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Hitler
bei Keks und Kerzenschein
Wir mögen, obwohl absolut atheistisch
ausgerichtet, die Advents- und Weihnachtszeit. Es ist eine besondere
Zeit, angefüllt mit den Wohlgerüchen von selbst Gebackenem, das Haus
ist hübsch dekoriert, man nimmt sich noch mehr Zeit füreinander. In
einer TV-freien Familie ist das besonders anheimelnd. Wenn man, bei
Schneesturm und Stromausfall, das Abendbrotessen bei Kerzenlicht
einnimmt ergeben sich zusätzliche Momente der Besinnlichkeit. Am
heiligen Abend gehen wir sogar in die Kirche. Nicht, das wir an dem
Abend etwa anfangen würden zu glauben. Aber das Christus eine
beeindruckende Persönlichkeit war, braucht man auch als Atheist nicht
zu verschweigen und kann es seinen Kindern, die hier weder an der
Sonntagsschule, noch sonst an irgendeiner kirchlichen oder religiösen
Veranstaltung im Jahr teilnehmen, durchaus nahe bringen. Da sehen wir
auch keinen Widerspruch.
Besonders erbaulich sind Gespräche mit unserer Kindern. Davon werde
ich, in loser Folge, einige als typisch zum Besten geben:
Adventsgespräche 1:
Alexander, 11: „Papa, Mama, müsst ihr immer über Politik, Gold
und Währungen reden? Können wir jetzt mal das Thema wechseln?
Wir: „ O.K., macht einen Vorschlag.“
Elaine, 7: „Ich würde gern über Barbi reden. Oder über „Das
kleine Haus in der Prärie“
Adventsgespräche 2:
Ich, an Alexander gewandt: „Mensch noch 2-3 Jahre dann kommst
Du in die Pubertät. Mir graust jetzt schon. Es ist wie eine Krankheit.
Dann sind Deine Eltern nur noch blöde, du weißt alles besser und der
Familienfrieden hängt dauernd schief…“
Elaine: „Komm ich dann auch in die Pubertät? Was ist das Papa?“
Ich: „Nein noch nicht. Aber schaut euch mal die 3 Kinder von
den Morrisons an. Sehr nette, wohl erzogene Kinder. Die haben das
gemacht ohne dauernd mit den Alten Krach zu haben. Gefällt mir sehr,
da drüben.“
Alexander: „Mir ja auch, wenn es schlimm kommt, hilfst du mir
durch die Zeit, Papa?“
Adventsgespräche 3:
Alexander: „Papa, Du hast gesagt, schade, dass den Adolf nicht
gleich jemand am Anfang abgeknallt hat. Dann wären nicht so viele
Leute gestorben. Richtig?“
Ich: „So ungefähr, man muss Verführer und Verbrecher
rechtzeitig erkennen. Um den wär’s nicht schade gewesen…“
Sveta, meine Frau: „Hätte er überlebt, wäre er therapiert
worden. Ein Gutachter hätte festgestellt, das sein Vater repressiv
war, und er erblich vorbelastet. War da nicht überhaupt was mit
Inzucht in der Familie?“
Ich: „Für Anstiftung zum Mord, Völkermord hätte er schon was
gekriegt, 16 Jahre mindestens.“
Sveta: „Er hätte sich im Knast gut geführt, wahrscheinlich
hätte er „Mein Kampf“, Remake Part II. geschrieben. Das hätte jede
blonde Gutachterin beeindruckt.“
Alexander: „Du meinst er wäre freigekommen, so wie der
Mario?“
Ich: „Vermutlich, man hätte ihm noch mal
eine Chance gegeben. Teppichbeißer sind vermutlich heilbar.“
Elaine: „Warum Teppichbeißer?“
Ich: „Naja, immer wenn er sauer war oder wenn etwas nicht
klappte hat er in den Teppich gebissen. Sagt man.“
Elaine: „Das schmeckt nicht gut…“
Ich: „Ich vermute das ist heute eine übernommene und bewährte
Methode zum Frustabbau in der Psychotherapie.
Ich sag ja auch manchmal zu Euch, wenn Ihr Euch mal so richtig
befreien wollt sollt ihr 100 Mal ins Kopfkissen „Scheiße“ schreien.
Da hört’s keiner und danach ist Euch wohler.“
Alexander: „Ich hab’s schon mal gemacht.“
Elaine: „Ich machs nachher. Papa,
hörst Du zu wie ich zähle?“
Ich „Klar doch!“
Alexander: „Papa, Du schimpfst doch immer auf die Roth und die
rote Heidi. Du sagst sie verändern Deutschland…“
Ich: „Richtig, das sage ich, nicht die allein, aber die und
Konsorten…“
Alexander: „Warum knallt die dann keiner ab?“
Ich: "Wir leben in einer Demokratie. Da
kann man nicht einfach einen abknallen, der einem nicht passt…“
Sveta: „Die Weimarer Republik war auch eine Demokratie. Wenn
den Adolf jemand abgeknallt hätte, hätte er auch 16 Jahre bekommen. So
wie Hitler, bei günstiger Therapieaussicht mit vorzeitiger
Entlassung…“
Alexander: „Aber wenn die Roth und so jemand abknallen würde,
wäre es doch gut für Deutschland oder?“
Ich: „Das kann man nicht vergleichen. Das ist etwas anderes.
Außerdem gibt’s viele Roth’s. Münteferings, Lafontaines etc. Die kann
man nicht alle umlegen. Die wollen ja, aus ihrer Sicht, nur das
Beste.“
Sveta: „Ja für sich. Doch nicht für Deutschland.“
Alexander: „Aber, Du hast doch gesagt die alle verändern
Deutschland. Hitler hat auch Deutschland verändert…“
Ich: „Sveta, gib mal bitte die Kekse
rüber, Alexander jetzt iss mal. Elaine, sitz bitte
grade. Lasst uns jetzt mal über was anderes reden.“ |
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