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Robin Renitent,    29. März  2006

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We seem to have overcome

Soviet fascism, though the heirs

of Nazi-fascism live; but the biggest threat

to freedom lies

in Islamic fascism.

 

  Freedom is not

self-evident. 

 

We are at war – and we have to defend ourselves. 

 For the sake of

our children.

 

Freedom knows

no compromise!

 

   
 

Von Negern und Küssen

Die Diktatur der Political Correctness

Es gibt Menschen die halten Political Correctness für einen kulturellen Fortschritt. Sie sonnen sich in dem Gebrauch neuer Redewendungen, zeitgeistangepasster Begriffe. Mediengerechte Stereotype finden Eingang in den Alltagssprachgebrauch. Henryk M. Broder hat eine schöne Liste von Worten die viel versprechen und nichts sagen: (Ich klaue mal, die ganze Liste durchaus lesenswert hier):

 

Spannend (als Synonym für »interessant«) - Schnell und unbürokratisch – Abnicken – Durchwinken – Durchdeklinieren - Inhalte transportieren – Opferschutz - Rückbau des Sozialstaats - Nach allen Seiten offen sein – Selbstverwirklichung – Strukturkonservativ – Täterschutz – Vergangenheitsbewältigung - Wir bringen uns ein - Wir tun uns schwer - Suboptimaler Auftritt – Schnittmenge – Generalverdacht – Diskursanalyse - Gerade wir als Deutsche - Das Undenkbare denken - Sich einbringen – Konsensfähig – Nachhaltigkeit – Sozialverträglich - Die Menschen da abholen, wo sie sind - Ergebnisoffene Diskussion - Ein Zeichen setzen - Dialog der Kulturen - Zynisch und menschenverachtend - Lernen loszulassen

 

Aber damit nicht genug. Bisherige, über Generationen gebrauchte Worte, Redewendungen werden geächtet und aus dem Sprachgebrauch verbannt. Bücher werden umgeschrieben, Markenzeichen verändert, Spiele verbannt, unser Alltagsausdruck umgeformt. All dies geschieht unter der Prämisse, daß durch die Nichtverwendung ein größeres Maß an Toleranz erreicht und Verständnis für andere Menschen erreicht wird. Es handelt sich hier um eine weitere Lüge der Neuzeit, eine Täuschung der Menschen und eine Selbsttäuschung derer die an dem Prozess der Sprachumgestaltung aktiv beteiligt sind. Die Sprachinquisitoren, wachend über eine zeitgeistkonforme Political Correctness, einer von oben nach unten ins Volk getragenen beleidigungsresistenten Sicherheitssprache, sind selbst ernannte Sittenwächter einer ethnokompatiblen Langweilerquatsche. Toleranz? Nicht ein Jota mehr. Toleranz erwächst aus dem Verständnis und der aktiven Anleitung zum Lernen mit und voreinander. Nicht durch Sprachverordnung.


Klar, inzwischen ist es Mode geworden sich beleidigt zu fühlen. Anders gesagt, wer nicht auf beleidigt macht, wer sich nicht diskriminiert fühlt ist nicht „in“. Es gibt tausend Möglichkeiten sich diskriminiert zu fühlen, zur Not schafft man sich eine. Während die eine Gruppe das Glockengeläut als Diskriminierung ihres Glaubens empfinden, finden andere, dass das Nichtläuten der Glocken absolut diskriminierend ist. Der Verweis auf die höheren Schwangerschaftsraten bei Unterschichtteenies kann ganze soziale Gruppen schwer diskriminieren, und meine Wahl eines Taxifahrers, der aussieht wie ein irischer Bauernbub, diskriminiert automatisch den pakistanischen Taxifahrer.


Schauen wir uns einmal die Veränderungen an und überlegen welchen Gewinn an wirklicher Toleranz es uns gebracht hat, und ob wir verständnisvoller mit einander umgehen, wenn wir auf folgendes Wort verzichten: Neger und die abgeleiteten Wortkombinationen.

