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"Kennen Sie den?" Über Humor 1 Über Humor und innere Freiheit
Lässt ein SS-Mann in Auschwitz 3 Juden antreten:
"Schaut mir tief in die Augen! Wem etwas auffällt soll es sagen. Wem nichts auffällt oder wer die falsche Antwort gibt der wird erschossen! Du da, komm her!"
Der Jude schaut lange in die Augen des SS-Mannes und sagt: “Ich glaube links haben Sie eine Konjunktivitis.“
"Falsch", schreit der SS-Mann und erschießt ihn. Der zweite Jude schaut zitternd in die Augen des Schergen:
„Rechts sind Sie farbenblind, scheint mir…“
"Falsch!", der SS-Mann erschiesst ihn. "Und DU da?"
Der letzte Jude schaut tief in die Augen seines Peinigers und sagt zitternd:
„Links haben Sie ein Glasauge!“
"Richtig", brüllt der SS-Mann, "wie hast Du das erkannt?“
Der Jude sagt jetzt ruhig: „Es schimmert so menschlich!“ Ich habe nie viel für Witze übrig
gehabt, habe nie zu den Schenkelklopfern gehört die sich halb totlachen können. Auch konnte ich nie Witze erzählen. Es gibt einen einfachen Grund, - ich behalte sie nicht. Ja, ich habe Humor, ich kann herzlich lachen, ich kann auch aus der Situation entstehende Witze machen und Menschen zum Lachen bringen. In der Schule war ich eine Zeit lang
Klassenclown und später war ich mal aushilfsweise einige Tage „Entertainer“. Aber vorproduzierte Witze aufzusagen ist mein Ding nicht und bei einigen kläglichen Versuchen habe ich die Pointe zuerst erzählt. So kenne ich denn auch überhaupt nur 2 Witze auswendig. Der obige Witz wurde von einem Juden, dem einzigen Überlebenden einer großen
Familie die den Holocaust nicht überlebt hat, bei einem Abendessen im Hause meiner Eltern erzählt. Mir stockte der Atem und erst als er herzlich lachte, hatte das eine befreiende Wirkung für uns und die anderen Gäste. Aber es war die Art von Witz die ich mochte. Politisch, intelligent und von einem tiefen Humanismus. Diese Art von Witzen, die
eine Ideologie ins Wanken bringen, eine Diktatur unterwandern, die zur Auseinandersetzung mit der Geschichte, den Betroffenen oder dem System auffordern, - diese Witze gefallen mir.
Mit Ballermannwitzen, Hattu-Häschen-Witzen, Blondinen-Witzen oder Sexwitzen kann ich wenig anfangen und es gibt nur wenige Frauenwitze die mich zum Schmunzeln bringen. Im Gegenteil, wenn ich aus Versehen in eine Gesellschaft gerate wo einer sagt: „Kennt Ihr den schon?“, dann ist der Abend gelaufen und ich schalte auf Durchzug. Meine
Bewunderung für den Witzerzähler gilt allenfalls seinem Gedächtnis und der Tatsache, daß er den ganzen Blödsinn behält.
Der Witz über den SS-Mann wurde vor mehr als 20 Jahren erzählt, inzwischen ist der erzählende Herr um die 83 Jahre alt. Ich habe diesen Witz aber nie vergessen und er hat mich oft, sehr oft zum Nachdenken gebracht. Ihm eigen ist eine Melancholie, die sich, so oft ich an ihn in denke, auf mich überträgt und in mir Traurigkeit aufkommen lässt.
Nun stecken wir mitten in der Diskussion über islamischen Humor. Wenn ich die iranischen oder ägyptischen Blogs abklappere lese ich gelegentlich Witze über Mullahs und über Alltagssituationen die durchaus mit dem Islam zusammenhängen. Es zeigt, daß der einfache und nicht nur der einfache Mann auch im Islam seine Ventile braucht und lachen
will. Wer nicht lachen kann, nicht lachen will und lachen für subversiv hält sind allenfalls die Offiziellen. Die islamischen Politiker, die den Islam und seine Auslegungen für sich instrumentalisieren, die Mullahs, Muftis und Religionsgelehrten denen Humor schon deshalb abgeht, weil sie glauben er würde ihre Autorität untergraben. Humor
setzt, wenn er denn nicht so platt daherkommt wie bei den Hattu-Häschen Witzen, eben auch eine gewisses Maß an Bildung voraus. Der Erzähler, wie der Hörer, muss bei ideologiekritisierenden Witzen in der Lage sein assoziativ zu denken und Bezüge herstellen zu können zu anderen politischen Situationen, zur Geschichte, zum Alltag in anderen
Kulturen etc. Ich bin mir sicher, und ich glaube richtig zu liegen in der Beurteilung der Moslems die ich bisher kennen lernte, daß Muslime auch über Islamwitze schmunzeln können und sie nicht zwangsweise als Beleidigung empfinden. Aber das findet im Privaten statt. Im offiziellen Islam herrscht humorlose Tristesse. Deprimierende Tristesse
wie in Diktaturen. Erinnern Sie sich noch an die Humorlosigkeit der DDR? Haben Sie gelesen wie (offiziell) humorlos die Nazis waren? Glauben Sie, daß irgendjemand was unter Stalin oder jetzt im Totenreich Kims etwas zu lachen hat? Meine Frau erzählt wie es gegen das Ende der Breschnew-Är privat viele Witze
erzählt wurden, aber eben privat. Glauben Sie wirklich, daß Castro (offiziell) über andere, als über seine eigenen Witze lachen kann? Ja, er wird
lachen können. Wenn Sie ihm einen Blondinenwitz erzählen. Aber wenn Sie einen Witz erzählen der ihn oder Grundfesten seiner angeschlagenen kommunistischen Staatsjolle betrifft, landen Sie schneller im Gefängnis als der Witz die Runde macht.
Ich habe verschiedentlich Gelegenheit gehabt mit Pfarrern und (katholischen) Priestern gesellig zusammen zu sein. Gerade diese können privat die ulkigsten Typen sein und herrlich über ihren Glauben herziehen. Eben wie die Juden. Fritz Muliar’s Humor ist unvergessen. Ich kann es nicht beweisen, aber glauben Sie ich würde einen
Mullah oder gar
Mufti finden der mir humorvoll die Schwächen seiner Religion per Witz aufzeigt? Nein. Wäre der Islam, das was er vorgibt zu sein, eine friedliche Religion, wäre der Humor ein friedensstiftender Bestandteil ihrer selbst. Da der Islam aber eine freiheitsfeindliche Ideologie ist, hat auch niemand die Freiheit ihn mit Humor zu würzen.
Ach so. Sie wollten den anderen Witz den ich kenne noch hören. Also gut, er ist aber nicht anspruchsvoll und hat nicht entfernt die Ernsthaftigkeit und Qualität des Witzes unseres Freundes. Außerdem ist er nicht politisch. Dafür stammt er von meiner Mutter, die sich, wie ich auch, keine Witze merken konnte. So ist dies der einzige den sie je
erzählt hat:
„Karl und Eva gehen oberhalb der Stadt auf einem romantischen Weg spazieren. Karl ist sehr verliebt in Eva. Eva: „Willst mal sehen wo ich am Blinddarm operiert wurde?“ fragt Eva plötzlich. Karl kann’s gar nicht abwarten. „Au, ja“, freut er sich. Eva zeigt auf die Stadt: „Siehste, da unten im Hospital…“ |
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