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 Heiliger Bimbam
Manchmal vergesse ich ja was, und meine Frau macht dann unfreundliche Bemerkungen. Meistens sind das aber Nebensächlichkeiten wie Nudeln mitbringen, Laub harken oder Zahnarzttermine. Also alles Dinge die das Bewusstsein ohnehin gerne verdrängt. Ich nenne das in die Ablage verschieben. Und von da ist es
nicht weit in den Recycle Bin. Sie meint mir bekomme der PC nicht gut. Sie meint das auch deshalb weil ich Gehirn jetzt immer Festplatte nenne. Was ich aber nicht vergesse, was also auf meiner Festplatte fest abgespeichert ist, vermutlich mit Schreibschutz und Löschsicherung, sind Erlebnisse aus der Kindheit und Jugend. Fachleute nennen
so was Langzeitgedächtnis wenn es plötzlich wieder auftaucht. Ich nenne es „in den Cache“ zurückholen. Womit wir endlich beim Thema wären:
1958-59, ich war in der 4. Klasse wurde mein Lehrer, mein Religionslehrer, Herr Pfeiffer, (Ähnlichkeiten mit der Feuerzangenbowle sind ungewollt und zufällig) vom Dienst suspendiert und an eine andere Schule versetzt. Er hatte nämlich, dieses Ferkel, die Kinder immer besonders schweinische Stellen in der Bibel aufschlagen und
vorlesen lassen. Damit hatte er gleich zweimal gefrevelt. Einmal hatte er sich daran aufgegeilt wenn die Kinder den Schweinkram vorlesen mussten und andererseits hatte er das Bild, das Kinder von der Bibel haben sollen, zerstört. Ob nachhaltig weiß ich nicht. Bei mir konnte da deshalb nichts zerstört werden, weil ich schlicht zu jung war
um es zu verstehen.

1961-62 muss das anders gewesen sein, denn da erinnere ich mich genau, suchte ich mit einem Klassenkameraden genau diese Stellen aus eigenem Antrieb. Das gute an der Sache war, daß ich auf der Suche auch andere Bibelstellen las. Vergessen habe ich die anständigen wie die „unanständigen“ Stellen.
Nochmal einige Jahre später begann ich mich für Religionen (man beachte den Plural) zu interessieren und las die Bibel von der ersten Seite bis zum Schluss einschließlich aller Anmerkungen, der Druckanstalt und des Ausgabejahres. Das war so um 1971 und ich war 22. Meine Mutter meinte denn auch, „die Bibel
liest man doch nicht wie einen Roman….“ Nee, aber wenn man mitreden will, muss man ja wissen wovon man spricht.
Vor kurzem habe ich mich in den Koran versenkt. Ich habe ihn zwar nicht gelesen wie
Tony Blair,* der sich damit bei den Moslems anschleimen wollte, aber etliche Suren und Interpretationen habe ich mir schon angetan. Und weil ich auf dem flachsten Lande wohne
(im Augenblick), und die nächste Buchhandlung weit und schlecht sortiert, habe ich mir natürlich, Allah sei Dank, alles im Internet zusammengesucht. Da fiel mir auch wieder die Bibel ein und meine auf der Festplatte abgespeicherten Früherlebnisse. Und beim Yahoohen fiel mir folgendes auf:
Tippe ich „Sex in der Bibel“ ein erscheinen 416.000 Verweise, bei „Gewalt in der Bibel“ gar 628.000. Mache ich nun den Gegentest und tippe „Sex im Koran“
ein erhalte ich 8.990 Verweise, allerdings führen fast keine zum Koran, und bei „Gewalt im Koran“ erhalte ich 45.400. Aber auch hier ist es so, daß sich viele schlaue Leute in irgendwelchen Foren austoben aber an den Kern der Sache kommt man nicht.
Folge ich noch einmal meiner jugendlichen Neugier und suche gezielt nach „schlimmen Stellen“
in der Bibel, komme ich auf solche Dinge wie:
Er küsse mich mit dem Kusse seines Mundes; denn deine Liebe ist lieblicher als Wein.
Deine beiden Brüste sind wie junge Zwillinge von Gazellen, die unter Lilien weiden.
Ich habe mein Kleid ausgezogen, - wie soll ich es wieder anziehen?
Da stand ich auf, daß ich meinem Freund auftäte, meine Hände troffen von Myrrhe und meine Finger vor fließender Myrrhe am Griff des Riegels.
Ohne daß ich's merkte, trieb mich mein Verlangen zu der Tochter eines Fürsten
Dein Wuchs ist hoch wie ein Palmbaum, deine Brüste gleichen den Weintrauben.
Dein Schoß ist wie ein runder Becher, dem nimmer Getränk mangelt. Dein Leib ist wie ein Weizenhaufen, umsteckt mit Lilien.
