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Personenkult
Von
außen Besehen gleicht Deutschland einem Kindergarten. Mit vielen
unreifen Kindern. Die schlagen alle um sich, zeigen dann mit den
Finger auf einander und schreien: „Der war’s“.
So auch
der Ablauf der Vorstellung des neuen Buches von Gerhard Schröder:
„Fehlentscheidungen – Mein Leben für mich“. (Ursprünglicher
Entwurf
hier) Kindergartentante
ist diesmal die Presse. Hier wirft Mann sich in Positur und übt
sich in Schuldzuweisungen: „Die andern warn’s. Die haben Scheiße
gebaut und mich nicht mitspielen lassen und deshalb musste ich…“
Und so geht’s weiter. Der derzeitige Spielführer wird madig
gemacht und an der eigenen Legende wird gebastelt.
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darauf dann umgekehrt: Von Quengelen-Kläffer bis Sommer
nölen sich nun ebenfalls alle bei der Kindergartentante aus. Dabei sind
derlei wechselseitige Beschuldigungen so fruchtlos und ausufernd
wie im Kindergarten: Schuld sind alle und alle haben dem
schlechtesten Kanzler aller Zeiten geholfen die Karre an die Wand
zu fahren.
"Wer in
diesen Tagen das widerwärtige Berlusconi-hafte Gehabe von Gerhard
Schröder sieht, dieses geradezu obszöne Nicht-loslassen-Wollen,
der erkennt den Unterschied. Es ist der Unterschied zwischen
groß und Gernegroß.“
Das ist der vorletzte Satz in einem Nachruf des Sternreporters
Tilman Gerwien. Ich habe ihn schon mal
zitiert. Und tatsächlich der Unterschichtler Gerhard
Schröder, dessen Ehrgeiz-Ellenbogen ihn ganz nach oben
gebracht haben, hat den Kleine-Leute-Geruch nicht ablegen können.
Prüfungen bestanden, Praxis eröffnet, Karriere gemacht. Aber der
Vater, der ihn hätte lehren können was Souveränität ist, was
vornehme Zurückhaltung ausmacht, was einen dazu macht nicht als
Parvenü erkannt zu werden, dieser Vater hat Klein-Gerhard gefehlt.
Und so
mag alles richtig sein: Das es einen Job geben darf auch für einen
Kanzler nach seinem Ausscheiden und das man zu jung ist (und sonst
nichts mit sich anzufangen weiß) und deshalb eine Gasprom-Gallione
werden wollte. Dennoch, der Junge muss Entbehrungen erfahren haben
die ihn auch heute noch zum Gelde drängen. Und obwohl sein
Einkommen nun über den € 10 644.- für den Einstieg in die Gruppe
der Reichen liegt, nur Claqueure und Schranzen werden sich um
seine Freundschaft bemühen.
Ob
Putin sich je bemüht hat? Ich habe eher den Eindruck er
belächelt seinen kleinen Freund, der sich in seiner Gunst, der
Gunst dessen Stärkeren sonnen will. Und so ist Gerhard blind für
die Häme des „lupenreinen Demokraten“ über die Hausfrau
Anna Politkovskaya.
Beide
Kumpels sind von deren Integrität so weit entfernt wie Schröder
von dem Platz in der Geschichte, den er sich immer noch erhofft. |