| |
 Haften für Syrien?
Eine scharf formulierte E-Mail eines Professors an eine ausländische Studentin sorgt für Furore an der TU Dresden. Der Wirtschaftswissenschaftler wies sie als Doktorandin glatt zurück, nur weil sie aus Syrien kommt - und wegen der "feindseligen Haltung Ihres Landes".
Ein Stipendium des syrischen Hochschulministeriums konnte Rola Ibrahim bereits vorweisen, einen Sprachintensivkurs in Leipzig ebenfalls. Im
Februar fragte die Wirtschaftsstudentin aus Syrien bei Professor Hermann Locarek-Junge an, ob die Möglichkeit bestehe, "einen Weiterbildungsplatz an Ihrer Universität zur Promotion im Arbeitsgebiet Finanzwirtschaft" zu erhalten.
Der Dresdner Professor für Finanzwirtschaft und Finanzdienstleistungen beschied die Anfrage mit einer ungewöhnlich begründeten Absage. Angesichts "der feindseligen Haltung" des Landes Syrien "gegenüber westlichen Ländern (speziell Israel) und westlichen Institutionen" sowie der "Unterstützung des internationalen Terrorismus" durch Syrien
lehne er "jegliche Unterstützung syrischer Staatsbürger derzeit strikt ab".
Es sei zwar schade, so führt Locarek-Junge weiter aus, "dass Sie damit unter dieser Politik Ihres Landes leiden, aber Sie speziell - wer sonst - sind aufgefordert, diese meine Kritikpunkte betreffende Situation baldmöglichst zu ändern". ...hier auf SPON weiterlesen
Also meine Sympathien für den Spiegel oder Stern sind ja, wie für fast alle Mainstreammedien eher begrenzt. Der Spiegel mit seiner
nihilistischen Weltsicht und der Stern mit seinen linksliberalen Ergüssen sind so zeitgeistorientiert einseitig, daß der Informationswert im Allgemeinen gegen Null tendiert. Würde der Spiegel nicht gelegentlich lesenswerte Beiträge von Broder und Malzahn liefern könnte man ihn ganz vergessen. Beim Stern ist es
allenfalls ab und zu
Hans-Ulrich Jörges, aber das war’s dann auch schon. Diesmal allerdings will ich doch eine Nachricht aufgreifen die mir deshalb interessant erscheint, weil sie für mich historische Parallelen hat, - auch in meiner Familie.
Der zwar nicht libertäre, sondern konservative Blog Fakten und Fiktionen, üblicherweise von mir außerordentlich geschätzt, kommt aber angesichts dieser Nachricht zu einem ganz anderen Schluss und zollt Professor Locarek-Junge Beifall ob seiner
E-Mail an die syrische Studentin.

Ich möchte Fakten und Fiktionen und den Kommentatoren doch ganz heftig widersprechen. Es gibt weder
Sippenhaft, noch "Nationenhaft". Wir können uns auch nicht einerseits für Dr.Waafa Sultan
(sie ist Syrerin) begeistern und andererseits eine jungen Studentin die Finanzwesen studieren möchte für die Politik ihres Landes bestrafen. Wir können uns nicht einerseits heute noch über Schweizer, Schweden und Amerikaner mokieren die Deutsche geschnitten haben als es Adolf Hitler noch gab und
nun ähnliche Verhaltensweisen an den Tag legen.
Ich bin mit Iranern befreundet und Hadi ist einer der, wenn nicht der, fähigste Student an der hiesigen Uni (Medizin-Informatik). Was schlagt ihr denn vor? Soll ich jetzt meine Kontakte zu ihm einschränken, weil Adolfinehjad ein Idiot ist? Soll ihm die Uni die Zusammenarbeit aufkündigen wegen der Atompolitik seines Landes?
Also bitte nicht mit zweierlei Maß messen. Vielleicht bringen die Bloggerkollegen es ja fertig ihre Positionen zu revidieren. |
|