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Sveta Renitent02.Januar 2007

   

 

We seem to have overcome

Soviet fascism, though the heirs

of Nazi-fascism live; but the biggest threat

to freedom lies

in Islamic fascism.

 

  Freedom is not

self-evident. 

 

We are at war – and we have to defend ourselves. 

 For the sake of

our children.

 

   
 

Aus der Geschichte lernen

Wenn ich versuche, für die Zeit vor dem Ersten Weltkriege, in der ich aufgewachsen bin, eine handliche Formel zu finden, so hoffe ich am prägnantesten zu sein, wenn ich sage: es war das goldene Zeitalter der Sicherheit. Alles in unserer fast tausendjährigen österreichischen Monarchie schien auf Dauer gegründet und der Staat selbst der oberste Garant dieser Beständigkeit. (...) Unsere Währung, die österreichischen Krone, lief in blanken Goldstücken und verbürgte damit ihre Unwandelbarkeit. Jeder wußte, wie viel er besaß oder wie viel ihm zukam, was erlaubt und was verboten war. Alles hatte seine Norm, sein bestimmtes Maß und Gewicht. Wer ein Vermögen besaß, konnte genau errechnen, wie viel an Zinsen es alljährlich zubrachte, der Beamte, der Offizier wiederum fand im Kalender verläßlich das Jahr, in dem er avancieren werde und in dem er in Pension gehen würde. Jede Familie hatte ihr bestimmtes Budget, sie wußte, wie viel sie zu verbrauchen hatte für Wohnen und Essen, für Sommerreise und Repräsentation (...). Wer ein Haus besaß, betrachtete es als sichere Heimstatt für Kinder und Enkel, Hof und Geschäft vererbte sich von Geschlecht zu Geschlecht; während ein Säugling noch in der Wiege lag, legte man in der Sparbüchse oder der Sparkasse bereits einen ersten Obolus für den Lebensweg zurecht, eine kleine Reserve für die Zukunft. Alles stand in diesem weiten Reiche fest und unverrückbar an seiner Stelle und an der höchsten der greise Kaiser; aber sollte er sterben, so wußte man (...), würde ein anderer kommen und nichts sich ändern in der wohlberechneten Ordnung. Niemand glaubte an Kriege, an Revolutionen und Umstürze. Alles Radikale, alles Gewaltsame schien bereits unmöglich in einem Zeitalter der Vernunft. Dieses Gefühl der Sicherheit war der erstrebenswerteste Besitz von Millionen, das gemeinsame Lebensideal. [...] Immer weitere Kreise begehrten ihren Teil an diesem kostbaren Gut. Erst waren es nur die Besitzenden, die sich dieses Vorzugs erfreuten, allmählich aber drängten die breiten Massen heran; das Jahrhundert der Sicherheit wurde das goldene Zeitalter des Versicherungswesens. Man assekurierte sein Haus gegen Feuer und Einbruch, sein Feld gegen Hagel und Wetterschaden, seinen Körper gegen Unfall und Krankheit.

 

So weit die Erinnerungen des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig in seinem Buch « Die Welt von Gestern». Gewiß diese gestrige Welt war nicht ideal, aber doch ein großer Unterschied  zu dem was danach kam!  

 

Welch eine wilde, anarchische, unwahrscheinliche Zeit, jene Jahre, da mit dem schwindenden Wert des Geldes alle andern Werte in Österreich und Deutschland ins Rutschen kamen! Eine Epoche begeisterter Ekstase und wüster Schwindelei, eine einmalige Mischung von Ungeduld und Fanatismus. Alles, was extravagant und unkontrollierbar war, erlebte goldene Zeiten: Theosophie, Okkultismus, Spiritismus, Somnambulismus, Anthroposophie, Handleserei, Graphologie, indische Yoghilehren und paracelsischer Mystizismus. Alles, was äußerste Spannungen über die bisher bekannten hinausversprach, jede Form des Rauschgifts, Morphium, Kokain und Heroin, fand reißenden Absatz, in den Theaterstücken bildeten Inzest und Vatermord, in der Politik Kommunismus oder Faschismus die einzig erwünschte extreme Thematik; unbedingt verfemt hingegen war jede Form der Normalität und der Mäßigung.

