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Robin Renitent07. Februar  2007

   

 

We seem to have overcome

Soviet fascism, though the heirs

of Nazi-fascism live; but the biggest threat

to freedom lies

in Islamic fascism.

 

  Freedom is not

self-evident. 

 

We are at war – and we have to defend ourselves. 

 For the sake of

our children.

 

 

 

 

 

 

 

   
 

Zeitdiebstahl

Das Leben ist ein Kampf der müde machen kann. Es ist der Kampf um die Existenz, die Harmonie in der Ehe, die Kinder auf den richtigen Weg zu bringen. Beispielsweise. Jeder dieser Bereiche hat wieder Unterbereiche in denen ebenfalls gekämpft werden muss. Gegen den Chef oder den ignoranten Mitarbeiter. Die Steuerbehörde, den Hauswirt. Ohne Kampf geht es also nicht. Dennoch kann man festhalten, dass viele Kämpfe überflüssig sind und, neben Kraft und Nerven, vor allem eins kosten: Zeit.

Das Kämpfe Zeit kosten, Lebenszeit ist das wahrhaft tragische. Denn Zeit ist der nicht regenerierbare Rohstoff. Und viele der Zeit kostenden Kämpfe sind reine Schikanen. Beispiel? Die Steuererklärung. Das Ding ist eine Frechheit. Das sind die Kämpfe denen man kaum ausweichen kann. Kaum ausweichen heißt aber auch man kann, wenn man will, nicht immer, aber manchmal. Dem Kampf mit ihrer Ehefrau können Sie vielleicht nicht ausweichen, der Steuerklärung schon. Insofern können sie die aufgewendete und für Kämpfe sinnlos verplemperte Lebenszeit auf ein erträgliches Maß reduzieren.


Aber dann kommen andere Menschen und greifen in unser Leben ein. Versuchen uns ihre Vorstellungen aufzuzwängen. Der Abwehrkampf gegen diese Besitznahme unserer Zeit ist doppelt ärgerlich. Denn wir haben den Kampf nicht gesucht, wollen keine wertvolle Lebenszeit dafür vergeuden und müssen ihn dennoch bewältigen. Ich denke an politische Kämpfe. Die Zeit raubende ständige Abwehr der Ideen deren, die uns ungefragt beglücken wollen. Sicher, manche Zeitgenossen lassen das alles fatalistisch über sich ergehen. Aber wer seine Freiheit liebt und wem seine Lebenszeit etwas bedeutet setzt sich zur Wehr. Und das ist ein Kampf, der kostet eben Kraft und Zeit.

Unserer Urgroßeltern haben viel Lebenszeit verloren, 1914-1918 und in den Jahren danach, als sie ihre zerstörten Existenzen erneut aufbauen mussten. Noch schlimmer traf es unsere Großeltern, die, sofern sie den Krieg überlebt hatten, für sich und ihre Kinder völlig von vorne beginnen mussten. Auch die Generation unserer Eltern hatte ständig im Kampf zu bestehen. Mit dem Opfern ihrer Lebenszeit haben sie nicht nur ihre Existenzen wieder aufgebaut, sondern auch Deutschland.

Dann kam meine Generation. Sie bleibt mir ein Rätsel. Bis heute habe ich viele meiner Altersgenossen nicht verstanden. Denn unsere Generation zerfiel in 2 Gruppen. Die erste Gruppe wählte freiwillig den Zeit raubenden Kampf und versuchte unsere Freizeitgesellschaft umzukrempeln. Es sind ja nicht nur die einige Hundert RAF-„Kämpfer“, sondern etliche Zehntausend ihrer aktiven Unterstützer gewesen. Angetreten sind sie, aus meiner Sicht, als Freiheitsfeinde. Sie haben das, was mir (und nicht nur mir) Freiräume verschaffte und uns zusätzliche Lebenszeit und damit Lebensqualität versprach, zerstören wollen. Den Kapitalismus und das Schweinesystem wollten sie zerschlagen. Ohne von irgendjemandem darum gebeten worden zu sein. Von mir jedenfalls nicht. Die Zeit und die Kräfte die es verzehrt hat sich gegen diese Anmaßungen zur wehren ist ebenfalls unwiederbringlich verloren. Womit wir bei der 2. Gruppe wären. Der Gruppe derer, die die angerichteten gesellschaftlichen Schäden geradebügeln und mit Zeit raubendem Arbeitsaufwand finanzieren musste. Jawohl, sie musste es, andernfalls hätte die Gruppe der Gesellschaftsveränderer ihr Ziel erreicht. Das hat sie auch, finanzierst aber von denen die im und für den Kapitalismus arbeiteten.


Es war also sinnlos aufgewendete, oder besser verplemperte Zeit. Sowohl die Gruppe der linken Systemveränderer hatte nicht, jedenfalls nicht gewaltsam, ihr Ziel erreicht. Und die Gruppe der Freiheitsfreunde, die, die kein linkes, sondern ein selbstbestimmtes Leben führe wollte, hatte ständig Zeit aufzuwenden um sich gegen die linken Freiheitsfeinde zu wehren.

