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Robin Renitent,   27. März  2006

   

mail 

We seem to have overcome

Soviet fascism, though the heirs

of Nazi-fascism live; but the biggest threat

to freedom lies

in Islamic fascism.

 

  Freedom is not

self-evident. 

 

We are at war – and we have to defend ourselves. 

 For the sake of

our children.

 

   
 

Reise nach Eurabia

Blick zurück in die Zukunft

Heute schreiben wir den 26. März 2036. Dies soll mein letzter Blogeintrag sein. In den letzten 32 Jahren habe ich durchschnittlich 2 Einträge pro Tag gemacht, das sind über 23 000 Blogbeiträge. Nicht alle waren gelungen aber einige wurde immerhin zitiert oder kommentiert. Insgesamt 180 000 Emails habe ich bekommen. Nein, nicht alle freundlich. Mal haben sie mich Nazischwein genannt und mal linke Sau. Immerhin ist mein Verhältnis zur Welt der Tiere nun inniger geworden. Alles hat ja was Gutes, vielleicht sogar der geschriebene Müll, digitaler Abfall…schärft das Bewusstsein für die Qualität des Denkens des Gegners…Was Libertarismus ist wissen die Wenigsten. Gehirn-Kommoden mit 2 Schubladen.

 

Ich fühle meine Knochen, meine Augen lassen nach. Meine Frau, sie ist 23 Jahre jünger, also inzwischen auch schon 63, bringt mich mit meiner Gehhilfe jeden Morgen zum PC-Stuhl, dieser Kippsänfte für ältere Herren, und schiebt mich an meine Tastatur. Bevor ich nun über der Tastatur zusammenbreche, nur noch unzusammenhängendes Zeug verfasse, höre ich lieber auf. Ich werde vielleicht unser Zodiac Boot besteigen und auf die See fahren – um nicht wiederkommen zu müssen. Hemingways alter Mann lässt grüßen.

 

Die Kinder sind versorgt und führen ihr eigenes Leben. Die ersten Zwei, sie sind 59 und 57, leben in Eurabia, die anderen Beiden, 40 und 36 hier bei mir in den Staaten. Kontakt halten sie nicht untereinander, nur die zwei Jüngsten halten immer noch innig zusammen.

 

Was wollt ich doch gleich schreiben, ach ja, (ihr seht es lässt alles nach…), von meinen beiden Enkeltöchtern, Kindern meines ersten Sohnes. Die sind 32 und 31 Jahre alt und wohnen in Eurabia. Ja, und jetzt habe ich den Faden wieder, ich wollte ja erzählen, daß ich sie neulich besucht habe. Wird wohl meine letzte Reise gewesen sein. Abgesehen von meiner Fahrt im Gummiboot auf die See.

 

Ja, der Wunsch war in mir stark, die Beiden mal zu besuchen, an die Orte meiner Jugend und eines Teils meines Erwachsenenlebens zurückzukehren. Also habe ich zu meiner Frau gesagt: „Bitte kümmere Dich um alles und lass uns nochmal rüberfliegen…“ Und da sie mir diesen Wunsch nicht abschlagen kann, schließlich habe ich sie mit meiner ersten Familie nie sonderlich genervt, hat sie sich dann gekümmert.

 

Und die Pässe beantragt. Für die „Union Der Sozialistischen Europäischen Staaten“, UDSES auch Eurabia genannt und auf modernen Karten und neueren Schulatlanten so eingezeichnet. Die Pässe kamen auch bald, aber natürlich brauchten wir noch ein Visum und ein zusätzliches Permit der Religionspolizei. Meine Frau hatte insgesamt 6 Passbilder einzureichen. Ich 4. Sie hatte Kopftuch zu tragen, mein Bart hatte mindestens 4 Monate alt zu sein. Ich hatte mit der Erstellung der Fotos die größeren Probleme, denn Haarwuchs war, genetisch bedingt, bei den Renitent-Männern nie sehr ausgeprägt. Deswegen war ich dankbar, daß der Passfotograf, hier im Ort, meine Bartpartie in Photoshop (Version 38) etwas nachdunkelte und per Stempel üppiger gestaltete. Dann  hatten wir lange Fragebögen auszufüllen, alle mit einer roten Kante versehen, schließlich sind wir Ungläubige und wohnen im Land des Teufels, des Individualismus und der Dekadenz. Die Fragen bewegten sich um unsere Reiseziele, ob wir ausrechend Kleider entsprechend der islamischen Kleiderordnung mitführen würden, wann und ob wir Schweinefleisch gegessen hätten in den letzten 6 Monaten etc. Auch mussten wir angeben und unterschreiben, daß wir keine Bibel, keine Schmuckkreuze, Fotografien von Menschen oder ähnliche, den Propheten beleidigende, Gegenstände mitführen würden. Insgesamt waren es 120 Fragen, einschließlich Fragen zur Menstruation und zum Waschen der Füße.

