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 PDA-Max in der Wüste
Von der Schwierigkeit in Deutschland Geld auszugeben oder warum es Deutschland noch viel schlechter gehen muss. Ein Drama in mehreren Akten
1. Teil Sie sind der Ansicht Deutschland geht es schlecht? Natürlich nicht im Vergleich zu Ruanda oder Haiti, aber im Vergleich zu gestern oder vorgestern, na
wenigsten vor einigen Jahren? Sie haben Angst vor Arbeitslosigkeit, denken an diejenigen die dieser Zustand schon erwischt hat und wie er langsam dauerhaft wird, Sie ärgern sich über Unternehmen die ihre Produktionsstandorte ostwärts verlagern oder gleich in China produzieren lassen? Sie sehen mit Bangen in die Zukunft und befürchten ein
weiteres Abrutschen Deutschlands im internationalen Vergleich? Oder ist es ganz anders? Sie halten Deutschland immer noch für den Nabel der Welt, deutsche Produkte allen anderen Überlegen, das Mäkeln am schlechten deutschen Service nervt sie und sie sind der Meinung es sollte alles weitergehen wie bisher?
Denken Sie was Sie wollen. Ich verrate Ihnen was ich denke: Es geht Deutschland noch viel zu gut. Aufgewacht ist noch keiner und richtig weh tut’s auch noch nicht. Es muss noch viel tiefer runter gehen, ganz,
ganz schmerzhaft werden,
bevor sich was ändert. Ändern soll sich was? Ja, aber was denn… Vorspiel:
Mein Sohn hat einen Musiklehrer, der hat ein PDA von Palm. Ein PDA ist ein „Persönlicher Daten Assistent“, klein und flach wie ein Notizbuch, aber mit viel mehr Möglichkeiten. All die Jahre habe ich gedacht ich brauche keinen und das, was ich über die Möglichkeiten hörte, hat mich auch nicht wirklich scharf
gemacht. Meine Adressen konnte ich auch am PC ausdrucken und mitnehmen, wecken konnte mich die Rezeption auf Reisen und Photos macht meine Digitalkamera ohnehin besser. Allerdings hatte ich, aus Gewichtsgründen, auch mein Laptop auf den letzten Reisen zu Hause gelassen und manchmal fehlte mir einfach eine leichte, kleine und schnelle
Möglichkeit zu schreiben. Wenn ein PDA also die technische Reife hätte, daß er fast ein Laptop ersetzen würde, das wär schon was. Erst also der Musiklehrer der von dem Ding schwärmt, aber es überzeugt mich noch nicht richtig. Dann sind wir eingeladen und der Gastgeber zeigt mir sein neues HP Ipaq, mit einer vernünftigen Software, einem
herrlichen Display, er geht drahtlos ins Internet, ruft seine Emails ab und meint „das sei die Zukunft.“ Also neugierig geworden mache ich mich richtig schlau und lese tagelang das Internet hoch und runter und informiere mich so umfassend, daß ich in jedem Büroladen anfangen könnte.
Es kristallisieren sich einige Features heraus, unter denen ich es nicht machen will. Es gibt ein neues Windows Mobile
5.0, das schon fast wie Windows XP zu nutzen ist, jedenfalls mehr kann als alle Vorgängerversionen. Dann möchte ich natürlich den schnellsten Prozessor haben, 624 MHz, und die meisten RAM und ROM, denn bei der „Halbwertzeit“ ist das Ding sonst schon am Jahresende
wieder überholt. Ideal wäre es natürlich, wenn ich eine externe Festplatte oder andere USB-Geräre anschließen könnte,, dann hätte ich mobilen Zugriff auf große Datenbestände. Das heißt es muss einen aktiven USB-Host haben. Und natürlich eine externe BlueTooth-Tastatur. Ohne
die nutzt mir das Ding gar nichts, Schreiben war ja erste Priorität. Wenn es das alles kann, heißt es auch nicht mehr PDA, sondern Pocket-PC. Ich schaue was es so gibt und es kommen in die engere Wahl HP Ipaq und Fujitsu Siemens. HP ist schon wieder überholt und hat keinen aktiven
USB-Host, bleibt, nach längerer Recherche nur ein Fujitsu Siemens Gerät übrig. Dort auch erst die neue Generation, das am 20. April herauskommende Fujitsu Siemens Pocket LOOX N560, mit integriertem Sirf III GPS-Empfänger, 624MHz, VGA, WLAN, Bluetooth, Microsoft Windows Mobile 5.0, Deutsch. Alles klar? Aha, machen Sie sich keine
Gedanken, bis vor 3 Wochen waren das für mich auch noch böhmische Dörfer….
