| |
Die Heuchler
Beispiel: Bernd Rabehl
Gestern: Es ist
Sonntag, also ausschlafen, Frühstück mit der Familie, Emails checken,
Nachrichten lesen, Beiträge sichten.
Wäre ich kein
positiver, optimistischer Mensch, würde mich bereits jetzt die
schlechte Laune übermannen. Aber ich bin, also mache ich was mit den
Kindern und komme erst später wieder an den PC. Zwei Nachrichten die
mich interessieren: Kewil schreibt was über
Bernd Rabehl. Da
bleibe ich hängen, denn der ist mir in guter Erinnerung. Und dann ein
Beitrag in der Welt von
Richard Herzinger. Den schätze ich und seit ich die Welt vor
einigen Wochen zum meiner Startpage gemacht habe, bin ich auch näher
dran an klugen Kommentaren wie seinen.
Aber zunächst zu Rabehl: Nach
Wikipedia
ist er inzwischen pensioniert. Es ist müßig und hier nicht der Raum
auf seine Schriften und seinen Rechtsruck einzugehen. Das kann jeder
selbst nachlesen und andere kommentieren das kompetenter. Für mich
bleibt eine fundamentale Frage. Eine Frage, die ich an Bernd Rabehl
festmache, die ich aber auch unzähligen anderen seiner Weggefährten
und Gesinnungsgenossen gerne stellen würde, und die mich deshalb
beschäftigt, weil sie, in der Beantwortung, den letzten Glauben,
sofern er überhaupt jemals vorhanden war, an Aufrichtigkeit und
Gradlinigkeit der damals links-ambitionierten politisch aktiven
Studenten torpediert.
Viele der damaligen
Exponierten sind anschließend, nach ihrer wilden SDS- und
Studentenzeit, in Staatsämter gewechselt, schlimmer noch, sie haben
die Universitätslaufbahn beschritten und sind Professoren geworden.
Natürlich nicht Professoren in Fächern die unserer Gesellschaft was
gebracht hätten, an Fortschritt, an technologischer Weiterentwicklung.
Sie haben, fast kann man sagen zwangsläufig, Fächer gewählt, Quatsch-
und Laberfächer, wo ein messbarer Leistungsnachweis fehlt und wo sich
eine selbst erfundene Gruppe auch in der Rückschau mit sich selbst
beschäftigen und „Motivationsforschung“ betreiben kann.
Natürlich auf
Staatskosten. Denn die, die den Staat zerschlagen wollten, „macht
kaputt, was euch kaputt macht“, hingen Jahrzehnte, oder hängen
noch an seiner warmen, fürsorglich spendenden Brust. Und sie lassen
das „repressive“ System auch nicht aus der Pflicht. Denn es ist nicht
so repressiv ihnen ihre Pensionen zu verweigern, was angesichts der
Kampfansage und der im Rechtsruck „weiterentwickelten“ Staatsablehnung
ja „gerecht" wäre. Aufrichtiger wäre es jedoch den Anstand zu besitzen
und von dem verachteten System nicht einen Krumen zu nehmen.
Die programmatische
Ambition, den Marsch durch die Institutionen zur Systemveränderung zu
gehen, hat nicht den entbehrungsreichen revolutionären Geruch den es
haben könnte. Etwa als erduldetes Leiden um eines höheren Ziels
willen. Das Leiden hat man sich versüßen lassen, mit Posten und
Penunse und Pensionen.
Das ist es, was ich nicht an einer Bewegung festmache, sondern wofür
jeder Einzelne verantwortlich zeichnet, wo er sich entblößt und seinen
schäbigen Charakter offen legt: Die Rückgradlosigkeit, der Mangel an
Charakter, die Mitnehmmentalität, die jeden pseudorevolutionären
Anspruch der Lüge überführt und jeden als das entlarvt was er ist:
Quatschkopf auf hohem akademischen Niveau. Diese Biografien sind so
auswechselbar, letztlich so unindividualistisch und so fern, dem der
Öffentlichkeit verkauften Anspruch, dass einem, mir jedenfalls, schon
beim Lesen das Kotzen kommt. Zugute kommt diesen Typen, dass sie auf
die Vergesslichkeit der Öffentlichkeit setzten können.
So werden, in die Jahre gekommen und Bauch angesetzt (siehe Bild), die
Kongruenz des einen unrealistischen und freiheitsfeindliche
Lebensmodells, linker Sozialismus und seiner rechten Varianten nicht
mehr Wahrgenommen oder wenn, dann bewusst „Schnittmengen“ entdeckt.
Es ist diese Generation (und die ihrer Kinder) von Lügnern, sich
selbst beklatschenden Bauchpinslern und akademischen, von Staatsknete
lebenden, Heuchlern, die zu
Aufrufen wie diesem kommen und sich nicht schämen sie bei
ihren Gesinnungsgenossen in den sympathisierenden Redaktionen
abzuliefern. |
|