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Knebeldemokratie -
oder der verlorene
Wille zur Mitgestaltung 1. Teil
Es geht uns gut. Immer
noch. Es geht uns besser als vermutlich 85 – 9o Prozent der
Menschheit. Viele beneiden uns, fast alle möchten zu uns. Das sind
Fakten, die im täglichen Chaos frustrierender Politiknachrichten
schnell vergessen werden. Und so sind wir, obwohl es uns gut geht,
unzufrieden. Ganz zu unrecht? Nein!
Beginnen wir mit den
Fakten: Deutschland hatte 55 Staaten den Krieg erklärt.
Natürlich nicht jeder einzelne Deutsche, sondern eine wahnsinnige
Regierung, repräsentiert von einem
größenwahnsinnigen Teppichbeißer. Dann der voraussehbare
Zusammenbruch, ein Land in Trümmern. 80 Prozent der zwischen den
Trümmern lebenden unschuldig, und dennoch gestraft. Unschuldig? Nicht
ganz. Sie haben ihre Regierung gewähren lassen, ihr zugejubelt, sie
nicht weggefegt. Sie wurden verführt und sie haben sich verführen
lassen.
Nach dem Krieg die
reanimierte Erkenntnis, das Demokratie, also die Herrschaft des
Volkes, der richtige Weg ist und der Diktatur vorzuziehen. Diesem
Erkenntnisgewinn wurde nachgeholfen, mit Speck, also wirtschaftlicher
Aufbauhilfe, dem Marshallplan. Das war Hilfe zur Selbsthilfe, ein
faires und vernünftiges Angebot, sicherlich auch aus einem
verständlichen amerikanischem Eigeninteresse heraus. Warum sollte man
jemandem helfen, wenn es nicht den eigenen Interessen dient? Die
Generation unserer Eltern hat das Angebot genutzt und aus der Hilfe
selber was gemacht. Gedankt haben wir es den Amerikanern nicht.
Aber die Deutschen
sind, offensichtlich der negative Teil ihres Nationalcharakters,
verführbar geblieben. Und so erlagen sie allzu schnell den Versprechen
neuer Verführer. Die kamen diesmal nicht mit Schaftstiefeln und Runen
am Ärmel sondern allenfalls mit ein paar Brandsätzen, und prügelnden
Taxifahrern, (Joschka Fischer), ansonsten waren deren Protagonisten
eher verwirrte Spinner die Kommuneleben ausprobierten, Frauen zum
Gruppenfick überredeten und den repressiven Staat zerschlagen wollten.
Die Lauttöner waren eher eine Handvoll, ihre Jünger schon mehr, sie durchwanderten die Institutionen, verinnerlichten Keynes und
versprachen allen alles.
Nun haben wir den
Salat. Deutsche träumen noch immer vom Sozialismus. Die, von den
Jungen schon nicht mehr erlebten, Katastrophen, die
nationalsozialistische oder kommunistische Varianten auf deutschem
Boden verursachten, haben ihnen nicht gereicht. Der Traum vom alle
versorgenden und Unterschiede ausgleichenden Sozialstaat ist
ausgeträumt, wird aber, von neuen Versprechern wieder als
Betriebsunfall der deutschen Geschichte dargestellt, wie alle
Betriebsunfälle zuvor. Schuldige werden ausgemacht und nebulös
benannt, Heuschrecken. Deutsche, Deutschland und der „Deutsche“
Sozialismus aber von jeder Schuld freigesprochen. Deutsche waren nie
an irgendetwas Schuld, wir waren immer und zu jeder Zeit Opfer.
(Meistens unserer eigenen Irrtümer.) Merken
Sie sich das.
Versprecher haben wir
immer noch. Darin sind wir wirklich gut. So versprechen sie uns das
alles besser wird. Denn Versprecher versprechen, sagen ihnen aber
nicht die Wahrheit. Allenfalls wundern sie sich. Zum Beispiel darüber,
das Deutsche politikmüde sind. Aber glauben sie mir: Es stört sie nur
offiziell. Im Grunde sind sie froh, das Deutsche lieber Versprechern
zuhören als Ursachenforschung zu betreiben. Es ist einfach
bequemer.
Und so wird der
Sozialismus auf deutschem Boden in seiner x-ten Variante weiter
versprochen. Versprochen! |
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