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Laß sehen Kumpel
Das ganze Leben ist ein Kampf. Es gibt große und kleine Kämpfe. Große Kämpfe sind Existenzgründung, Ehen, Scheidungen, Gesundheit, Steuern, der Staat und seine Einflussnahme, der Kampf für die Freiheit. Die letzte Position sollte man auf die erste Stelle verrücken.
Dann gibt es die mittleren Kämpfe. Kämpfe gegen Idioten. Den Nachbarn, der seinen Hund vor unsere Haustür scheißen lässt, den Pfeifenkopf in der Bank, der, obwohl er uns seit Jahren genau kennt, immer wieder nach unserem Ausweis fragt wenn er eine Einzahlung über eine bestimmte Summe verbuchen muss, der dämliche Bulle, der Drogen dealende
Jugendliche geflissentlich übersieht, aber emsig Parker, die 3 Minuten überzogen haben, aufschreibt. Mittlere Kämpfe gibt es auch mit Ignoranten, die nichts von der libertären Idee wissen, auch nichts wissen wollen und mich ständig, obwohl ich es schon tausendmal korrigiert habe, entweder in die linke Ecke oder bei den NEOCON’s verorten. Steigerung
Neocon-Nazis. Was immer das ist. Bleibt die Frage: ist der Kampf gegen Dummheit eigentlich Kampf oder einfach nur ein Dauerzustand der Nervigkeit.
Und dann gibt es die kleinen Kämpfe. Die verzweifelte Suche nach einer verlorenen PIN-Nummer, der Kampf mit einer Software, die ständig eine .dll vermisst, das Kabel das immer wider aus dem PC rutscht und zwischen Hunderten anderer Kabel nicht mehr zu finden ist. Der Kampf gegen Frau und Kinder, die die Zahnpastatube nicht aufrollen, so daß
sie immer aussieht als ob gerade ein 40 Tonner drübergerollt ist. Und den Mülleimer der immer seinen Deckel vorzeitig zuklappt.
Zu den kleineren Kämpfen gehört auch der Kampf gegen das Desinteresse jüngere Menschen. Sagen wir, so im Alter um die 20-30. Es ist die Altersgruppe die einen etwas über 50 Jährigen in die Gruppe „ALT“ sortiert und verächtlich grinst wenn man nicht die aktuellen Basketballgrößen a la Dirk Nowitzki kennt oder den Auspuffdurchmesser des neuen
Golf. Dabei ist das so ungerecht, sind sie so ungerecht? War ich nicht der Erste im ganzen Umkreis, der einen PC hatte? Der Erste der surfte, der Emails versandte, der T-Shirts bedruckte und mit Photoshop umgehen konnte? Der Erste,
der alle seine Platten in MP3 umwandelte? Aber es ist sinnlos, der sinnlose kleine Kampf gegen das Desinteresse.
Gestern war ich mal wieder der Erste. Jedenfalls in unserem gesamten Bekannten- und Nachbarkreis. Ich bin in den Laden gegangen und habe eine Webcam gekauft, sie installiert, das war, dank Windows XP Prof., total einfach, dauerte 5 Minuten und
dann habe ich
Skype runtergeladen. Dann habe ich mir noch eine Kennung zugelegt und unseren Freund Grischa in Moskau angerufen. Wir haben uns und die Kinder gesehen. Zum ersten Mal nach 2 Jahren! Es war ein bisschen wie die Astronautenbilder aus dem
Space. Der Ton war, als ob Grischa neben mir sitzt und es war nicht mehr das Walkie-Talkie-Sprechen der Anfänge vor 5 Jahren. Das Beste ist, es war umsonst. 30 Minuten Live-Schaltung in bester Qualität UMSONST! Einfach irre.
Aber der „Kampf“ geht weiter, ich spreche jetzt vom kleinen Kampf. Denn nun müssen wir alten Säcke die Jungen überzeugen, daß das die ideale Art ist Geld zu sparen und dennoch zu bekommen was man sich in Punkto Kommunikation so wünscht. Sie werden es nicht hören wollen. Handy ist halt
geiler. Und es macht was her. Und es kostet was. Man kann sich damit sehen lassen. Skype-Videotelefonie also nur für alte Säcke oder Webcamgirls? |
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