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 Begeisterte Betroffenheit
Deutsche neigen dazu sich schnell zu begeistern. Sagte man immer. Ist wohl wahr, denn, wenn ich die Memoiren meiner Ur-Ur-Ur-Großtante lese, wie sie sich für den Kaiser (Friedrich III.) begeisterte…. Und alle ihren
Freundesfamilien auch. Stundenlang standen sie an der Straße…Oder, wenn ich meiner Großmutter lauschte, (als sie noch lebte), wenn er, der Kaiser, (Wilhelm II.) Geburtstag hatte und sie jedes Mal eine neues Kleid bekam. Das hatte sie verklärt, ihre Begeisterung war ungebrochen und fast bedauernd bleibt hinzuzufügen, daß bei dem Geburtstag
eines Bundespräsidenten nie eine neue Hose für mich abfiel…
Auch vom Krieg waren die Deutschen begeistert. Wie viele haben sich freiwillig zur Front im ersten Weltkrieg gemeldet. Begeistert trug man das EK 1. Klasse. Und dann war man begeistert von dieser gescheiterten Existenz mit dem Schnurbart, der sich selbst als GRÖFAZ sah und das Deutsche Volk ebenfalls begeistert in den zeitweisen Untergang
führte. Die Begeisterung kannte gar keine Grenzen und man entschied sich begeistert für Kanonen statt Butter und begeisterte sich an der Idee künftig nur noch reinrassige Nachbarn zu haben.

Später erhielt die Begeisterung einen Knick, vorübergehend, geschichtlich gesehen ein Wimperschlag, zog temporäre Depression ein. Die wich aber schnell einer neuen Begeisterung am Wiederaufbau, am Überholen anderer Länder in Produktion und Export. Man kaute begeistert Kaugummi, trug begeistert Jeans und war, vom damit zur Schau getragenen
Existenzialismus, ganz begeistert. Im anderen Teil Deutschlands fanden sich schnell begeistere Kommunisten, die sich ganz begeistert daran machen die Freiheiten wieder, wie in den Jahren zuvor, einzuschränken, zugunsten einer mit Begeisterung erwarteten sozialistischen Zukunft. Man wartete 40 Jahre. Im Westen ging man begeistert ans
Konsumieren und wurde auch darin begeistert Weltmeister, im Ausland warf man begeistert mit der D-Mark um sich. Flüchtlinge aus der Zone, später DDR, begrüßte man begeistert und zeigte Ihnen wie sie an der allgemeinen Reisebegeisterung teilhaben können.

Als Kennedy kam waren die Deutschen so begeistert, es kam ein richtiges Goebbelsgefühl auf. Ich (14) war es auch. Und als er erschossen wurde war ich nicht begeister, aber erschüttert.
Irgendwann waren einige nicht mehr so begeistert von der DDR und fielen ihren Brüdern und Schwestern begeistert in die Arme. Während einige begeistert versuchten in 2-3 Jahren das nachzuholen wofür die Westgeschwister 50 Jahre gebraucht hatten, schwärmten einige Neubegeisterte von einem neuen, in der Zukunft erreichbaren, begeisternden
Sozialismus und tauften die SED begeistert in PDS.
Westdeutsche Salonrevoluzzer nannten sich 68 iger, begeisterten sich an ihrem Mut im Parlament zu häkeln und in Turnschuhen rumzuschlurfen und begannen begeistert die Republik umzubauen. Begeistert begannen sie Müll in etliche bunte Tonnen zu sortieren und noch begeisterter begannen sie das Geld, des,
mit Begeisterung abgelehnten, Establishments umzuverteilen und ständig neue Gruppen zu alimentieren und damit für ihre Ziele zu begeistern.
 Dann kam der Solidaritätsbeitrag, Hartz IV und Euro. Plötzlich war die Luft raus. Die Begeisterung bekam einen gewaltigen Knick und die Langzeitarbeitslosen sind schon lange nicht mehr --, äh,
zu begeistern. Aber dieser akute Mangel betrifft nur die, die es betrifft. Anderen ist ihre Begeisterungsfähigkeit durch nichts zu nehmen. Ja es gibt sogar Begeisterungszuwächse. Ich will jetzt nicht von den weiterhin mit Begeisterung vorangetriebenen (von der Schröderregierung gestarteten) Umverteilungsvorhaben, unserer mit, zugegeben, wenig
Begeisterung gewählten neuen Kompromissregierung reden. Wie begeistert man die UMTS-Lizenzen ersteigert hat und Telekomaktien gekauft hat. Wie man begeistert Bürgerinitiativen und NGO’s gründet um aus dem Umverteilungstopf absahnen zu können. Auch nicht davon, daß die Sozis mit Begeisterung das egalisieren Gesamtschulkonzept wieder
vorantreiben, die Grünen mit Begeisterung die Toten von Tschernobyl hochrechnen, die Klimadaten begeistert ihren Vorstellungen anpassen und ganz begeistert ihre Liebe zu unschuldigen Selbstmordattentätern und zur friedensbewegten Hamas entdeckt haben. Diese Art von gründlicher Begeisterung ist den Deutschen so selbstverständlich wie den Palis
ihre Sprengstoffgürtel. Herr Lafontaine ist von Mahmoud Ahmadinejad begeistert und Horst Mahler auch. Alle Friedensopas haben sich noch mal, naja, halb begeistert aus dem Sessel geschraubt, begeistert ihre Turnschuhe aus dem Schrank geholt und sind vor Begeisterung ganz aus dem Häuschen, weil es gegen die USA ging. Denn für die kann man sich,
60 Jahre nach dem Krieg, eben nicht mehr begeistern.
Herr Schröder, eben noch ein, an seiner eingebildeten Größe, begeisterter Kanzler ist jetzt ganz begeistert von der Gasprom-Knete mit der er seine kärgliche Rente aufbessern kann. Im letzten Jahr sind über 1000 Akademikerinnen in Deutschland zum Islam übergetreten und tragen jetzt ganz
begeistert ein Kopftuch. Man ist, jedenfalls offiziell, von unserer multikulturellen Vielfalt so begeistert, das man vor lauter Begeisterung die Probleme unter den Tisch kehrt.Man streitet begeistert gegen einen Fragenkatalog zur Integration der woanders mit wenig Begeisterung, aber dafür rational überlegt und im nationalen Interesse,
nüchtern, als verbindlich eingeführt wurde. Jeder, der da mit einem Argument kommt den Zuzug von unausgebildeten, mittellosen und religionsindoktrinierten Partizipanten der Umverteilung zu begrenzen und bei der Auswahl der Neubürger etwas kritischer zu sein und mit Vernunft zu agieren, wird begeistert der Ausländerfeindlichkeit geziehen.
Lassen sie uns von unserer neuen Begeisterung für Betroffenheitsrituale reden. Da sind wir wieder mal nicht zu bremsen. Herrjeh, was können wir aber betroffen sein. Claudia Roth ist ständig begeistert betroffen. Über all die Ungerechtigkeiten die ihr so auffallen. Die, die ihr nicht ins politische Konzept passen, fallen
ihr bei aller Begeisterung gar nicht auf. Haben Sie gelesen wie begeistert sich alle auf Schäuble wegen seiner Äußerung, daß „auch blonde und blauäugige Menschen Opfer von Gewalttaten werden“, gestürzt haben um begeistert ihre Betroffenheit herauszuschreien?