Deine beiden Brüste sind wie junge Zwillinge von Gazellen. (alles Hohelied Salomos)
Wow, dafür musste der arme Herr Pfeiffer nun gehen… (naja wahrscheinlich nicht dafür, sondern weil er gerade das mit den Brüsten immer meine kleinen Klassenkameradinnen vorlesen ließ) Also besonders aufregen kann das niemanden, meine 6 jährige
Tochter ist da "härteres" gewohnt. (Kein Wunder bei dem Vater...) Na und die 10 Gebote sind dann ja auch eher sexfeindlich, wenn man sie unter heutiger Sicht sieht und dabei gängige Promiskuität im Kopf hat: Du sollst nicht ehebrechen. Ist ja klar, man wollte seine Sippe reinhalten und (bei den Nomaden) keine fremden Kinder
durchfüttern müssen. Jesus jedenfalls war (und da unterscheidet er sich so wohltuend von Mohammed) viel relaxter: Er sagt zu einer Ehebrecherin: "Auch ich verurteile dich nicht". Schwieriger wird es schon bei Gebot 9.2. man solle nicht "gelüsten nach seines Nächsten (Nachbarn, Freundes, Bruders etc.) Weib". Hier
versucht sich die Bibel als kluger Ratgeber, aber das tun Frau Marianne im Fernsehen und Frau Brigitte im Grünen Blatt auch, und die Lebenswirklichkeit sieht halt anders aus. Also ein Handbuch des Sex ist die Bibel nun gerade nicht, da kann der Koran einem schon mehr einheizen. Und nicht nur dann, wenn man pädophil veranlagt ist. Es
gibt ja Leute, die wollen einem einreden, daß das Internet die Ausbreitung von Pädophilie fördere, aber für mich ist das ein Ablenkungsmanöver. Es geht ihnen nur um die Kontrolle eines schwer kontrollierbaren Mediums. Mohammed jedenfalls kannte das Internet noch nicht. Aber er kannte Steine. Und bei Ehebruch oder Seitensprüngen da gab
es kein Pardon. Pardon? Gab? Gibt es auch heute noch kein Pardon. Steineschmeissen ist denn auch im 21. Jahrhundert noch eine gern geübte Sportart. Nicht nur von wenig bibelfesten westlichen Demonstranten. Nachhaltiger jedenfalls von friedliebenden Mohammedanhängern.
Danach vergeht auch, sofern man es überlebt, die letzte Lust auf einen Seitensprung...
Wie sieht’s nun mit der Gewalt aus? Da geht’s in der Bibel gleich richtig los und wenn man von dem gewalttätigen Entnehmen der Rippe mal absieht (ob Gott den Adams damit wirklich einen Gefallen getan hat, soll mal gesondert untersucht werden) sind zumindest Kain und Abel zwei ganz schlimme Finger. Und so geht
es dann ja weiter, Gewalt von Kapitel zu Kapitel. Die frühen Grünen haben das natürlich auf sublimere Weise gemacht und die Mauern (von Jericho) per Trompeten zum Einsturz gebracht. Jahrelang habe ich mich mit der Frage gequält warum sie diese Technik nicht in Berlin angewandt haben. Obwohl, dies sei Claudia Roth
noch einmal nahe gebracht, es war Gewalt! Die Gewalt nimmt kein Ende, die Bibel über viele Seiten auch nicht, aber als Jesus dann ans Kreuz geschlagen wurde, und einfach verschwand, waren die Gewalttätigen der Zeit erstmal ziemlich platt. Danach sollte es eigentlich weniger Gewalt geben, und Jesus zumindest hat, auch über den Tod
hinaus, immer mäßigend auf die Menschen eingewirkt. Das rechne ich ihm hoch an. Leider tun das nicht die Gewalttäter. Die haben sich wenig aus ihm gemacht.
Bei Mohammed kann von Mäßigung in Gewaltfragen ebensowenig die Rede sein, wie im Zugriff auf Mädchen unter 10 namens Aisha. Der Typ ist über den Tod hinaus gewalttätig und bei meinem selektiven Studium einzelnen Koransuren konnte ich denn auch keine mäßigenden Aufrufe finden. Auch Feinde sollen nicht geschont und Gnade nicht
gewährt werden. Welch ein Unterschied zu Jesus. Deshalb wundert es umso mehr, daß gerade Grüne in Mohammed und seiner Lehre so viel Friedensliebe entdecken. Und Oskar soviel Gemeinsamkeiten.
Den Aufkleber auf der Bibel finde ich also völlig verkehrt. Das bisschen Gewalt, (die Stelle wo steht wie man Sprengstoff mixt habe ich jetzt auf die Schnelle nicht wiedergefunden), kannste, zumal heute, wo’s schon nachmittags im Kinderprogramm heftig zur Sache geht, echt vergessen.
Um aber den Koran mit einem derartigen Aufkleber versehen zu können muss man wahrscheinlich echt Gewalt anwenden….
______________________________________________________________ * Tony Blair's speech to the Foreign Policy centre, Tuesday March 21, 2006
"The most remarkable thing about reading the Koran - in so far as it can be truly translated from the original Arabic - is to understand how progressive it is. I speak with great diffidence and humility as a member of another faith.
I am not qualified to make any judgements.
But as an outsider, the Koran strikes me as a reforming book, trying to return Judaism and Christianity to their origins, rather as reformers attempted with the Christian Church centuries later. It is inclusive. It extols science and knowledge and abhors superstition. It is practical and way ahead of its time in attitudes to marriage,
women and governance.
Under its guidance, the spread of Islam and its dominance over previously Christian or pagan lands was breathtaking. Over centuries it founded an Empire, leading the world in discovery, art and culture. The standard bearers of tolerance in the early Middle Ages were far more likely to be found in Muslim lands than in Christian." (Source)
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