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Robin Renitent, 09.  Februar 2006

   

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Auf dem Weg nach Eurabia
Ich habe s ja kommen sehen. Kaum, daß der Streit um die Karikaturen so richtig entflammt war, gab es die ersten Schlaumeier, die von sicheren Sesseln oder abgesicherten Podien aus die Schuld bei Jyllands Posten und den Dänen suchten. Plötzlich wurde unser freundlicher, offener Nachbar als ausländerfeindlich, rechts und intolerant hingestellt. Vorher hat darüber niemand geschrieben. Der Zeitung wurde bewusste Provokation unterstellt und die Tatsache, daß 3 böse Fälschungen hinzugefügt worden waren ging völlig unter. Offensichtlich haben diese Schönredner das Wesen der Meinungsfreiheit nicht verstanden. Es geht gar nicht darum, ob die Karikaturen gut oder schlecht sind, obwohl plötzlich alle zu Kunstexperten mutieren, es geht lediglich darum, daß die Ausdrucksfreiheit erhalten bleibt. Die dänische Zeitung hat ja auch nicht dazu aufgerufen Mohammed zu beleidigen, sondern sie wollte, zu Recht, herausfinden ob auf dänischem Boden noch veröffentlicht werden kann, wie eh und jeh, oder ob eine Minderheit, und erfreulicherweise sind Moslems in Dänemark noch eine Minderheit, die Mehrheit, die diese Gesetze einmal in demokratischer Weise verabschiedet haben, majorisiert. Es ist selbstverständlich, daß diese, oder andere Cartoons, nicht in arabischen Ländern abgedruckt werden müssen. Aber bei uns ist es eben eine Selbstverständlichkeit, daß sie abgedruckt werden.

Übrigens hat sich die muslimische Welt mit ihrem Affentheater keinen Gefallen getan, ersten wurden bis gestern die Karikaturen etwa 24 Millionen mal heruntergeladen, und zweitens sind die Arbeitsplätze von Arla und anderen dänischen Firmen in arabischen Ländern. Der Käse wird ja nicht aus Dänemark dorthin transportiert. Und – zum Beleidigtsein gehören immer zwei. Einer der beleidigt und einer der beleidigt ist.

Hätten die Muslime mehr in Bildung in investiert statt sich beim Verbrennen von Fahnen zu verausgaben, dann würden diese Fragen auch für sie heute eher Nachrangig und reduziert auf das was Religion sein sollte: Privatsache, das Zwiegespräch mit dem Schöpfer, also in diesem Falle Allah, für den der dran glaubt.

Karikaturen sind auch Ausdruck eines Unbehagens, einer Kritik. Niemand kann vor Kritik sicher sein. Gott, (oder Allah) schon gar nicht. Wenn unsere Götter so großherzig sind wie man ihnen nachsagt werden sie uns vergeben. Die Götter ja, die Menschen eben nicht. Daran merkt man was wir auf Erden für Kleingeister sind. Ich bin z.B., obwohl protestantisch getauft und konfirmiert, heute Agnostiker. Ich bin sicher Gott liebt mich. Es ist wie mit der Mutter mit dem schwierigen Kind. Es wird am meisten geliebt. Also liebt Gott diejenigen, die ihm ferne sind um so mehr. Da wir nur ein Leben haben und das Leben eben nicht nur ernsthafte Auseinandersetzung ist, sondern Humor die Schmiere die es lebenswert macht auch wichtig ist sollten wir uns zum Lachen bringen. Nein, wir müssen uns nicht auf die Schenkel klopfen. Und nicht jeder Witz muss in die Literaturgeschichte eingehen.

Wir haben jüdische Freunde, eigentlich die Generation meiner Eltern. Er ist der einzige Überlebende des Holocaust, seine ganze Familie wurde vergast. Später war er beim britischen Geheimdienst und hat dann Israel in hoher Funktion mit aufgebaut. Er war auch exponiert in der jüdischen Gemeinde in Berlin. Er hat KZ-Witze erzählt die ich nie zu erzählen gewagt hätte. Er hat zu der Schüssel mit nicht koscheren Leckereien gegriffen, die auch auf dem Tisch standen. Er ist (inzwischen 83) gläubig, aber relaxt.

Ich für meinen Teil schätze die Freiheiten die wir über lange Zeiträume hart erkämpft haben und die Bestandteil unseres Selbstverständnisses und unserer Lebensqualität sind sehr. Sie dürfen davon ausgehen, daß ich sie zu verteidigen weiß!

