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Ist
er keine Schwuchtel ?
Der Duden sagt folgendes:
Schwuch|tel, die; -, -n (ugs. abwertend für [femininer]
Homosexueller)
Abwertend also, daran stören sich die der Akkuratesse, der
Political Correctness verpflichteten Gutmenschen. Und weil wir gerade
den Duden in der Hand haben schauen wir auch einmal unter diesem
Modebegriff nach:
Po|li|ti|cal Cor|rect|ness
<engl.> die; - -: von einer bestimmten Öffentlichkeit als
richtig eingestufte Gesinnung, Haltung (die zum Ziel hat, alles zu
vermeiden, was andere als diskriminierend empfinden könnten; Abk.: PC,
p. c.)
Da ergeben sich drei Fragen.
-
Warum muss ich, wenn ich über
Volker Beck sprechen möchte, ihn aufwerten, also das
Gegenteil von „abwerten“ formulieren, letztlich das Gegenteil von
dem was ich sagen will?
-
Warum muss ich, in
meiner Ausdrucksfreiheit, etwas unterschlagen
was andere als diskriminierend empfinden können? Wer sind diese
Anderen? Was habe ich mit ihnen zu tun? Ist es mein Problem wenn
sie etwas diskriminierend empfinden, oder ist es ihr Problem?
-
Wieso ist jemand, der sich,
markant und die Sachverhalte benennend,
äußert automatisch „rechts“, eventuell der bescheuerten NPD
nahe stehend oder mit den verbrecherischen Nazis sympathisierend?
Wenn ich alle Fragen für mich
dahingehend beantworte, dass jemand, der sich offen und bei jeder
Gelegenheit, gefragt oder ungefragt, zu seinem Schwulsein bekennt,
wie Volker Beck es ja tut, kann ich ihn,
so habe ich für mich entschieden, auch abwertend Schwuchtel nennen.
Damit drücke ich nicht mehr und nicht weniger aus, als das mich das
als Dauerthema nervt und ich ihn, weil er sich gerade durch seine
Schwuchtelstatements einen Namen gemacht hat, eben nicht aufwerten
will.
Wer ist diese bestimmte Öffentlichkeit, laut Duden, dass sie mir meine
Gesinnung vorschreiben könnte. Ich kann zum Beispiel, und in dem Fall
trifft es zu, dem Beck sein Schwulsein gönnen, er hat es ja auch
nicht besser verdient, und die Meinung vertreten „soll er doch
machen was er will“. Deshalb, und weil er öffentlich schwul ist, nenne
ich ihn Schwuchtel, was eher meine Missbilligung seiner Äußerungen
betrifft, als die Verwendung seines Düdels kritisiert. Da wir
in einer Gesellschaft mit vielen Öffentlichkeiten leben ist mir die,
die daran Anstoß nimmt, herzlich wurscht.
Die Öffentlichkeit wird nicht von den Grünen, von Gutmenschen oder
Mulitkultifreaks gestellt. Eine Gegenöffentlichkeit ist deshalb nicht
automatisch rechts zu verorten. Öffentlichkeit und öffentlicher
Sprachgebrauch sollte so vielfältig sein, wie die pluralistische
Gesellschaft es wohltönend verspricht.
Etwas anderes wäre es, wenn der
CDU-Bundestagsabgeordneter Nitzsche Volker Beck eine
schwule Sau genannt hätte. Damit läge er völlig daneben. Denn
erstens sind, auch wenn man in Biologie nicht so aufgepasst hat
ahnt man das, Säue weiblich. Und Beck mag zwar feminin sein,
aber er ist eben, auch wenn es ihm nicht passt, männlich, naja,
jedenfalls im biologischen Sinne. Obwohl es natürlich eine Sauerei
ist, dass er sich nicht für andere Schwule einsetzt.
Beispielsweise im Iran, wo man deswegen vom Leben zum Tode
befördert werden kann. Also bleibt es, bei aller wahrnehmbaren
Sauerei, unkultiviert und auch sachlich falsch, wenn man sagen würde:
Beck sei eine schwule Sau.
Das allerdings Dinge, wenn sie sachlich richtig sind, nicht mehr
benannt werden dürfen und die CDU in vorauseilendem Gehorsam, man
kann auch Unterwerfung sagen, ihren Abgeordneten deswegen abmahnt,
lässt mich zu der Einsicht kommen, dass es kein Wunder ist, wenn den
großen Volksparteien die Mitglieder davon laufen. Die Leute
sind vielleicht dumm, aber nicht blöd. Und sie wollen halt nicht in
einer Partei sein, die völlig verwechselbar ist mit den Grünen oder
der SPD und eben absolut sprachkompatibel.
Sprachlich sollen sie sich nicht mehr unterscheiden dürfen.
Inhaltlich tun sie es ohnehin nicht. |
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