Der Kampf und die vertane Zeit unserer Großeltern und Elterngeneration währte nach den 12 Jahren Dunkelheit noch lange nach. Aber der Kampf gegen den freiheitsfeindlichen Einfluss der Linken währet nun schon 40 Jahre. Ein Ende ist nicht abzusehen. Die heutigen, linksbürgerlichen Linken, also die geistigen Kinder der militanten RAF-Aktivisten beweisen eine ausgesprochene Lernresistenz. Sie, können und wollen nicht begreifen, dass es immer noch Menschen gibt, die sich ihrem Gesellschaftsentwurf versagen, mit ihrer Ideologie nichts am Hut haben, und denen andere Lebensformen vorschweben.

Der Ausspruch von Inge Viett, einer besonders verbohrten Ex-Terroristenkuh:
„Natürlich bedauere ich. Ich bedauere, dass wir damals nicht besser waren, keinen Durchbruch erreicht haben“, als sie nach ihrem Bedauern für die Opfer der sinnlosen linken RAF-Gewalt gefragt wurde, spricht Bände. Die Wünsche der Menschen, ihre Zeit, ihre Freiheit ihr Leben autonom zu gestalten, interessiert nicht. Nicht die Bohne. Die Idee ist der Weg zum Ziel, was ist da der Mensch? Und immer noch ruft sie die Menschen auf „zum Widerstand gegen das „kapitalistische System“ und dazu, „immer einen Schritt weiter zu gehen, als erlaubt ist“. Was ist mit denen die das nicht wollen? Wollen gibt’s in diesem Weltbild gar nicht. Sie müssen wollen. In nichts, in gar nichts unterscheiden sie sich von den Nazis oder von den kommunistischen Genickschussakrobaten. Die Freiheit des Einzelnen ist für Menschen dieses Schlages nicht relevant.

Natürlich bleibt der Kern der mehr oder weniger Militanten klein. Die Kraft ist ihnen genommen, die RAF zerschlagen, 24 Jahre sind eine lange Zeit. Dennoch, die ideologische Saat die sie säten sitzt eingewachsen in fast allen Köpfen meiner Generation und, was besonders schlimm ist, in den Köpfen der Generation unserer Kinder. All die Ströbeles, die Roths, die Vollmers, Wieczorek-Zeuls, Ulla Schmidts und Comical Alis, die Großen, die Kleinen, sie die geistigen Kinder der RAF, sie alle sägen und sägen, nicht nur an unseren Nerven, unserer Zeit, sondern an den Festen unserer Freiheit. Täglich. Und stehlen uns die Zeit, die wir aufwenden müssen uns gegen sie zur Wehr zu setzen. Ihre Denke hat eine ganze Gesellschaft infiziert. Ihre Vorstellungen sind in der Mitte angekommen, die CDU ist heute fast links, die FDP setzt, statt auf den Menschen, auf den Staat. Und ihr autoritäres, gutmenschliches Diktat ist deckungsgleich mit den autoritären Strukturen der Rechten. Beides ist für einen selbstbestimmten Freiheitsfreund inakzeptabel.

So haben sie mit Militanz ihr Ziel nicht erreicht. „Da waren sie nicht gut genug,“ wie Inge Viett feststellt. Aber am Ziel sind sie dennoch angekommen. Sie haben die Menschen staatshörig gemacht und in Abhängigkeiten gebracht, mehr als je zuvor in der Geschichte. Sie haben Selbstbestimmung, Motivation, Risikofreude und Enthusiasmus torpediert. Die überwiegende Mehrheit der Deutschen zu Masochisten gemacht. Die, von eingeredeten Schuldgefühlen geplagt, jeden Penner, aus jeder Ecke der Welt aufnehmen ohne zu fragen was er als Gegenleistung mitbringt oder für unsere Gesellschaft zu tun gedenkt. Die Begriffshülsen wie Antisemitismus, Faschismus, Nazi, neuerdings „Islamophobie“, nach Belieben einsetzen um Andersdenkende oder Kritiker zu markieren und zum Kuschen zu bringen. Und andererseits genau diese Worthülsen benutzen um sich selbst moralisch zu erhöhen.

Nein, militant bräuchte die RAF heute nicht mehr sein. Sie haben, bzw, ihre geistigen Kinder, manche nennen das den „Marsch durch die Institutionen“, das zuwege gebracht was sie immer benannt haben: Einen repressiveren Staat. Und eine nachhaltige Aushöhlung eines Kapitalismus (der genau genommen nie ein „reiner“, sondern immer ein sozialer war), der den Menschen Freiräume, Freizeit, Lebenszeit, und die Möglichkeit zur Selbstentfaltung gab.

Möglichkeiten die keiner der bisherigen Sozialismen den Menschen in diesem Umfang einräumte. Und auch der, an dem jetzt wieder, diesmal europaweit, gebastelt wird nie wird einräumen können.

So wird der Abwehrkampf also weitergehen. Und wertvolle Lebenszeit, die man durchaus konstruktiv nutzen könnte, auf beiden Seiten verplempert.

 

Schade drum!

 
   

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