 

Wenn uns die vergangene Welt die Zweig beschreibt auch persönlich nicht bekannt ist, so haben doch, zumindest die Älteren Erinnerungen an die Situation in Österreich und Deutschland nach dem Kriege. Für den russischen Leser ist die Situation wiedererkennbar. Sie ist ein Spiegel der heutigen Verhältnisse.

 

Der Untergang der Sowjet Union wurde von den Menschen nicht so schmerzhaft erlebt wie die Inflation und der Verlust aller Ersparnisse.  Es war ein Schlag der die Leute tief in ihrer Psyche traf und bis heute anhält. Der deutsche Leser erkennt in diese Beschreibung die Seltsamkeiten und die Verdrehungen der modernen Welt wie Deutschland sie erlebt hat. Alle hat mit dem Schwinden der Werte zu tun wie Zweig es beschrieben hat. 

 

Den ehrenvollsten Platz in unserem Hause hat ein Teddybär inne, ein einfacher Spielzeugteddybär. Er ist deshalb bemerkenswert, weil er, auf dem Höhepunkt der Hyperinflation, vom Großvater meines Mannes für seinen Tageslohn gekauft wurde. Die Entscheidung ihn zukaufen musste schnell gefällt werden, anderes gab es an diesem Tage nicht mehr und am nächsten wäre die Millionen nichts mehr wert gewesen.

Vielleicht wurde unser Bär gegen diesen Schein umgetauscht. 100 Millionen Mark. Das klingt beeindruckend und es hört sich an, als ob es viel ist. Die Frage bleibt, wie viel und wovon? Er ist ein Teddybär und er bleibt ein Teddybär. Egal, ob ich 1 Mark oder 100 Millionen für ihn bezahle. Es ist also nicht die Frage wie viel er kostet, sondern wofür ich ihn eintauschen kann. Kann ich den Bären gegen eine Puppe tauschen, oder gegen ein Kleid oder gegen einen Teller Spaghetti? Wenn der Wert des Geldscheines, also des Papiergeldes, des bedruckten Papieres gegen Null sinkt, dann kehren die Leute zum Tauschgeschäft zurück. Weil ihnen der Gegenwert des Ertauschten wertvoller erscheint, als der Wert bedruckten Papieres.

Jahrtausende lebten und arbeiteten die Menschen. Einen Teil der erarbeiteten Werte tauschten die Leute als Überschüsse ihrer Produktion gegen etwas anderes ein: Fisch gegen Fleisch, Beeren gegen Korn, Töpfe gegen Stoff. Dieser Tauschhandel war natürlich unbequem. Der, der Fleisch hatte, wollte es nicht gegen Fisch eintauschen, und der Besitzer von Korn war an dem angebotene Fleisch uninteressiert. Um dies Unbequemlichkeit zu beenden suchte man nach einem Ersatz. Nach einem Wert, der von allen Marktteilnehmern anerkannt würde, den jeder gern besitzen würde und der von allen beim Umtausch gegen Waren akzeptiert werden würde. Man fand solche wertbeständigen und allgemein akzeptierten Werte. Sie variierten je nach Zeiten und Regionen. Salz, Muscheln, Teeblätter sind Beispiele. Aber am beständigsten, am begehrtesten und grundsätzlich akzeptiert wurden Silber und Gold. Gold hatte natürlich den höheren Rang, denn es war und ist wie folgt beschaffen:


1. Es verdirbt nicht. Es verrostet nicht, verdampft nicht, verfault nicht, es wird von Säure nicht beschädigt. Goldene Münzen und Schmuck verlieren selbst nach nach Jahrhunderten unter der Erde oder unter Wasser nicht seinen Glanz oder Schönheit, sie sind genau so wie tausend Jahre zuvor.
2. Es ist bequem zu teilen. Gold verliert nicht seine Eigenschaften oder seinen Wert. Es ist egal ob es grammweise oder in größeren Einheiten gehandelt wird. Diamanten, auch ein begehrter Wert, kann man nicht beliebig teilen, seine Beurteilungskriterien sind komplizierter und der Wert einzelner teile ist nicht gleich dem Wert des Ausgangssteines.
3. Es ist leicht zu transportieren. Gold ist im Vergleich zu anderen Metallen sehr leicht. Es kann, in kleinen Mengen, bequem in einer Tasche mitgenommen werden.
4. Es beständig. Reingold (24 Karat) ist chemisches Element.
5. Es hat einen physischen Wert, d.h. es ist vorhanden.


