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Frauen an die Fußballfront
Es gibt wenig, was mich so wenig antörnt wie Fußball. Man möge mir verzeihen, aber da hauen sich 22 Leute um einen Ball, 22 000 schreien in einem Stadion Hurra, und 22 Millionen hängen vor der Glotze. Manchmal sind es mehr. Dann gerät die halbe Welt aus dem Häuschen, man baut Stadien, lädt die Welt
ein, oder jedenfalls das Volk, was sich für die Welt hält, und gibt Politikern, die sich sonst nicht die Bohne für Fußball interessieren, Gelegenheit auch mal auf 'ner Tribüne zu sitzen. Da wachsen sie dann mit jedem Tor und strahlen, als ob sie das
geschossen hätten. Einmal als Politiker in die Masse "gleichgesinnter" eintauchen, einmal gemeinsam Hurra schreien.
Ehrlich! Mich macht da nichts an, kein Hurra entringt meiner Kehle und – halten Sie mich für einen Ignoranten, Vaterlandsverräter, oder schlich unpatriotisch: Mir ist es völlig schnurz wer gewinnt. Sollte ich dennoch mal ein Bild erhaschen, irgendwo, wenn ich dem Nachbarn was
sagen will und hinter ihm läuft die Kiste, und da bespringen sich irgendwelche Spieler als handele es sich um eine gleichgeschlechtliche Vergewaltigung, kann ich nur wiehern. Über die Komik. Aber nur beim ersten Mal, beim zweiten Mal fasse ich mir an den Kopf und leite diskret den Rückzug ein.
 In der Zeitung überschlage ich Fußballnachrichten und wenn ich manchmal ein
Onlinemagazin quer lese und sehe eine Überschrift, denke ich mir „haben die Sorgen…“. Heute war das anders. Da sich Mahmoud Ahmadinejad zur Zeit meiner Aufmerksamkeit erfreut, und ich neulich ein Bild von ihm sah wo er eine so begnadete präsidiale Figur
machte, blieb ich heute bei dieser Nachricht (sieheunten) hängen. Und ehrlich, da hab’ ich mich gefreut. Wenn das so ist, und ich die Chance habe neben einer netten Iranierin sitzen zu können, dann werde ich auch mal ins Stadion
gehen. Vielleicht werde ich ja sogar noch ein Fan. Hoffen wir, daß sich diese MP's nicht durchsetzen...
Iranian MPs rail at opening of stadiums to women
By Agence France Presse (AFP)
Wednesday, April 26, 2006
TEHRAN: Several Iranian hard-line MPs were up in arms Tuesday over a decision by President Mahmoud Ahmadinejad to end a long-standing ban on women in stadiums, warning of the dangers of "bare legs" and male spectators shouting obscenities at referees.
"We call on the president to annul the order to allow women into stadiums," an MP from Isfahan, Mohammad-Taghi Rahbar, was quoted as saying by student news agency ISNA.
"The presence of women in stadiums is against moral, social and Islamic values. This is a hasty order," he complained. "According to Islamic law, it is not right for women to watch men's bare legs."
Another religious right-winger in the Parliament, Saeed Abu Taleb, complained of a "lack of cultural preparation" for letting women in football stadiums for the first time since the 1979 Islamic revolution.
"Our point is not Islamic law," he said. "Women can go, but there needs to be cultural education beforehand.
"I think police can not even provide security for explosive materials, let alone security of women," said the MP.
Another MP warned that hooliganism was the main danger for women.
"Hundreds of buses have been set alight by vandals after big matches. There have been no serious efforts made by the concerned organization to create a suitable culture for the audience," commented Javad Aryanmanesh, an MP from Mashhad.
He also noted that "sometimes, spectators spit the worst profanities at fans of the rival team or the referee."
Ahmadinejad, himself a hardliner, announced Monday that Iranian women can finally go to stadiums to watch sporting events, putting an unexpected end to a quarter-century ban.
The president argued that despite reservations, "experience has proven that when women and families are allowed into stadiums, ethics and chastity will prevail." - AFP
(Source The Daily Star)
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