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Robin Renitent29. Januar 2007

   

 

We seem to have overcome

Soviet fascism, though the heirs

of Nazi-fascism live; but the biggest threat

to freedom lies

in Islamic fascism.

 

  Freedom is not

self-evident. 

 

We are at war – and we have to defend ourselves. 

 For the sake of

our children.

 

   
 

Zum Wohle aller ?

Eigentlich wollte ich als absoluter Nichtraucher etwas über das drohende Rauchverbot schreiben. Aber dann vernebelte mir der Qualm der Erinnerung das Hirn:

Wann setzt das Gefühl ein älter zu werden? Mit 7, wie bei meiner Tochter, die sich freut, dass sie nicht mehr 6 ist? Oder mit dem Schritt in die Volljährigkeit. Dann wenn man zwar ein Auto lenken kann, aber keinem über 30 traut. Oder wenn man das erste Kind in den Armen wiegt? Oder das erste Enkelkind? Vielleicht auch, wenn man nicht mehr so schnell aus dem Sessel kommt, längere Aktivitäten der Frau oder Freundin nötig sind um Härte zu erzeugen oder man von ersten gestorbenen Klassenkameraden hört?

Ich glaube Älterwerden fängt an, wenn man in die belächelte Sprüche der Großeltern übernimmt. Besonders diesen: „Früher war alles besser.“

An diesem Spruch und dem damit verbundenen Empfinden gemessen, werde ich tatsächlich älter. Aber es ist nicht die Rückbesinnung auf die subjektiv empfundene gute alte Zeit, es ist die objektive Analyse dessen was noch vor wenigen Jahren möglich war, wo es Freiräume gab, was erlaubt oder zumindest machbar war. Vielleicht gab es diese Spielräume individueller Freiheit nicht in Kötzing oder Unteruhldingen. Dann aber nicht auf Grund restriktiver Verbote, sondern mangels Möglichkeiten oder mangels Angebot. In Berlin gab es sie.

Klar es gab schon früher durchgeknallte Staatsanwälte, wie den Namens Finger in Berlin, der „Je t'aime... moi non plus“ von Jane Birkin verbieten wollte und alle Platten aus dem Handel zog. Solche Spinner gab es schon immer, die mit ihrem missionarischen Eifer, zum Wohl des Bürgers glaubten eingreifen zu müssen. Entweder schützten sie unsere Moral oder unsere Gesundheit, oder Beides. Wenn ich das schon höre: „Zum Wohl…“, dann ist es immer klar, es ist nicht zu meinem Wohl. Und zu dem Ihren auch nicht.

Oder die bodenlos freche Bemerkung eines subalternen drittklassigen Mitarbeiters der Reinickendorfer Bauaufsicht, der mir meinen Regenschutz über der Hintertür als Vordach deklarierte, für das eine Baugenehmigung einzureichen sei. Meinen Hinweis, das nur ich dort ein- und ausgehe, also nur mir das lächerliche Dächlein auf den Kopf fallen könne, abschmetterte mit der Feststellung: „Der Staat hat den Einzelnen vor sich selbst zu schützen!“ Welch eine Anmaßung. Sowohl sachlich falsch, als auch weder durch Gesetze noch Rechtsprechung gedeckt. Außerdem habe ich mit dem Staat keinen Schutzvertrag geschlossen.

Objektiv gesehen gab es vor 30 Jahren tatsächlich mehr Freiräume. Gegenüber dem Theater des Westens gab es Peepshows, nach dem Alter der Girls wurde nicht so genau gefragt, was für die Mädels Möglichkeiten bot und für die Spanner auch. Man konnte im Tiergarten übernachten, ob als Penner, als Abenteurer oder als „Spätheimkehrer“. In der U-Bahn wurde man nicht alle naselang kontrolliert, in der S-Bahn konnte man richtig knutschen oder mehr. Wenn man sich manierlich anzog, also Schlips und Kragen hatte, konnte man mit 16 bis morgens in nem Nachtklub bleiben, oder in Käpt’n Bilbos Hafenspelunke und über Politik philosophieren. Die Luft konnte man schneiden, als Nichtraucher konnte man sich vergiften. Es gab keine Warnhinweise, man war nicht versichert. Man konnte Verträge auf Bierdeckel unterschreiben und einen Anwalt brauchte man überhaupt nicht, oder nur wenn man „echt Scheiße“ gebaut hatte oder sich (mal wieder) scheiden lassen wollte. Man kann das endlos weiterführen.

Es gab also Autoritäten die Regeln erstellten: Zunächst die Eltern, dann ein Rahmenwerk, naja halbwegs durchgesetzt ("kein Verkauf von Spirituosen an Jugendliche unter…"), die Polizei die Streife fuhr, sonst aber nur kam wenn man sie rief. Man konnte bei Hütchenspielern sein Geld verlieren, auf dem Pflaster Bilder malen, auf den Stufen der Gedächniskirche sitzen und gammeln. Man hatte vielleicht ein Hausratversicherung und wenn’s hochkam noch eine Haftpflicht, aber man sicherte sich trotzdem nicht ständig ab. Man konnte mit 17 nach Paris fliegen und am Abend zurück sein. Tickets gab’s in Tempelhof. Man schob der Kassiererin im Beate Uhse Kino an der Joachimstalerstr. einen „Fünfer“ extra zu und konnte Lasse Brauns „Body Love“sehen und die tolle Musik von Klaus Schulze hören. Nachts lag man im Bett und hörte den verrauschten Soldatensender 904 und lachte sich kringelig über die Sprechweise der Kommunisten von den „Bonner Ultras“.

