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Family Ante Portas
Jedes Jahr nach dem großen Urlaub die gleiche Frage. Wo fahren wir nächstes Jahr hin. Dabei ist es Usus jedes 2. Jahr nach Europa zu fliegen. Das bringt neue Anregungen und die Möglichkeit den Kindern Gegenden zu zeigen die man selber kennt, aber auch gemeinsam neue zu erobern. Eins ist ganz klar: Während für
uns hier in Nordamerika ein breiteres Angebot an urigen Naturerlebnissen den Urlaub interessant macht, sind es in Europa mehr die alten Kulturen auf deren Spuren wir wandeln. Moskau ist ein 4 wöchiges Muss, weil da die Großeltern leben und auch Freunde besucht sein
wollen. Schließlich will man ja nichts einschlafen lassen und der zweijährige Abstand ist manchmal, bei denen die man wirklich mag, schon arg lange. Diesmal aber werden wir auch andere Teile Russlands erobern und bis nach Kazan vordringen. Für unsere Kinder, 10 und 6, ist ohnehin alles Abenteuer.
Doch was dann? Wir sind ja nun schon in Europa und wie kann man die nächsten 6 Wochen sinnvoll gestalten? Es wird gedacht und diskutiert und dann kristallisiert sich „unter dem Einfluss“ unseres 10 jährigen Sohnes heraus, daß es etwas mit „Rom und den Römern“ zu tun haben muss. Wir werden also von Frankfurt kommend den Rhein
hochgondeln. Limes, altes Römerland, Geschichte wo man sie finden will. Dann durch die Schweiz, irgendwie wie Hannibal über die Alpen. Nur die Elefanten werden uns fehlen. Und dann werden wir nach Italien einfallen und uns auf dem Umweg über Venedig langsam Rom nähern.

Geplant, gebucht ist wie immer nichts, wir halten wo wir wollen, wir schlafen wo wir mögen, wo es nett ist bleiben wir länger. Reisebüros können mit uns kein Geld machen. Buchen tun wir nur das Hin- und Rückflugticket. Aber wir bereiten uns vor. Mit den Kindern lesen wir
"Cajus ist ein Dummkopf" und eine liebe Freundin hat passend Modellbaubögen geschickt. Diese sind eine
hervorragende, konstruktive Vorbereitung auf ein Thema, das auch heute noch Kinder wie Erwachsene fasziniert. Das alte Rom. Natürlich sehen wir auch den Gladiator und andere Sandalenfilme. Das ist zwar eher ein Hollywood-Rom aber dennoch, es regt die Fantasie an.

So vergehen die Tage im Reisefieber. Es ist gut, daß man sich zur Ruhe und Geduld zwingt. Dazu ist bei den Modellbaubögen reichlich Zeit. Schon meine Mutter baute mit mir eine deutsche Ritterburg zusammen. In einer Zeit in der alles sofort zur Verfügung steht, wo man
weder auf Essen noch auf Wärme warten muss, heute wo Spielzeuge vorgefertigt sind und man sofort loslegen kann, wo man den Entstehungsprozess nicht abwarten und wenig dazu tun muss, da sind Modellbaubögen von großem pädagogischem Wert. Und so sitzen wir zusammen und bereiten uns auf die Reise vor. Anders als andere. Wir wälzen keine Kataloge,
lesen keine Angebote. Wir basteln und lesen Geschichten, sehen Filme und schauen Bilder früherer Reisen (des Vaters).
Dennoch, die Ungeduld bleibt, die Spannung steigt: Noch 14 Tage! |
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