 Walk the Line Eins macht mich wirklich
glücklich. Das meine Süße nicht eifersüchtig ist. Wäre das so, dann würden wir nämlich ab und zu in ein 3-Tage-Drama rennen. Das würde immer dann stattfinden wenn wir einen Film sehen mit einer Schauspielerin die mich „vom Hocker haut“ oder wenn ich ein neues Fotomodell habe. Vorgestern war’s mal wieder so. Süße brachte die DVD-ZUM-WOCHENENDE
mit: „Walk the Line“ der Titel, die Verfilmung des Lebens von Jonny Cash, und prompt verknallte ich mich in meine neue 3-Tage-Liebe. Diesmal heißt sie Reese Witherspoon. Süße meinte ich solle stille sitzen, die Hände aus dem Schoß nehmen und ruhig halten. Das fiel schwer, denn nicht nur Reese gefiel mir sondern auch ihr Partner
Joaquin
Phoenix. In den habe ich mich natürlich nicht verliebt, aber seine schauspielerische Leistung hat mich außerordentlich beeindruckt. Das war (fast) Jonny Cash. Phoenix hatte ich nur einmal gesehen vorher in „Quills“ wo er den Priester des Marquis de Sade spielte. Auch da war er schon überzeugend. Nun also Jonny Cash. Ich
bin manchmal etwas sentimental und natürlich schimmerte auch diesmal wieder eine feuchte Träne in den Augenwinkeln und ich schluckte heimlich um Süße nicht zu stören.
Aber, und das ist der Knackpunkt bei diesem Film, er ging mir deshalb unter die Haut weil er die Abhängigkeit eines
Menschen von Drogen, Pillen oder Stimulanzien eindrucksvoll zeigt. Und da bin ich halt vorbelastet. Auch mein Bruder war ein talentierter Mensch und hatte exakt dieses Problem. Nur geht es im wirklichen Leben eben nicht immer so aus wie im Film: Also gut! Für mich war denn auch die eindrucksvoll dargestellte Tragik des zeitweisen Verfalls von
Cash das Beeindruckendste. Abgesehen natürlich von Reese als June Carter.
Ihr Lächeln ist so umwerfend, daß es mich gleich in ein Fanatasialand katapultierte. Dazu natürlich die Mode der 50 und 60 Jahre, die weiblich, spielerisch ihren schlanken Körper
umschmeichelt. Jugendsehnsüchte kamen hoch und ich warf einen Blick zu Süße rüber. Die hatte aber Jeans an. Na, vielleicht wirkt der Film auch auf sie inspirierend und sie überrascht mich demnächst mal wieder mit einem Röckchen zur DVD.
Der Film selbst ist sauber gemacht und die Musik törnt auch den an der sonst wie ich, kein U-Musik-Fan ist. Ich habe eine frühe Platte von Jonny und wenn ich hier auf einem Highway mit 100 gemächlich dahinrolle höre ich natürlich lieber Cash als das Forellenquintett. Also meine Empfehlung: Ansehen. Wenn man Jonny Cash (bzw, seine Musik) mag,
wenn man sehen will wie ein Mensch zeitweise seine Freiheit zugunsten von Pillen aufgibt, wie Liebe heilen kann und natürlich wenn man ein Lächeln von Reese Witherspoon erhaschen will. Walk the Line
USA 2005 – Regie: James Mangold. Buch: Gill Dennis, James Mangold, Kamera: Phedon Papamichael. Musik: T-Bone Burnett. Schnitt: Michael McCusker. Mit: Joaquin Phoenix, Reese Witherspoon, Ginnifer Goodwin, Robert Patrick, Dallas Roberts, Dan John Miller, Larry Bagby, Shelby Lynne, Tyler Hilton, Shooter Jennings. Twentieth Century
Fox, 136 Min., Dt. Start: 2.2.2006 |