Das also soll es sein. In Nordamerika ist Fujitsu Siemens nicht mit Pocket-PC’s vertreten, hier dominieren Dell, Palm und Asus, aber die sind „Meilen“ zurück und vereinen eben nicht alle wichtigen Features. Also los, wie geben wir nun etliche hundert Dollar/Euro aus?
1. Akt Ich schreibe eine Mail an Fujitsu Siemens und frage nach einem
kompetenten Fachhändler im Raum Frankfurt, der das neue Gerät mit passendem Zubehör spätestens im Juni vorrätig haben wird, oder zumindest bis dahin bestellen kann. Die Webseite nennt zwar einige Händler, aber deren Seiten sind seit Monaten nicht aktualisiert worden und ohnehin fabulieren sie über „komplette Bürolösungen“. Auch die
Onlinekaufseite von Fujitsu Siemens ist veraltet und neue Geräte gar nicht und Zubehör nur teilweise eingestellt. Antwort:
Guten Tag Herr Renitent,
vielen Dank für Ihre Anfrage.
Die Pocket LOOX 700 Serie wurde bis auf das Modell 720 im Bundle mit Navigon 5.0 abgekündigt. Alternativ bieten wir den LOOX C550.
Pocket LOOX C Series - Product Catalog Das Gerät besitzt weder Kamera noch GPS.
Leider liegen mir Ihre Fragen zur N Serie nicht vor.
Bei weiteren Fragen freuen sich meine Kollegen und ich mich auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen unter der Servicenummer 01805 372 100 (01805 FSC 100) montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr.
Freundliche Grüße
Michael Haase
Michael Haase
Customer Interaction Center (CIC)
Fujitsu Siemens Computers GmbH
Telefon +49 (0) 1805 372 100
Telefax +49 (0) 1805 372 200
Danach habe ich gar nicht gefragt. Ich rufe also aus Nordamerika Herrn Haase an und,
sein Name ist
Programm, er hat, ich merke es gleich, keine Ahnung und weiß von nix. Ich höre wie er auf seiner Tastatur rumhämmert und dann schließlich meint, Händler hätten nie Geräte da, es müsse immer bestellt werden und er könne mir die Namen von Frankfurter Händlern geben. Die kenne ich ja bereits von der veralteten Webseite. Der Mann ist ein Callboy,
jedenfalls arbeitet er in einem Callcenter und er verrät mir auch noch, daß HP Ipaq viel populärer ist. Als ich mich bedanke für die erschöpfende und aufschlussreiche Auskunft kann ich richtig spüren, über 15 000 km, wie erleichtert er ist mich nervigen und lästigen Kunden abgewimmelt zu haben.
2. Akt
Ich suche mir unter den Anbietern, viele sind es nicht, einen aus, dessen Webseite nicht ganz schlecht gemacht ist. PDA-Max, mit dem anspruchsvollen Zusatz „Kompetenzzentrum für PDA’s und mobile Navigation“. Klingen tut’s jedenfalls toll. Und siehe da, das LooxN560 ist im Angebot und wird für den 20. April zur
Auslieferung angekündigt. Eine passende Tastatur gibt es nicht. Also sende ich eine Mail und frage nach einem Vorschlag und der Kompatibilität. Antwort:
Guten Tag Robin Renitent,
Sie können unsere Dell BT-Tastaur nehmen. Diese bietet einen WM5. Treiber und sollte so kompatibel sein. Sie finden die Tastatur hier:
http://www.pdamax.de/seiten/detailansicht_da-009.html
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Teuchmann
PDA Max - Kompetenzzentrum für PDAs und mobile Navigation
Inh. M. Wisniewski
Berliner Ring 141
64625 Bensheim
Internet: http://www.pdamax.de
E-Mail: info@pdamax.de
Tel. 06251-704848
Fax: 06251-704849 Nun steht in der Antwort "sollten kompatibel" sein. Es handelt sich also um eine Vermutung.
