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Ach
je, der arme "Baba"
Meine Sympathien für
Polizisten sind, sagen wir mal höflich, verhalten. Sehr
verhalten. Ich könnte mir nicht vorstellen Polizist zu sein und
es würde mir einen harten Schlagversetzen, wenn
mein Sohn
den Wunsch äußern würde Polizist werden zu wollen. Aber er ist erst 11
und die Gefahr das dieser Wunsch in ihm entsteht stufe ich als eher
gering ein.
Allerdings ist mein
bester Freund Polizeioffizier in Moskau. Und mein ehemaliger
Nachbar hier in Nordamerika war es auch. Wenn ich also nicht verstehen
kann was Menschen bewegt diesen Beruf zu ergreifen habe ich doch
andererseits keinerlei Umgangsprobleme mit ihnen. Jedenfalls,
und das sei ausdrücklich betont, privat.
Trotzdem hat der
Beamte, der gestern in Nauen bei Berlin einen Randalierer erschoss,
mein volles Mitgefühl. Und ich wünsche ihm, dass er das zwangsläufige
Ermittlungsverfahren und die sich ergebenden Konsequenzen einigermaßen
unbeschadet übersteht. Ich beziehe mich auf Artikel im
Spiegel und
Tagesspiegel. Unabhängig von der kriminaltechnischen
Untersuchung und ob der Beamte möglicherweise überzogen oder aus
subjektiver Notwehr gehandelt hat, bleiben, unterstellt das der
emotional abgefasste Artikel im Spiegel noch einige Fünkchen
Wahrheit enthält und der Tagespiegelbericht annähernd das Wesentliche
berichtet, einige Feststellungen und Fragen. Für mich, aber
vermutlich nicht nur für mich:
· Drei
Männer an schwerer Randale hindern zu wollen erfordert eine gehörige
Portion Mut!
· Was
bewegt einen Familienvater von 3 oder 4 Kindern nachts
Bushaltestellen und Telefonhäuschen zu zertrümmern?
· Mein
Bedauern über den Tod des Randalierers hält sich in Grenzen.
· Wie
kann es sein, dass die beiden anderen Tatbeteiligten, nach dem sie
einen Schaden im Wert von vermutlich etlichen tausend Euro verursacht
haben, nach dem Feststellen ihrer Personalien einfach laufen
gelassen werden?
· Zumindest
einer von den Beiden hatte ja, so die Presse, sich ebenfalls in
aggressiver und drohender Weise dem Polizisten genähert. Wie kommt es
das dieser Täter freigelassen wird?
· Ich
kenne Nauen aus eigener Anschauung, es liegt zwar schon einige
Jahre zurück, wieso aber gibt es in einer bekannten, war schon damals
so, Krawallgegend keine Prävention? Warum keinen Streifenwagen
wenn S-Bahnzüge eintreffen?
Ich höre schon das
Aufstöhnen gewisser Gutmenschenkreise. Dennoch, auch wenn ich
mich wiederhole:
· Hier
in Nordamerika macht man weniger Federlesen. Angriff auf einen
Polizisten (nahezu) unvorstellbar.
· Vandalismus
gibt es auch hier. Aber wenn schon jemand erwischt wird sieht er das
Tageslicht mal eine Weile vergittert. Nach 20 Minuten wieder auf
freien Fuß ist nicht.
· In
einer Gesellschaft in der man seine Familie mit Arbeit über Wasser
halten muss, und wenn es keine Arbeit gibt, sich mit Jobs und
Hilfsleistungen durchschlagen muss bleibt weniger Zeit für
Vandalismus. Was ich sagen will: Ich glaube fest daran, dass die
uferlose Alimentierung von Sozialschmarotzern solche
„Freizeitbeschäftigungen“ geradezu gebiert. Eine Hilfe zur Selbsthilfe
in Notfällen für eine begrenzte Zeit: JA. Aber eine
Daueralimentierung eines motivationslosen Prekariats: NEIN.
· Die
Gesellschaft wird von Asozialen (ja ich verwende das Wort
bewusst) gleich zweimal zur Kasse gebeten. Einmal in einer
fortgesetzen Daueralimentierung ohne Gegenleistung und ein
weiteres Mal bei der Behebung der Schäden.
· Es
ist bezeichnend, dass in den Mainstreammedien weder das Wort
Täter, noch Asoziale, noch Randalierer vorkommt. Stattdessen schreibt
man von Kumpels, die, und das ist ja entschuldbar, zumal wenn
man arbeitslos ist, angetrunken waren. Wer hat denn nicht schon mal
einen über den Durst gepichelt.
· Besonders
der SPIEGEL-Bericht (der arme "Baba") erweckt mal wieder den Eindruck,
als ob es wirklich nette Jungs waren, die Hoffeste, allenfalls eine
wenig laut, veranstalteten. Im Grunde eben akzeptable Nachbarn.
Jedenfalls in Nauen. Da ist halt immer was los.
Das sie
„Volkseigentum“ zerstörten, man verzeihe den Ausdruck, aber
schließlich liegt Nauen in der Ex-DDR, fällt da schon gar nicht
mehr ins Gewicht. Was sollten sie denn auch sonst machen? |