 

Wir hatten Glück, nach 3 Monaten entsprach auch die europäische ZRAE, die „Zentralstelle für religiöse Angelegenheiten Europas“ unserem Reisebegehr und wie erhielten die ersehnten Papiere. Nun  ginge es ans Kofferpacken und Geschenke aussuchen. Meine Frau verpackte für sich insgesamt 3 Hosen und 5 Burkas sowie 6 Chadors ein, ich beschränkte mich auf 3 Kufiya. Als Geschenke nahmen wir 2 Teeservices mit, das erschien uns unverfänglich und risikoarm.

Schon als wir das Flugzeug mit Reiseziel Frankfurt bestiegen nahm ich die Veränderungen zu früher war. Es gab neben der obligatorischen 1. Klasse, die traditionell seit etwa 20 Jahren den Männern vorbehalten war, je ein Abteil für Männer und Frauen. In einem Sonderabteil durften Ehepaare sitzen. Hier fanden wir unsere Plätze, meine Frau saß hinter mir. Etwas vor dem Eintritt in den eurabischen Luftraum forderte die Stewardess dann alle weiblichen Passagiere zum Anlegen des Chadors auf. Nachdem wir die Passkontrolle hinter uns hatten erwartete uns eine zweite Kontrolle der eurabischen Religionspolizei. Sie war eine Nachfolgeorganisation der ursprünglichen Multikulti-Religionsgleichstellungsbehörde, hatte aber in den zwanziger Jahren Exekutivcharakter bekommen und konnte seither hoheitlich handeln. Im Wesentlichen besteht ihre Aufgabe darin den Willen Mohammeds im eurabischen Raum durchzusetzen und den Islam und seinen Propheten vor jeder Beleidigung zu schützen. Was Beleidigung ist und was nicht wird von einer der UDSES-Unterorganisationen in Brüssel jeden Monat neu festgelegt bzw. fortgeschrieben und erweitert. Die Beschlüsse sind verbindlich und passieren anstandslos den UDSES-Rat. Beschwerden und Widerspruch hatte es nur in den ersten Jahren gegeben.

Wir konnten anstandslos passieren, ich hatte mir aber auch alle fröhlichen Bemerkungen verkniffen. Darauf, daß ich ein älterer Herr war und deshalb geschont werden würde, wollte ich mich lieber nicht verlassen. Ungläubige konnten nur bedingt Schutz vor Übergriffen erwarten.

Nun kamen wir in die Haupthalle, die sofort durch den Mangel an Werbung und bildlicher Darstellung des Menschen auffiel. Geschäftig ging es natürlich zu und der von den Passagieren verursachte Lärm erschien mir stärker als früher. Ich nahm viele Großfamilien wahr, Männer, Frauen, Kinder. Viel schwarz, alles erinnerte mich an Zugvögel die in einem fernen Ziel zustrebten. An jedem Durchgang standen kleine Ständer mit 40cm x 60 cm großen Minigebetsteppichen und die Anzahl der Betenden war ungeheuerlich. Über allem wehte ein Knoblauchduft der mich ständig daran erinnerte: Willkommen in Eurabia.

Der Taxifahrer war aus Pakistan, das war er auch schon 36 Jahre früher gewesen, insofern hatte sich nichts verändert. Straßen, Plätze auf den ersten Blick unverändert, bei genauerem Hinsehen nicht mehr ganz so ordentlich, die Fassaden seit langem nicht renoviert. Werbung verschwunden, Grill- und Bratwurststände auch. Frühere Eckkneipen sind jetzt Teestuben und Basare. Männer an kleinen Tischen, Frauen sah ich aus dem Taxifenster kaum.

Schließlich waren wir in der Straße in der meine Enkeltochter wohnte. Ich hatte die Gegend gut in Erinnerung, gleich an der Ecke war ein LaPerla-Laden gewesen mit süßen Dessous. Ein Slip für 400 Euro und die Inhaberin hatte mit erzählt, vor 40 Jahren, welche Kunden sie hatte. Daneben ein Spielzeugladen, der war immer noch da, jetzt aber lieblos dekoriert mit Barbi-Puppen mit Chador und viel Kriegsspielzeug. Auch zerfetzte und enthauptete amerikanische Soldaten- und Zivilistenpuppen konnte man kaufen, sowie Plastik-Kalaschnikows in jede Größe. Die Auslagen der Bäckereien waren jetzt einfacher, die Fleischereien hatten ihre Rundtheken mit den leckeren Auslagen abgeschafft. Salami war ein Wort was auf der Verbotsliste der Worte stand, ein Anhang im neuen Duden. Dafür wehte ein Hammel-Hautgout-Geruch durch die Straßen und eine Großfamilie schächtete gerade ein Lamm auf einem Balkon.

