| |

Recurrence vom 26. Oktober 2006
Keine Rosen
für den Staatsanwalt
natürlich liest man
als Blogger andere Blogs. Da findet man ja immer die Dinge die von
den Mainstreammedien unter den Tisch gekehrt werden. Und so sehe
ich die Aufgabe der Bloggerwelt besonders darin das informative
Gegengewicht zu bilden. Auch um Zensurmaßnahmen zu unterlaufen.
Hier ist wieder so ein Fall:
Warum deutsche Polizisten und Staatsanwälte so
wenig Zeit haben
Presseerklärung
ça ira Verlag
Feindaufklärung und Reeducation
Natürlich insofern
witzig, als man sonst vielleicht gar nicht auf das Buch aufmerksam
geworden wäre. Also vielleicht doch Rosen für den Staatsanwalt?
Update 12.
Januar 2007
Keine Rosen für
den Staatsanwalt. Aber dem Richter sollte man in den
Hintern treten. David Goldner ist zu 60 Tagessätzen à
10 Euro verurteilt worden, weil er 150 Flyer in seinem Rucksack
hatte, die das obige Buch bewarben. Dazu muss man wissen, dass das
Buch im Handel frei verkäuflich ist (wobei
Amazon
schon Angst hat das Buch zu zeigen) und es sich um ein
Fachbuch handelt, das sich gerade gegen faschistische und
islamofaschistische Tendenzen wendet:
Aus dem Titels und dem
Untertitel, sowie aus dem ebenfalls auf dem Flyer abgedruckten
Text des Buchrückens, geht klar hervor, dass sich dieses Buch
ausdrücklich gegen Islamismus und Neofaschismus richtet. (Zitat
Caira-Verlag)
Besonders irritierend ist dieser Satz in der Vorladung:
"Es wird darauf hingewiesen,
dass in dem Strafausspruch im Strafbefehl bereits von einem
geständigen Angeklagten ausgegangen wird. Zugleich weise ich auf
das erhebliche Kostenrisiko im Falle der Vernehmung von Zeugen bei
einer möglichen Verurteilung hin.”
Juristen mögen ja erklären, dass es sich um eine
Standardformulierung handelt. Für mich ist der Satz der offene
Versuch einer Einschüchterung. Mit anderen Worten, nur wer
über genügend finanzielle Rückendeckung verfügt kann es sich
leisten nicht zu gestehen. Aber er soll, so wird ihm hier nahe
gelegt, lieber gleich klein beigeben und mit dem Gericht
kooperieren.
Ich bin nicht mal sicher, ich habe das Buch bisher nicht gelesen,
aber bezogen auf den Klappentext, dass ich viel Sympathien für den
Autor und seine Arbeit übrig habe. Wer diesen Blog liest
und meine Einstellung kennt wird die Schwierigkeiten erkennen die
ich möglicherweise, (ich sage möglicherweise) mit dem Autor und
der Ecke aus der er kommt haben werde. Dennoch: Es ist
geradezu unglaublich, wie einseitig in Deutschland der Kampf gegen
das Wiederaufleben faschistischen Gedankengutes geführt wird.
Und wie gerade Menschen bestraft werden, die sich gegen diese
verhängnisvolle Ideologie wenden.
So kommt es, wie es in diesem Fall kommen muss: Man solidarisiert
sich mit Menschen die man gar nicht kennt, deren Anliegen man
aber im Prinzip zustimmt, selbst wenn sie möglicherweise
politisch doch anders gelagert sind. Dem Kampf gegen Nazis,
gegen Schaftstiefel und Glatzen dient ein solches Urteil nicht.
Und den Kampf gegen das dem Islam inhärente faschistische
Gedankengut und der von dort ausgehenden Militanz wird es
hoffentlich nicht nachhaltig beeinträchtigen.
Bitter ist es nur für David Goldner, dem wir viel Kraft für
seine Revision wünschen!
Es ist jetzt 62
Jahre nach dem Holocaust. Ich bin 57 Jahre alt. Bisher habe ich
nur Irrsinn, im Umgang mit dem was Deutsche angerichtet haben,
erlebt. Noch mal 57 Jahre habe ich nicht. Es besteht nicht viel
Hoffnung, daß ich erlebe wie man sich zu einer deutschen
Verantwortung bekennt ohne sich als Opfer, als Verfolgter, als Verfolger, als
Lehrmeister, als Zeigefinger, als Gewissen Anderer oder als Besserwisser zu betätigen.
PI
Eussner Mainstreammedien Fehlanzeige |
|