urteil gefällt haben auch. Wer sich eine Uniform anzieht und einem Verein beitritt hat seine Ziele zu übernehmen. Oder er bleibt draußen. Im Falle des Oberstleutnants kann ich zwei Dinge unterstellen. Entweder er ist bein Drückeberger, der, via Gewissen, eine elegante Möglichkeit gefunden hat sich versetzen zu lassen, oder aber, und darauf tippe ich, er ist jemand der seine politische Position via Gericht in die Öffentlichkeit drücken will. Das sichert ihm zumnidest eins: Aufmerksamkeit.

Die Sicherheit eines staatsbezahlten Jobs haben, es sich wohlsein lassen, frei von der Hektik die der freien Wirtschaft eigen und dann seinem Arbeitgeber den Stinkefinger zeigen und sich auf sein „Gewissen“ berufen ist nicht. Das Gewissen ist ja schließlich kein Kissen, das man bei Bedarf aus der Bettkiste zieht.

Eine Rechtsprechung die das Selbstverständnis und die Wehrfähigkeit durch solche Irrsinnsurteile von innen aushöhlt, kann sich nicht wundern, wenn sie eines Tages nicht mehr Recht sprechen kann.

 

Man stelle sich diese Frage in Israel vor....

______________________________________________________________________

http://www.arlesheimreloaded.ch/article/legale_meuterei_in_der_Bundeswehr

http://www.politicallyincorrect.de/2007/03/die_bundeswehr_die_wahrscheinl.html#more

http://www.nzz.ch/2007/03/17/al/articleF0R7B.html

 
   

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