 

Ich sah nur wenige Frauen im Straßenbild und sehnsüchtig dachte ich an die Zeiten zurück wo sich vor mir ein heißer Hintern in Hotpants oder ein Minirock bummelnd von Schaufenster zu Schaufenster bewegt hatte. Die Auslagen der Geschäfte hatten sich auch verändert, Mode gab es gar nicht mehr, dafür viele Handtaschen, Teeservice und andere unverdächtige Gegenstände. Auch Schuhe und Elektronik waren reichlich vertreten. Das Kino hatte einen Film im Programm „Mutter aller Söhne“ und erzählte die Geschichte von einer Mutter die ihren Söhnen den kürzesten Weg ins Paradies gewiesen hatte. Die Buchhandlung hatte eine prachtvolle Sonderausgabe der „Protokolle der Weisen von Zion“ und eine Koranausgabe mit grünem Samteinband. Der Pornoshop war verschwunden, hier war jetzt ein Gebetsraum für „das schnelle Gebet zwischendurch“. Das Restaurant über der Autobahn, in früheren Zeiten „Bierinsel“ genannt, hatte man umgebaut und es war jetzt ein Minarett aus dem die Stimme eines Muezzin elektronisch verstärkt gegen die Autoströme anrief.

Endlich bei meiner Enkeltochter. Mein Sohn hatte sie, obwohl selbst getauft, kirchenfern erzogen. Zu einem intellektuell untermauerten Atheismus fehlt ihm das Wissen und so bestand seine Erziehung denn einfach aus einem kommentarlosen Fernbleiben von kirchlichen Aktivitäten. Sie selbst, antriebsarm, nett, lustig, aber etwas blass, hatte nichts unternommen um ihrem Leben eine spirituelle Richtung zu geben, den Libertarismus des Großvaters kannte sie nur vom Hörensagen. Dem Vertreter des örtlichen islamischen Rates war sie noch verdächtiger als bekennende Christen, er hatte Schwierigkeiten sie einzuordnen. Zwei Abmahnungen hatte sie bereits erhalten, weil man sie auf dem Balkon ohne Kopftuch gesichtet hatte und die zahlreichen Männer einer palästinensischen Großfamilie, im Hause gegenüber, hatten sich provoziert gefühlt und sich beim islamischen Regionalbüro wegen prostitutiven Verhaltens beschwert. Das sie allein lebte und nur einen Freund hatte, der sie hin und wieder besuchte, erschwerte die Situation zusätzlich. Auch das sie ihre Unterwäsche einmal auf die Wäscheleine gehängt hatte, war negativ auf der schwarzen Liste, die seit etwa 10 Jahren über jeden Bürger geführt wurde, vermerkt worden. War die Liste voll, d.h., hatte man 20 Punkte angesammelt, trat das islamische Regionalgericht zusammen und sprach eine Fatwa aus.

Natürlich gab es noch Kirchen, allerdings hatte man die Glocken entfernt und eingeschmolzen, das Geläut hatte die Muslime beleidigt und auch die Altäre hatte man entfernt. Der ursprünglich angestrebte Dialog der Religionen, besonders von grünen Mulitikulti-Dhimmis lange gefordert, war umgesetzt worden und die Kirchen wurden jetzt als Orte der Begegnung genutzt. Engagierte Muslimbrüder und Vertreter von Milli Görüs erhielten die Chance auch den letzten Ungläubigen unter die Fittiche des Islam zu nehmen und nachdrücklich zur Konversion zu bewegen. Einige Gemeinderäume waren inzwischen von islamischen Jugendorganisationen übernommen und zu Sport- und Djihadschulen umgerüstet worden.