Was ist, wenn sie es nicht ist? Für ein Kompetenzzentrum etwas schwach. Ich will keine Vermutungen als Kunde, sondern verbindliche, also kompetente Antworten. Nach zwei weiteren technischen Mails, die alle beantwortet werden, aber kein richtiges Engagement oder eine besondere mitdenkende und kundenorientierte Beratung verraten,
sonst hätte ich die Rückfragen gar nicht stellen brauchen, will ich trotzdem bestellen. Ich schreibe also eine Mail,
erkläre, daß ich im Ausland wohne, daß ich am 13. Juni auf dem Rückweg aus Moskau einige Stunden in Frankfurt bin, keinen Zugang zum PC habe und ob man mir bitte ausnahmsweise die Software aufspielen könne um es gleich für mich benutzbar zu machen, da ich sofort weiterreise und das Gerät natürlich beutzen will. Außerdem frage
ich ob, wenn ich immer im voraus bezahle, man mir künftig auch Dinge nach Nordamerika senden kann. (Ist ja für PDA-Max ohne Risiko, weil bereits bezahlt, die Versandkosten trägt eh der Empfänger, also ich, und es erfordert allenfalls die Nachfrage wie hoch die Lieferkosten sind). Aber alles das überfordert heute schon.
Und es kommt wie in dem Film mit Dieter Hildebrandt: "Ham' wa nich und könn' wa nich, gibt's nich.": Guten Tag sehr geehrter
Herr Renitent,
vielen dank für Ihre Anfrage. (...) Eine Sendung von Ihnen ausgesuchter Ware nach Kufstein ist jederzeit möglich, eine weitere Belieferung nach Nordamerika ist allerdings ausgeschlossen. Speziellen Wünschen zu Vorinstallationen
und individuellen Spezifikationen können wir leider aus Zeit- und Kostengründen nicht nachkommen.
Mit freundlichen Grüßen, Ihr Team von PDA Max
PDA Max - Kompetenzzentrum für PDAs und mobile Navigation
Inh. M. Wisniewski
Berliner Ring 141
64625 Bensheim
Internet: http://www.pdamax.de
E-Mail: info@pdamax.de
Tel. 06251-704848
Fax: 06251-704849 Erinnert mich verdammt am sozialistische Zeiten. Oder andersherum, der Firma gehts im
Kapitalismus so gut, daß sie es nicht nötig hat. Was ist schon ein einzelner Kunde. Der soll seine Haken auf der Webseite machen und, verdammt noch mal, bestellen. Aber nicht nerven. Und schon gar keine Sonderwünsche haben. Liegt ja schon eine Weile zurück, aber im ersten Jahr Betriebswirtschaftslehre hatte ich auch mal was von
Kundenpflege gehört. Jedenfalls hatte ich mir mein deutsches Terratec-C.A.R. 4000-Gerät von Fostex, einer amerikanischen Firma, vor
2 Jahren nach Florida senden lassen. Ich habe denen gesagt, daß ich nur 3 Tage in einem Ferienappartment mit Freunden Weihnachten feiere. Das Paket war auf den Tag genau da, die haben sich ein Bein ausgerissen um das möglich zu machen. Tja, Amerika....
3. Akt
Ich suche mir also einen weiteren Anbieter. ITEKO - Mobil Communication Managment. Man, klingt auch so toll. Der hat zwar das LOOX560 nicht im Angebot, aber alle Vorgängermodelle und man kann ja mal fragen. Außerdem sitzt er in Österreich. Ob die
pfiffiger sind? Abwarten. Bis zum Mai, wenn ich hier losfliege ist ja noch soooo viel Zeit…..
Sehr geehrte Damen und Herren, (...) ich bin am 13. Juni einen Tag in Zürich.
Ich würde die Ware bezahlen und Sie bitten diese nach Kufstein an eine Bekannte zu senden, die sie mir dann nach Zürich bringt. Voraussetzung ist, das alles rechtzeitig in Kufstein ist, da Nachlieferungen, teuer, unpraktisch und deshalb schwierig sind, weil ich nach Rom weiterfahre.
Das wären die Dinge die ich gerne hätte:
Fujitsu Siemens Pocket LOOX N560, mit integriertem Sirf III GPS-Empfänger, 624MHz, VGA, WLAN, Bluetooth, Microsoft Windows Mobile 5.0, Deutsch, (Mir ist bekannt, daß es erst am 20. April auf den Markt kommt!)
Stowaway BT Keyboard, ITE BT E9002 , QWERTZ, unter der Voraussetzung, daß es mit dem LOOX 560 läuft (ohne Tastatur nützt mir ein Pocket PC gar nichts!!!)
ITEKO Ledertasche Business Exclusiv, für LOOX N560
Fujitsu Siemens Stylus Pen Kit für Loox N560 Ersatz
Bei dem weiteren Zubehör schreibe ich Ihnen hier was ich möchte verlasse ich mich aber auf Ihre Empfehlung und Vorschläge:
Eine passende Ersatzbatterie, eventuell mit höherer Leistung
Passende Schutzfolie für Display
Mir ist nicht klar ist die im LOOX N560 mitgelieferte Dockingstation identisch mit dem „Craddle“ auf ihrer Webpage? Wenn ja will ich sie nicht, wenn nein, worin besteht der Unterschied, dann möchte ich sie eventuell.