Wenn ich mir das so recht anschaue hat der Deutsche zu seiner Begeisterung fast ein erotisches Verhältnis. Es macht ihn an! Jawohl. Aber das ist nicht mehr genug. Adrenalin hin oder her, es muss mehr…Deshalb diese neue Betroffenheitserotik. Wow, das ist wie das Viagra für den begeisterungsfähigen Gutmenschen. In Potsdam wurde ein farbiger
Familienvater erheblich verletzt. Der Bundesanwalt zog das Verfahren mit Begeisterung an sich und verkündete betroffen „es handele sich um rechte Gewalt“, obwohl es noch gar nicht raus ist, sondern einfach alle Beteiligten auch nur besoffen gewesen sein können. Aber wer kann sich an Besoffenen begeistern? Das gibt keine Zeile
her. Der Innenminister von Brandenburg drängte begeistert vor die Kameras um Betroffenheit als Marschlinie zu verkünden und die Presse stürzte sich mit geradezu unglaublicher Begeisterung auf
den Fall um nationenweit Betroffenheit zu verkaufen. Das hat geklappt. Man hat begeistert Komitees gegründet (Ich bin Brandenburg) und nutzt die Möglichkeit seine Betroffenheit zeigen zu können und unterschreibt begeistert gegen RECHTS. Man marschiert begeistert gegen „Rechts“, und übersieht den Freiheitsabbau links. Die rote Heidi
(Heidemarie Wieczorek-Zeul) versichert den ganzen betroffenen Gutmenschen
begeistert, daß private NGO’s und Hilfsinitiativen versuchen werden die Lücke zu schließen, die die Nichtzahlung von Euromilliarden bei den Palästinensern hinterlässt. Heidi, da kommt Begeisterung auf. Die Hamas ist begeistert – obwohl sie (noch) nicht Deutsche sind….
Ein besonders libidinös-erotisches Verhältnis zur Betroffenheit hat übrigens auch Günter Grass. Er kann schon betroffen gucken bevor er begeistert-betroffen den Mund aufgemacht hat. Wer kann das so gut außer ihm? Na vielleicht noch Helmut Schmidt. Das
Internationale Sachsenhausen-Komitee war heute ganz betroffen als Schönbohm es wagt auch an
deutsche Soldaten zu erinnern und – man staune, niemand war begeistert. Das ist selten.
Dafür waren die Hamburger begeistert. Die "Freedom of the Seas" kurvt im Hamburger Hafen hin und her. Na und bei einer Länge von 339 m Länge, 5 m Breite und 72 m Höhe bin auch ich --- ganz begeistert.
Sollte dem Schiff je etwas passieren, weil Osamas Helfer ein Sprengstoff-Schlauchboot dagegenknallen dann – ich versprech’s – bin auch ich betroffen. |
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