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Spiegel
feuert aus allen Rohren
In den letzten Tagen lief der Spiegel zur
Hochform auf. Er schoss aus allen Rohren und nicht selten wurden
Meinung und Berichterstattung unzulässig vermischt. Unzulässig für ein
„seriöses“ Nachrichtenmagazin. Aber nicht zum ersten Mal fragt man
sich: Wie seriös ist der Spiegel eigentlich? Ist er nicht und auch
viele andere Mainstreammedien machten den Wunsch zum Vater des
Gedanken. Ist ja auch zu blöd, wenn die Amis nicht Spiegel lesen und
auf die Wunschvorstellung seiner linksliberalen Macher eingehen.
Jetzt, hinterher, kann man das Wahlergebnis als kluge Analyse und
sorgfältige Berichterstattung verkaufen. Insgesamt ein Armutszeugnis
eines überwiegenden Teils der deutschen Presse.
Das liest sich dann so:
"Erdrutschartige
Verluste für Bushs Republikaner: Das US-Repräsentantenhaus haben die
Demokraten klar gewonnen, auch im Senat könnte es für eine knappe
Mehrheit reichen. Entscheidend sind die Wahlen in Virginia und
Montana, wo die Demokraten derzeit einen hauchdünnen Vorsprung haben."
Wie kann es bei einer „knappen Mehrheit“ zu erdrutschartigen
Verlusten gekommen sein. Und: Wie erdrutschartig sind sie, wenn die
Demokraten einen hauchdünnen Vorsprung haben?
Vielleicht sollten sich die Lohnschreiber noch mal ihre Sätze
durchlesen, sonst sind sie (nicht mal) den Lohn wert, für den sie
schreiben.
Die Demokraten also. Das gefällt mir nicht. Denn:
Außenpolitisch wird sich wenig ändern, ändern können. Obwohl auch
vielen Republikanern das Engagement im Irak zu weit ging und die
Verluste sie schmerzten, ist weder eine völlig Neuorientierung der
amerikanischen Außenpolitik zu erwarten, noch wäre sie überhaupt
möglich. Und auch wenn die europäische Erwartungshaltung an die
Amerikaner nicht mehr so hoch ist wie in den Jahrzehnten zuvor und man
sich in Europa ständig selbst bestätigt, wie
selbstständig man ist, die Amerikaner können und werden ihre eigenen
Sicherheitsinteressen nicht wesentlich zurückschrauben wollen und
können. Wir werden weiter unter ihrem Schirm leben. Das ist gut
so, und das europäische, lächerliche Säbelrasseln
entlarvt sich als das was es ist: Eine Kraftshow im Kindergarten.
Innenpolitisch werden auch Demokraten die unter der Bushadministration
verabschiedeten Sicherheitspakete, das Department für nationale
Sicherheit, die Kontrollen etc. nicht mehr aufheben. Sie sind froh, so
ist zu vermuten, dass sie unter Bush eingeführt wurden. So machen sie
sich den Pelz nicht nass, können auf die Republikaner verweisen und
nutzen das System ausgiebig.
Karsten Voigt liegt völlig falsch wenn er sich eine Trendumkehr im
Antiamerikanismus erwartet. Die Positionen der Bürger sind
festgeklopft und seine Partei, die Medien, alle haben seit 30
Jahren an diesem Bild ständig mitgebastelt.
Das Desaster, und das kommt in den MSM eben nicht zur Sprache ist denn
auch ein ganz anderes. Der „Sieg“, und der wieder zunehmende Einfluss
der Demokraten wird zu einem erneuten Anstieg der
Staatsverschuldung führen. Die amerikanischen Sozifreunde werden,
und das wird den deutschen SPD-Vertretern so gefallen, die
Umverteilung erneut ankurbeln und ausweiten. Die Clintonära und
seine, die Menschen abhängig machende, soziale
Gießkanne sind unvergessen (bei mir), bei den
meisten jedoch schon. Der Sozialstaat wird ausgebaut werden, die
Steuern erhöht, neue Abhängigkeitsgruppen finanziert werden. Der
Verfall des Dollar wird sich beschleunigen und, obwohl Demokraten
drüben und Sozis in Deutschland nicht viele Gemeinsamkeiten haben:
Eines ist gewiss, rechnen können sie beide nicht.
Insofern wird Amerika (leider) europäischer.
So wird der Umbau auch der amerikanischen Gesellschaft
vorangetrieben, und der Amerikaner immer weiter von seiner
ursprünglichen, lobenswerten Grundhaltung der Selbstständigkeit und
Unabhängigkeit entfernt. Die Alimentierung zahlloser
Empfängergruppen nimmt zu und auch die Amis werden nun noch schneller
lernen, wo und wie man am besten die Hand aufhält. Das ist das
eigentliche Desaster. |
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