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Elaine, 6 Jahre, PC-User
1. Szene Neulich klingelte das Telefon. Es war niemand dessen Anruf ich erwartete. Es war jemand der mir wieder mal am Telefon etwas verkaufen wollte. Das kann Kosmetik oder eine Zeitung sein. In jedem Fall
abzuwimmeln. Manchmal ist es angeblich eine Umfrage einer Behörde: „Sind Sie zwischen 20 und 40 Jahre alt, oder jemand in ihrem Haushalt?“ Nein bin ich nicht. Sonst ist auch niemand da!!! Doch heute war es anders. Es war ein Mann von der Zeitung der Polizei. Er rufe an um zu fragen ob ich eine Spende machen würde.
„Wofür?“
„Wir sammeln Geld um auf Schulcomputern eine Filtersoftware zu installieren, die Kinder das ansurfen „verbotener“ Seiten unmöglich macht…“ (Er sagte „verbotener“ nicht „ungeeigneter“…)
„Aha!“. sage ich. Schweigen.
„Ja würden Sie dafür vielleicht 20 Dollar Spenden?“
Ich frage: „Filtersoftware, also eine Software die Zensur ausübt?“
„Ja, sind Sie nicht dafür Kinder zu schützen?“
„Ich bin gegen Zensur. Menschen sollten lernen ein kritisches Bewusstsein zu entwickeln. Kinder sind Menschen.“
„Also, Sie sind dafür das Kinder Ponographie sehen?“
„Ich bin nicht dafür. Aber wenn sie sie sehen, sollten sie lernen was Geschmack und Ästhetik ist, und was nicht, und ihre Sinne schärfen!“
„Also Sie wollen nicht spenden?“
„Nein, ich bin gegen Zensur!“
Der Mann kann es nicht fassen und hängt auf.

2.SzeneDer Sohn meines Nachbarn, 12 Jahre alt, recherchiert für eine Hausarbeit über Walfische (!) im Internet und tippt „Brust“ und „groß“ ein. (Englisch hier also „breast“ und „big“. Natürlich erscheint da nichts über die Rippenknochen und
den „Brustkorb von Walfischen“, sondern etliche Seiten mit wilden Photos dickbrüstiger Damen und allem was man noch so auf den einschlägigen Sexseiten findet. Er schaut natürlich, Neugier ist ja gesund, aber nach dem er eine Weile geschaut hat und nun mehr über den Umfang der weiblichen Brust, als über die Größe von
Walfischknochen weiß, will er sich wieder seinen Hausaufgaben zuwenden. Doch, oh je, er hat sich was eingefangen. Glücklicherweise nicht er, aber der Familien-PC. Permanent gehen Pop-ups auf und selbst wenn er den Browser ausmacht und neu startet erscheinen sofort Pops mit Sexanzeigen.
Panik. Nicht Angst vor den Eltern, aber, das der kleine Bruder (6) oder die große Schwester (13) das sehen. Also PC aus und Mama gebeichtet: „Ich habe wirklich nur nach…“ Mama kann auch nichts machen, abends kommt der Vater und repariert alles. Man schmunzelt gemeinsam. Heimliches Einverständnis zwischen Sohn und
Eltern. Puh, ha. Hätte Filtersoftware das verhindern können? So what? 3. Szene
Meine Tochter Elaine, 6 Jahre, kann nur erste Worte schreiben, ist aber sehr PC-erfahren. Tippen kann sie besser als schreiben. Generation PC. Also geht sie bei unserem letzten Besuch in der Bücherei an das Terminal, gibt ihre Identnummer ein
(ja, sie hat eine eigene Bücherei-Usercard…) und sucht im Bibliotheksbestand nach „Barbie“. Lesen kann sie noch nicht richtig, aber dass sie 6 Bücher eingeben darf, das weiß sie. Also gibt sie 6 Bücher ein, wo „Barbie“ steht. Wo Barbie steht, muss auch Barbie drin sein. Klar. Dann gibt sie „Scooby-Doo“ ein und noch was ihr so
einfällt.
 Gestern ruft
die Bücherei an (das ist hier so üblich), die Bücher für Elaine seien da. Gut, heute fahren wir hin und holen sie ab. Ich krieg mich nicht ein, vor lachen:
The Barbie Doll House, by Peter Spectre
The Butcher of Lyon, The Story of the infamous Nazi Klaus Barbie, by Brendan Murphy
Barbie Doll and Me : 45 Playful Matching Designs for Knitting by Nicky Epstein
Mr Brown Can MOO! Can you? by Dr. Seuss
Scooby-Doo and the Toy Store Terror, by James Gelsey
Body-Outlaw, Young woman write about body image and identity, by Ophira Edut
Na also, vielleicht nicht alles altersgemäß, aber gehaltvoll schon. Weiter so… |
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