Wie kann man die zweite Batterie laden, ohne daß sie im Gerät ist? Im Craddle?
Ist das mitgelieferte Kabel auch ein USB-Host-Kabel? Das ist wichtig, wenn nicht brauche ich eins für meine externe Festplatte. (Deshalb kaufe ich überhaupt das Ding von Fujitsu, weil es einen aktiven USB-Host hat!!!)
Kann ich davon ausgehen, daß das mitgelieferte Netzteil 110-240 Volt ist? Ich habe keine Lust mehrere Netzteile mitzuschleppen.
Falls ich in Zukunft Artikel benötige sind Sie bereit die (gegen Vorkasse und wenn ich die Versandkosten trage) mir direkt nach Kanada zu senden? Die Frage ist auch wichtig, ich will ja nicht alle Nase lang mit neuen Händlern
anfangen.
Bitte senden Sie mir eine Antwort auf meine Fragen und machen mir entsprechende Vorschläge (Fragen 1-6), eine Rechnung, einen verbindlichen Liefertermin und nennen Sie mir Ihre Kontonummer, so daß ich von meinem Berliner Postgiro
überweisen kann. Bei positiver Antwort werde ich meine Bekannte in Kufstein umgehend benachrichtigen.
Heute abend abgeschickt. Mal sehen wie es weitergeht.
Akt 4 folgt demnächst in diesem Theater im Teil 2...
------------------------------------------------------------------------------ Für die technisch Interessierten:
Fujitsu Siemens Pocket LOOX N560, mit integriertem Sirf III GPS-Empfänger, 624MHz, VGA, WLAN, Bluetooth, Microsoft Windows Mobile 5.0, Deutsch Beschreibung:
Die Pocket LOOX N Serie ist der erste Handheld von Fujitsu Siemens Computers, der einen integrierten leistungsstarken SiRFstar III GPS-Emfänger und Windows Mobile 5.0 Edition mit auffallendem Design kombiniert. Die neue Office Mobile Suite erhöht die Produktivität und
gibt Ihnen Zugang zu allen geschäftskritischen Informationen, egal wo Sie gerade sind. Wireless LAN und Bluetooth ist integriert, für optimalen Anschluss überall. Erweitern Sie Ihre Pocket LOOX N Serie mit SD-I/O / MM Karte, zum Speichern von Daten, für Backups und zusätzliche Anwendungen wie Navigation und vielem mehr.
Achtung: Die Navigationssoftware gehört nicht zum Lieferumfang Technische Daten:
Betriebssystem: Microsoft® Windows MobileTM 5.0 Premium Edition
Prozessor: Intel® Intel® PXA270 624 MHz basierend auf Intel® XScale™ Mikroarchitektur
Arbeitsspeicher: RAM: 64 MB (stehen nicht komplett zur freien Verfügung) ROM: 128 MB
Bildschirm: 3.5-Zoll VGA 480 x 640 Farben, transflektiver TFT Touchscreen, 65.536 Farben, LED Hintergrundlicht
Erweiterungssteckplätze: Interner Erweiterungssteckplatz für SD, SD I/O, MMC für Backup und zusätzliche Anwendungen (Navigation, MP3 Player, etc.)
integrierter leistungsstarker SiRFstar III GPS-Emfänger
Fujitsu Siemens Computers Software Suite inklusive
Schnittstellen:
Gewicht:
Stromversorgung:
Audio:
Lautsprecher
Mikrofon
Kopfhörer
Lieferumfang:
Fujitsu Siemens Pocket LOOX N560, Deutsch
Stylus
Netzteil mit Kabel zum Loox
USB -Kabel
Dockingstation
Tasche
Kurzanleitung
Handbuch und Treiber auf CD
----------------------------------------------------------------------------- Und hier
noch ein Witz zum Thema passend: Kommt eine alte Dame in den Fleischerladen. "Guten Tag, ich möchte bitte zwei Rouladen!" "Ham wa nich. " "Dann geben Sie mir bitte Filet. " "Ham wa nich. " "Na gut, dann
nehme ich dreihundert Gramm Lachsschinken. " "Ham wa nich. " Kopfschüttelnd geht sie hinaus. "Was die alte Schachtel für Wünsche hat", stellt die eine Verkäuferin fest, "die hat wohl nicht alle Tassen im Schrank. " Erwidert die Kollegin: "Aber ein bewundernswertes Gedächtnis hat sie. ". |
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