 

Neger, (lat. schwarz), aus dem französischen in die deutsche Sprache kommend bezeichnet in seiner ursprünglichen Bedeutung die indigene, also schwarze, Bevölkerung Schwarzafrikas. Das fand Anfang des 17. Jahrhunderts statt. Erst später wurde, durch die amerikanische Abwandlung des Wortes und Umwandlung zu Nigger, ein abwertendes Schimpfwort daraus. Natürlich kann man solche personenbezogenen Bezeichnungen, wenn ihre negative Bedeutung für die Angesprochenen eine Beleidigung darstellt, abändern. So wurde in den letzten 40 Jahren das Wort Neger in Deutschland durch Schwarzafrikaner, Afroamerikaner oder ähnliches ersetzt. Damit komme ich ja gut zurecht. Warum allerdings der

  • Negerkuss jetzt Schaumkuss heißen muss erschließt sich mir nicht.

  • Agatha Christie's "10 kleine Negerlein" unbedingt umtaufen auf 10 dunkelhäutige Kinder

  • Herr Dickmann hatte seine Negerküsse schon vor 15 Jahren in Schaumküsse umgetauft, der Mann war seiner Zeit weit voraus - ein Visionär!

  • Im Prinzip war es, aus heutiger Sicht eine Zumutung, daß sich Leila Negra diesen Kunstnamen zulegte

  • Die deutsche Ausgabe von Astrid Lindgren über das Mädchen Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf, genannt Pipi, ist überarbeitet und um entschärfende Eräuterungen in den Fußnoten ergänzt worden. Denn der unsägliche Originaltext lautet: "Sie glaubte, daß er (ihr Vater Ephraim) auf eine Insel geschwemmt worden war, wo viele Neger wohnten, und daß ihre Vater König über alle Neger geworden war..."

  • Paolo Conte singt "La Negra"

  • aber besonders anrüchig war Ernst Neger, Dachdeckermeister, Sänger und Urgestein der Mainzer Fastnacht

Auch der Mohr (von Mauren, also dunkelhäutig) ist aus dem Sprachgebrauch zwangsverbannt:

  • Der Mohrenkopf, eigentlich ein ganz unschuldiges Gebäck

  • Mozart's Zauberflöte. Umschreiben. Sofort! So geht's nicht!

  • Othello, ein Wahnsinn, wie konnte uns Shakespear das antun?

  • „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen“. Mensch Schiller, noch sein ein  Ding und Du bekommst eins an die Glocke

  • Ein echtes Verbrechen an Kinderseelen ist der Mohr von Dr. Heinrich Hoffmann im Struwwelpeter. Der Mann hatte von Kindererziehung gar keine Ahnung. Die Tatsache das gerade die Mohrengeschichte zu mehr Toleranz im Umgang auffordert ist Korrektniks wahrscheinlich nie aufgefallen.

  • Und natürlich die Mohrrübe. Na so eine Rübe...

 

Und weil wir schon beim Umbennen sind und unsere Sprache etwas egalisieren wollen, kommen wir jetzt zu den Zigeunern:

  • Was halten Sie von Sintischnitzel? Zigeunerschnitzel ist totale verbale Diskriminierung

  • Pablo de Sarasate, "Zigeunerweisen", Johann Strauss, "Der Zigeunerbaron"
    muß jetzt Sintibaron und Sintiweisen heißen.

  • Und lustig ist das Zigeunerleben schon gar nicht...

Die in Berliner Bäckereien beliebten "Amerikaner" mit Zuckerguss schoko/weiss gibts vielleicht noch. Keine Ahnung. In jedem Fall wäre es nicht rassistisch in Amis darf man ruhig reinbeißen... Florentiner aber ist einfach ne Frechheit, wer will schon dauernd angeknabbert werden... Was machen wir denn mit den Frankfurter Würstchen? Mit den Berlinern? Also mit mir? Ich, als alter Berliner will mich jetzt mal so richtig dolle diskriminiert fühlen. Wenn alle dürfen, ich auch, ich auch...