So beschrieb im 4. Jahrhundert vor Christus bereits Aristoteles die Qualitäten von Gold. Und natürlich kann man aus Gold, als industriellem Metall sehr viel herstellen. Waren es früher goldene Uhren oder silberne Löffel, sind die Anwendungsgebiete wesentlich breiter gefächert: Medizin, Computertechnik etc. Aber wichtiger noch als die Qualität des Goldes ist seine Quantität. Da es schwer zu fördern ist, nimmt die jährliche Goldmenge lediglich um 1 Prozent zu. Alles, jemals in der Geschichte der Menschheit geförderte Gold sind nicht mehr als 20 Kubikmeter.

Gold kann im Unterschied zu Papiergeld von Herrschern nicht „gedruckt“, also beliebig vermehrt werden. Wir halten uns heute für sehr schlau, wir sind modern , wir können lesen und schreiben und wir tragen Brieftaschen mit schönem bedruckten Papier. Wir tauschen dieses Papier gegen reale Produkte, wir nehmen sie entgegen als Lohn für unsere erbrachte Arbeit, wir tauschen diese Papierchen gegeneinander, wenn wir auf die Idee kommen sie etwa nachzumachen kommen wir in den Knast, und wir legen sie aufeinander um sie zu sammeln, also zu sparen. Ist das Fortschritt, oder verrät es nicht vielmehr, in welcher Sackgasse unsere Zivilisation angekommen ist?

Jeder einigermassen Kluge würde sich an die Stirn tippen wenn man ihm für seine Arbeit Papierchen in der Höhe von 100 Millionen Mark anbieten würde, wären die Scheine aus dem Jahre 1923. Er würde natürlich zu den 1000 Euro heutiger Regierungen greifen. Dabei haben beide bedruckten Papierschnipsel denselben tatsächlichen Wert, etwa 2 Cent. Zwei Cent kostet der Druck des amerikanischen Dollars mit einem beliebigen Nominalpreis, sei es 1 Dollar, seien es 100 Millionen Dollar.

Die Geschichte des Geldes und des Goldes ist die Geschichte der Kulturen, der Länder und der Zivilisationen. Es ist die Geschichte verbesserten Lebensstandards, da nur das System des Geldes erlaubt hat, das System der Arbeitsteilung einzuführen. Aber es ist auch die Geschichte geiziger und egoistischer Herrscher, die von Anfang an versuchten, das Geld ihrem Einfluss zu unterstellen, zu stehlen, zu expropriieren, die Ecken der Münzen zu beschneiden, oder es mit billigerem Metall zu verdünnen.

Das großes Römisches Reich ist einfach Bankrott gegangen. Die Kriege wurden mit immer mehr billigerem, also entwertetem Geld bezahlt, die letzten Kaiser prägten ihre Profile auf Bronzemünzen.

Das Byzantinische Imperium existierte so lange als es sichere goldenen Münzen hatte, aber als Alexis I begann des Goldes Inhalt zu verdünnen war auch diesem Imperium dem Verfall preisgegeben.

Auch das Mittelalter in Europa hatte ein problematisches geldliches System. Erst die italienischen Stadt - Republiken begannen goldene Münzen zu prägen, was die Wiedergeburt des Handels und der Renaissance einen Boom bescherte.

Die Spanier plünderten den amerikanischen Kontinent, schafften unvorstellbare Mengen Goldes und besonders Silbers nach Europa, in Freude über diese Reichtümer und des leicht erworbenen Geldes, um dann zu lernen, dass es kein leichtes zu erwerbendes Geld gibt. Spanien hat die Inflation erlebt, die die Erweiterung der Geldumlaufmenge immer begleitet.