Der Besuch bei meiner Enkeltochter war freundlich-unverbindlich. Viel zu sagen hatten wir uns nicht. Ich hatte, obwohl es ja für eine Weile mein Wohnbezirk gewesen war, das Gefühl in eine andere Welt gekommen zu sein. Das Gefühl der Entfremdung übertrug sich auch auf meine Enkeltochter. Wir lebten ihn anderen Welten. Als ich von den Weiten Amerikas, unserem Haus und der Zwanglosigkeit unseres Lebens erzählte, nur eingeschränkt durch die Beschwerden des Alters, hatte ich fast den Eindruck sie fühlte sich provoziert. Fast glühend verteidigte sie die Fürsorge eines allumfassend organisierenden Staates, die vorteilhafte Entwicklung zu einer sozialen Gleichheit in Anspruchslosigkeit, die auch die islamischen Mitbürger der 5ten Generation einschließen würde. Klar, das Versorgungsniveau insgesamt sei gesunken. Aber durch den UDSES-Zahlungstransfer in den nahen Osten, in den letzen 25 Jahren, hatten auch die arabischen Staaten aufgeschlossen und es kämen jetzt nicht mehr so viele nach. Die meisten Städte und Gemeinden seien fest in muslimischer Hand, dummerweise würde es aber christliche Ghettos geben. Hier würden Horte des Unfriedens zu finden sein. Die Geburtsrate der muslimische Mütter der letzten Jahre sei um ein halbes Prozent auf jetzt 9,7 Kind per Mutter gesunken. Es war mir schleierhaft, wie meine Enkeltochter, bei so zukunftorientierter Einstellungm hatte negativ auffallen können. Ganz klar, sie war noch nicht ausreichend kompatibel. Aber das würde schon noch kommen. Die letzte Woche bei ihr wurde mir zur Qual, ihre Argumente kannte ich im Wesentlichen und waren eine Neuauflage der bereits 30 Jahre zuvor gehörten. Die soziale Umverteilung hatte noch mehr Menschen in eine staatsabhängige Unselbstständigkeit geführt und die faschistischen Elemente des Islam hatten zu einer Neuauflage alter nationalsozialistischer Vorstellungen unter veränderten Label geführt.

 

Eurabia, ein egalisierter Kontinent mit überwiegend islamischer Bevölkerung. Worüber hatte man sich doch zu meiner Zeit gestritten? Um das Reinheitsgebot des Bieres und wie man seine Identität im europäischen Biermarkt erhalten könne. Solche Kämpfe focht man schon lange nicht mehr…

Nun machten wir noch einen Kurzbesuch bei meiner jüngeren Enkeltochter. Diesen Besuch hatte ich bis zum Schluss aufgehoben und ich war mir meiner Unsicherheit bewusst. Vor 4 Jahren schon hatte ich erfahren, daß sie die 3. Ehefrau eines saudischen Teppichhändlers geworden war. Er besaß einen Orientteppichladen in Berlin in der früheren Bismarckalle, jetzt Inschallahstraße. Sie hatte ihm in den 3 Jahren 2 Kinder geboren, meine Urenkel. Mit ihren beiden Nebenfrauen kam sie gut aus, wahrscheinlich auch deshalb, weil sie, nach ihrem Übertritt zum Islam, sich mit besonderer Hingabe den Riten und Geboten unterwarf. Um die Enkeltochter nicht zu sehr mit einem ungläubigen Großvater in Verlegenheit zu bringen verabredeten wir uns in einem saudischen Restaurant. Sie kam, weil ihr Holder im Teppichladen bleiben musste, in Begleitung seiner 2 Cousins. Natürlich erkannt ich sie nicht, immerhin durfte ich einen kurzen Blick auf die beiden Urenkel werfen. Ihre Karriere als Drittfrau war auch deshalb so erfolgreich weil meine Urenkel Söhne waren. Wir blieben etwa 1 ½ Stunden und tauschten Höflichkeiten und Erinnerungen an die Zeit vor 3o Jahren aus. Viel zu sagen hatten auch wir uns nicht.

Nun bin ich wieder zurück. In der Ferne spannt sich eine Betonbrücke zum Festland. Manchmal haben wir hier einen Hurrican. Aber der ist nichts gegen die Stürme die Eurabia hinter sich und noch vor sich hat. Wenn ich am PC vorbei durchs Fenster schaue sehe ich das Haus des nächsten Nachbarn etwa 2 Meilen entfernt. Er ist Baptist und ziemlich strenggläubig. Am Anfang hat er uns einmal in seine Gemeinde eingeladen. Wir haben einmal angenommen, dann ist es aber eingeschlafen. Wir haben trotzdem ein gutes Verhältnis. Er hat nie wieder versucht uns zu bekehren. Er respektiert uns.

Ich werde noch einige Tage in alten Bildbänden blättern. Büchern die die Schönheit Deutschlands von vor 30 Jahren zeigen. Kirchen, Fachwerkhäuser, Restaurants und Biergärten, Museen, Theater, öffentliche Schwimmbäder mit Wellenmechanik. Voll mit jungen Menschen, farbig, stolze Väter mit Digitalkameras, Bikinischönheiten, Mütter, das Handtuch um die Hüften beim Plausch – unverschleiert.

Dann werde ich die Bildbände zuklappen, mein Gummiboot besteigen, die 8PS starten, das schaffe ich gerade noch, und dann aufs Meer steuern.

 

Und nur einen Wunsch haben, daß mich die Küstenwache übersieht!

 

 

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