Na jedenfalls hatte ich den Eindruck, daß einige Blogger, auf dem Höhepunkt der Karikaturen-Auseinandersetzung und ihrem umgehenden Posten der Karikaturen (wir auch), fast beleidigt waren, daß ihnen keine Fatwa ins Haus flatterte. Wer nämlich diskriminiert und beleidigt, sich also bewußt über die PC hinwegsetzt, will auch eine Reaktion sehen.
 

Na jedenfalls liegen im Ranking der Beleidigten die Moslems zurzeit ganz vorn. Die Nummer 1 gebührt ihnen. Das haben auch diverse Dhimmis erkannt und weil sie, einerseits, in vorauseilendem Gehorsam und um ja niemandes (und schon gar nicht die eines friedliebenden Moslems) Gefühle zu verletzen und andererseits aus marktstrategischen Erwägungen, die unmögliche Bildgestaltung ihrer Marken entdeckt haben, diese schnell überarbeitet. Zum Beispiel den Sarottimohr. Sarotti gehört zwar nicht mehr Sarotti, auch nicht mehr Nestle und nicht mehr Stollwerk sondern jetzt Barry Callebaut, aber der Manager will Erfolge und Profilierung und so kommt der Mohr, angemeldet 1918 und eingetragen 1922 nicht mehr als Mohr daher sondern als Goldmännchen. Wobei ich mir nicht sicher bin ob man den Turban nicht vielleicht durch Hut mit Gamsbart und die Schuhe nicht durch Nike hätte ersetzen können.

Bevor nun also auch noch die letzten Kinderbücher aus den Buchhandlungen und den Büchereien entfernt oder im Zuge einer erweiterten Political Correctness umgeschrieben werden, werde ich sie digital verewigen. Das dient zwar nicht der Deeskalation in der Auseinandersetzung mit aufgebrachten Muftis, aber darauf kommt es mir auch gar nicht an. In jedem Fall werde ich kein Dhimmi sein, sondern auch meinen Enkelkindern 10 kleine Negerlein vorsingen, Mohrenköpfe backen, dabei die Zauberflöte hören und ein Zigeunerschnitzel verdauen.

Ja, doch, ich bin lernfähig. Ich kann flexibel reagieren. Ich kann mich schnell umstellen. Gute Argumente überzeugen mich. Ich kann auch langjährige Gewohnheiten über Bord werfen. Nein wir sind nicht rassistisch. Hautfarbe interessiert uns nicht. Wir können mit Farbigen und Moslems befreundet sein. Und wir sind es.

Aber nicht um jeden Preis. Nicht um den Preis der Anerkennung einer freiheitsfeindlichen Ideologie. Nicht für eine egalisierende, zeitgeistkompatible Neusprech-Correctness.

Ich bin kein Dhimmi.
 

Update: Kewil von Fakten und Fiktionen hat zufällig heute, 29. März eine schöne Ergänzung zum Thema mit weiteren interessanten Links. Er schreibt über Sprachreiniger. Super. Gibts jemanden der den Irrsinn stoppen kann?

 

 

Links:

Initiative Minderheiten (au wei)

Geschichte Sarotti

Fakten und Fiktionen

 

Nachtrag: Selbst nach 40 minütigem Suchen mit Yahoo ist es mir nicht gelungen ein Cover, geschweige denn ein Bilderbuch der 1o kleinen Negerlein zu finden.  Auch der Text ist nicht mehr zu finden: Von 10 kleine Krabbelfinger über 10 kleine Arbeiterlein bis zu 10 nackte Friseusen wirft Yahoo ja alles aus. Nur das was ich suchte nicht. Aber villeicht war ich auch schon zu müde....

 
   

Den Faschismus

der Sowjets

glauben wir überwunden,

die Erben des Nazifaschismus

leben, aber die

größte Gefahr

droht der Freiheit

im Faschismus des Islam.

 

Freiheit ist keine Selbst-verständlichkeit.

 

Wir sind im Krieg –

und wir müssen uns wehren.

 

Für unsere

Kinder.

 

 

Antisemitismus ist nicht nur rechts...

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