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Meiner
ist der Längste
Geld spielt keine Rolle. Denn das Geld
für den Bau der
Europäischen Zentralbank wurde ja nicht durch Arbeit verdient.
Die
EZB
wirtschaftet zwar autark, bekommt aber ihre Manövriermasse von den
einzelnen EU-Mitgliedsstaaten. Und es ist also nicht das eigene
Geld, sondern das Geld der europäischen Bürger. Aber die, die
bauen, sie erhoffen sich in die Geschichte (naja, die Bankgeschichte)
einzugehen, sich, wenn schon nicht unsterblich zu machen, so doch
wenigstens auf einer Bronzeplakette im Eingangsbereich sichtbar
verewigt zu werden. Der bisherige
Eurotower in
Frankfurt mit seinen 148 m Höhe ist ja auch zu popelig. Der
neue Bau, und da wären wir sowohl beim Geld wie bei der Höhe, soll
eine halbe Milliarde Euro kosten und 180 Meter hoch sein. Und
weil doppelt besser hält, bzw. mehr beeindruckt, sollen es gleich 2
Türme werden.

2012 soll das alles fertig sein, zwei sich liebevoll
umarmende Türme, Arbeitsplatz für 2300 ganz wichtige Mitarbeiter und
natürlich terrorgeschützt. Dabei droht diesem Babylonischen
Turm wahrscheinlich weniger Terror als der Kollaps. Es gibt
nämlich einen Zusammenhang zwischen dem Streben nach Höhe und dem
inhärenten Größenwahn und einer Phase wirtschaftlicher
Rezession oder Depression. Es gibt zahlreiche historische
Beispiele dafür, zum Beispiel das
Manhattan Life Insurance Building, das erste Gebäude mit über
100 m Höhe, das 1891 in Euphorie begonnen wurde, aber 1894 nach dem
Zusammenbruch des Aktienmarktes in einer Phase der Depression
vollendet wurde. Seither haben wir einen Wettlauf um die höchsten
Gebäude der Welt. Oft endete deren Fertigstellung entweder in einem
wirtschaftlichen Desaster oder in einer Phase wirtschaftlicher
Depression oder nach einem Crash. Auch jahrelange Leerstände waren die
Folge. Dennoch der Wettlauf ist ungebremst und ob das „Burj
Dubai“ mit 705 m das Ende der Fahnenstange ist kann man noch
nicht absehen. (ein Lesebefehl:
Babylon und Börsenboom)
Projekte wie die in Dubai, die um die 20 Mrd. kosten, zum Vergleich
der deutsche Verteidigungshaushalt macht etwa 24 Mrd. Euro aus, sollen
eine Investition in die Zukunft sein. Aber was ist Dubai, wenn das Öl
versiegt? Sand, nicht als Sand, und neuerdings viel Beton.
Doch zurück zur
EZB. Die
verbaut nur eine halbe Milliarde und auch nur 180 m hoch. Natürlich,
würde man die 2 Türme aufeinander stellen wären es auch 360 m. Ich
glaube nicht das die Zweiturmlösung sowas wie Bescheidenheit
vorgaukeln soll. Aber ich glaube, und daran glaube ich fest, dass die
Europäische Union auseinander fallen wird. Nicht morgen früh
natürlich, aber auch nicht erst in 100 Jahren. Sondern in einer
nahen und noch erlebbaren Zukunft. Denn die Geschichte lehrt, das
Kunstgebilde dieser Art keine Überlebenschancen haben. Jedenfalls dann
nicht, wenn es zu Krisen kommt.

Das es zu einer solchen Krise kommt, ist so sicher wie das Amen in
der Kirche. Alle Anzeichen deuten bereits jetzt darauf hin und
ernsthaft erwarten kann man einen Zusammenbruch des
Weltwirtschaftssystems bereits in nächster Zeit.
Jeder Regierung wird zunächst das eigene
Wohl am nächsten sein. Geld, um eine von den Bürgern nicht
gewollte übernationale Institution zu unterhalten, wird man, schon
mangels Masse, nicht mehr aufbringen können. Und, wenn das Fiat Money
gerade noch dazu gut ist die feuchten Schuhe zu stopfen, oder, weil
billiger, als Brennmaterial, den Ofen zu befeuern, wird auch keine
Regierung mehr ein unterstützendes Interesse daran haben Mittel
für die EZB bereit zu stellen.
Bis 2012 ist eine lange Zeit. Nicht im geschichtlichen Rückblick sind
5 Jahre viel, aber in einer finanz- und marktpolitischen Vorschau
durchaus. Bei den Unwägbarkeiten denen sich die Weltwirtschaft
ausgesetzt sieht, bei den, im Bereich des Wahrscheinlichen liegenden
absehbaren präventiven Militärschlägen, die finanziert werden
müssen, für deren Finanzierung aber kein anderer Gegenwert als
wertloses Papier, zwar nachdruckbar, aber eben wertlos, zur
Verfügung steht, ist es realistisch anzunehmen, das Frankfurt über
Jahrzehnte eine Skelettskulptur zieren wird.
Die braucht man denn auch nicht vor Terrorattacken zu schützen,
weder durch Betonklötze, dicke Bäume oder Gräben.
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