Die, die „Bonner Ultras“ erstellten die Lehrpläne nach denen wir demokratisch erzogen wurden. Als sich mit dem Wort Demokratie noch der Geruch des Wertvollen verband und der Glaube an die Mitwirkung des Volkes an Entscheidungsprozessen noch vorhanden war.

Das war früher. Man konnte entscheiden. Man war für sein Tun weit gehend selbst verantwortlich. Und wenn man besoffen auf die Fresse fiel, tat es weh. Aber man verklagte nicht den Getränkehersteller, die Straßenbaufirma wegen der unebenen Wegeplatte, oder den Barbesitzer. Es gab das Wort libertär nicht und nur ausgesprochene Amerikafreaks, deren Begeisterung über Mickey Mouse oder Indianer hinausging, hatten schon mal was von Henry David Thoreau und Walden gehört. Dennoch ging es libertärer zu als heute.

Die, die nicht Lasse Braun sahen, sondern stattdessen darauf sannen wo sie braune Flecken bei ihren Eltern und Großeltern ausmachen konnten, wie sie die Elterngeneration schmähen konnten, machten auch was sie wollten und nutzten noch vorhandenen Freiräume aus. Sie machten auf Lasse legten Kommunen mit Matratzen aus, hielten „antiautoritär“ für Freiheit, überlegten wie man Freiräume für sich selbst erweitern konnte. Randale und Demos hielten sie für Klassenkampf. Gleichzeitig versuchten sie die „Befreiung der Massen“, die das gar nicht wollten. Einige waren da ziemlich konsequent und beendeten die Freiheit zu Leben von Leuten wie Ponto, Buback, Rohwedder, Schleier und anderen gnadenlos. Heute betteln sie um Freiheit und möchten begnadigt werden. Ihre Spießgesellen, die nicht so blöde waren zu morden, machten lieber auf Anwalt und sitzen heute im Bundestag, (Ströbele, Schily, etc. ) in den Universitäten, in den Verwaltungen oder in „Europa“. Andere halfen in Mittelamerika und probierten Dschungelsozialismus bei Ortega. Che als T-Shirt, Palituch am Hals. Identifikation mit Mord und Totschlag.

Und nun gleichen sie der geschmähten Elterngeneration immer mehr. Ihre Vorhaben, ihre Gesetze, ihre Erlasse und Verordnungen beschränken immer mehr die Freiheit. Sie entfernen den Bürger von Eigenverantwortung und befreien ihn vom Nachdenken. Sie etablieren erbarmungslos, aber zu unser „aller Wohl“, autoritäre Strukturen, autoritärer als sie zur Zeit ihres Aufbruchs je waren. Sie schaffen eine Diktatur des Wohls. Nicht eine nationalsozialistische Gesellschaftsordnung, wir sind auf dem Weg in schlimmeres: Eine europasozialistische Gesellschaftsordnung. Das "wir Deutsche", abgelöst von "wir Europäer".

Egalisiertes, systemkonformes Denken und Sprechen. „Nazi, Rassismus, Rechts“ als zur Worthülse verkommene Krücken bei der Feindmarkierung die die eigenen Reihen schließen soll. Europaweit. Wenn’s nicht klappt, noch hakt und stockt wird nachgeholfen. Mit Behörden und Gesetzen.

Nach den belächelten und noch als EU-Spleen abgetanen Erbsengrößen, der Normierung der Kondome, nun also die EU-Rauchverodnung. Wenn wir Deutschen nicht spuren, wird mit der EU gedroht. Wir werden schon auf Linie gebracht werden. Keine Sorge.

Nicht das mich Rauchluft nicht völlig fertig machen würde. Ich mir nach einem Kneipenbesuch die Unterwäsche vom Leibe reiße und unter die Dusche hopse und auch die Haare wasche. Ich Raucher nicht verstehen kann. Nicht verstehen kann wie man vor Gentomaten Angst haben kann, über Atomkraft diskutiert und dabei den Aschenbecher voll müllt. Dennoch, als Libertärer kann ich mich selber wehren, ausweichen, mein Grundstück von Rauchern freihalten oder auch nicht. Mich mit ihnen auseinander setzen, mich konfrontieren oder sie rausschmeißen.

Ich brauche dafür kein Gesetz. Keine nationales, keins von der EU. Denn ich will weder die deutschen Gesetzesbruthennen bezahlen, noch die EU-Gesetzesmacher.

Denn heute ist’s das Rauchverbot. Und morgen ?

Natürlich zu unser aller Wohl!

 
   

 

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Das ich noch mal Wernung für die Schwarzer mache  hätte ich selbst nie gedacht

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