Und als ihr Geld in anderen Ländern ausgegeben war haben die Spanier bemerkt, dass in den Jahren als sie sich erlauben konnten, Produkte aus aller Welt zu kaufen, ihre einheimischen Produzenten bankrott gingen, oder einfach die Produktion eingestellt wurde. Sie erhielten das Geld ohne den Gegenwert der Arbeit. Die übrige Geschichte Spaniens ist bekannt. Die Franzosen sagten später zurecht: Afrika fängt hinter den Pyrenäen an.

Der erste Papiergeldumlauf war in China. Der Wohlstand der chinesischen Gesellschaft wurde von Marco Polo beschrieben. Leider ist er vor der ökonomischen Katastrophe abgereist, als der Wert des Papiergeldes begann gegen Null zu tendieren.

Europa am Beginn des 18. Jahrhunderts wurde erschüttert durch das Papiergeldexperiment in Frankreich unter Leitung des Bankiers John Law. Goethe schrieb darüber im «Faust» und von Voltaire ist die berühmte Phrase überliefert: „Paper money eventually returns to it’s intrinsic value – zero“

Niemand andere als Sir Isaak Newton wurde der Begründer des berühmten Goldstandards. Für die Bequemlichkeit des sich entwickelnden Handels und der Industrialisierung wurde das Gold bei Banken verwahrt und im Umlauf waren Papierscheine entsprechend der Menge des Goldes. Newton selber verfolgte Falschmünzer und forderte von den Bankiers strenge Disziplin im Umgang mit dem Gold-Geldsystem. Später wurde das System des goldenen Standards von allen europäischen Ländern übernommen.

Diese Gelddisziplin hat es möglich gemacht eine Welt der Sicherheit zu organisieren wir Stefan Zweig sie eingangs beschrieben hat.


Rubel 1898 Übersetzung:
„Die Staatliche Bank wechselt Banknoten gegen goldene Münze ohne Beschränkung…“



So machte der Papierrubel Sin.! Mit ihm konnte man in jede Bank gehen ihn dort vorlegen und als Gegenwert massive, physisch reale, goldene Rubel bekommen! Heute tauscht die Bank Papierrubel einfach gegen andere um.

Nein, die Geschichte des Geldes ist nicht einfach, nicht leicht, nicht besonders glücklich und nicht besonders friedlich. Sowohl Gold als auch Silber sind nicht ideale Systeme. Ihr Wert hängt auch vom Glauben in sie ab. Aber die Geschichte hat gezeigt, daß bis jetzt kein langfristiges geldliches System ohne Gold existierte. Zu keinem System hatten die Menschen seines Vertrauen mehr an, als den was auf dem goldenen Fundament stand.

Gold und Silber sind vielleicht nicht ideal, aber am Ende seines Arbeitstages konnte der Mensch etwas mit seiner Faust umschließen was wirklichen Wert hatte, was man auf Jahrhunderte sparen konnte und seinen Nachfahren übergeben. Es spielt keine Rolle welche Form die Münzen in den Jahrhunderten nach haben werden, die heutigen Goldmünzen wie auch die alten Münzen Griechenlands, des Römische Reiches, ebenso wie das Gold der Inka oder Afrikas, man kann es immer schmelzen, neu prägen und wieder in Umlauf bringen. Im Unterschied zu allen farbigen Stückchen Papiers, die während der ganzen Geschichte wertlos wurden und allenfalls etwas Sammlerwert haben.

P.S. Nach dem Zweiten Welt Krieg hat der Umfang der Waren viermal zugenommen, Finanzen aber um das Vierzigfache.Der Markt wird diese Unregelmäßigkeiten ins Gleichgewicht bringen. Um die Balance wieder herzustellen, werden die Preise explodieren oder aber das gesamte Kredit und Finanzsystem wird gleich einem Potemkinschen Dorf zusammenklappen.

 

Original in russischer Sprache auf   www.gold.rebellog.com

 
   

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Economics in One Lesson: The Shortest and Surest Way to Understand Basic Economics

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William Bonner,

Empire of Debt: The Rise of an Epic Financial Crisis

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Die Gold Verschwörung

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          Phto: Inflation 1923/24: a woman feeds her tiled stove with money. Found at [1]; public use allowed under the condition that "© AdsD der Friedrich-Ebert-Stiftung" is mentioned (if the image is copyrightable at all). Originally from en-wiki.          
 

     

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