 

Hier die Kommentare von Leuten die die Freiheit noch zu schätzen wissen und auch die Gefahr einer Eurabisierung und des Verlustes der Freiheit sehen:

 

Kommentare die mir gefallen haben:

 

Auszug Hans-Peter Raddatz, Die WELT, 09.012.2006

Die fatalen Konsequenzen der europäischen Toleranz

Im Zentrum des islamischen Rechts steht die Gewalt als Pflicht

Im Zentrum des islamischen Rechts steht die Gewalt als Pflicht. Was man in Europa bislang nicht verstehen wollte oder konnte, ist die im Grunde einfache Dynamik einer vormodernen Ideologie, die sich religiös legitimiert. Sie besagt, daß Macht im Islam derjenige übernimmt, der den Geltungsanspruch des islamischen Rechts durchsetzt. Aus Sicht der europäischen Toleranzidee ergibt sich eine fatale Konsequenz: Die Muslime sind zur Anwendung von Gewalt nicht nur berechtigt, sondern um so mehr verpflichtet, je weiter sich die Geltung der Scharia ausbreitet. Innenminister Schilys "abstrakte Gefährdung" kann somit immer konkreter werden.

Genau dies unterstützt der "Dialog". Indem er die Islamisten stärkt, schwächt er die "gemäßigten Muslime" und fördert das islamische Gewaltreservoir, dem Holland, Deutschland und England besonders günstige Bedingungen geschaffen haben. Solange das islamische Parallelrecht "Religionsfreiheit" genießt, ist es nicht nur gezwungen, selbst diese Freiheit zu verweigern, sondern die eigene Entwicklung mit allen Folgen der Intoleranz voranzutreiben. So schwer die Erkenntnis auch fällt - im Falle des Islam bedeutet Toleranz die Demontage des Rechtsstaats und die Legitimation von Gewalt.
 

Dies alles ist zwar längst bekannt, aber europaweit verdrängt worden. Wer Bedenken anmeldete, galt als "Rassist" oder Schlimmeres. Im Zuge einer minderheiten-, das heißt islamorientierten Politik beugte man sich vielmehr den Forderungen der Muslime nach Moscheebau, Islamunterricht, Kopftuch und so fort, ohne das Mehrheitsinteresse angemessen zuzulassen. Je erfolgreicher sich die islamische Expansion ausbreitete, desto stringenter wurde die Anspruchshaltung ihrer islamistischen Vertreter. Daraus bildete sich dann deren Mischung aus Täuschung, Drohung und Gewalt, wie sie derzeit grassiert und an europäischen Kabinettstischen mitzuregieren beginnt. (...)
 

Euro- und Islam-Eliten bilden ein neofeudales Leitkartell, das die Mehrheitsbasis zum "Stammtisch" erklärt und das Recht des Islam zum Zensor der Demokratie macht. In der Feindbildliste dieses Zensors nehmen Israel und Amerika die obersten Ränge ein, denen Europa mit verstärktem Antisemitismus beziehungsweise Antiamerikanismus "islamisch korrekten" Tribut zollt. Das verbrauchte Parteienspektrum in Deutschland folgt diesem Trend und steht dem neuen Rechtsextremismus konzeptlos gegenüber.


Der Islam könnte zum Prüfstein werden, der die Europäer zur Renaissance der eigenen Kultur zwingt. Die überdimensionierte Zuwanderung des vergangenen Jahrzehnts hat einen enormen Integrationsstau erzeugt, der nicht durch vormoderne "Problemlösungen" in Gestalt von Terror und politischem Mord zu bewältigen ist. Das Recht auf Toleranz kann nur nutzen, wer gleiche Toleranz übt. Wer diesen Basiskonsens in Frage stellt, gibt zu erkennen, daß er in der Gewalt kein Problem sieht. Europa wird eine historische Gewaltphase riskieren, wenn die Muslime nicht die Bedingung der Religionsfreiheit erfüllen: die Trennung des Rechts vom Ritus."


 

Auszug Hanspeter Born  Weltwoche, Ausgabe 06.06

Abendland unter

Nach den Karikaturen kamen die Bücklinge, im Zusammenprall mit dem Islam werden zentrale Werte der Aufklärung geopfert. Wie schwach ist Europa eigentlich? Überalterung, Kindermangel und fehlendes Selbstbewusstsein – der alte Kontinent zeigt alle Symptome einer untergehenden Kultur.
 

Schon heute werden in niederländischen Stadtvierteln mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit Juden, Homosexuelle und «unzüchtig» gekleidete Frauen von jungen Muslimen bedroht. Werden sich unter zunehmendem islamischem Druck unsere Sitten weiter verändern? Werden Buchhandlungen islamkritische Werke weiterhin verkaufen dürfen? Wird man den Alkoholausschank beschränken? Werden sich unsere Frauen dezenter kleiden müssen? Wird es sich eine französische Regierung noch erlauben können, muslimischen Schülerinnen das Tragen des Kopftuchs zu verbieten? Wird es unser Fernsehen wagen, Islamkritiker in den «Zischtigsclub» und die «Arena» einzuladen?

Weil die zu erwartenden gewaltigen und vermutlich leider auch gewaltsamen Auswirkungen des Bevölkerungsschwunds in Europa sich kaum schon in den nächsten Jahren bemerkbar machen werden, stecken wir – Politiker und Öffentlichkeit – den Kopf in den Sand. Während die Lunte zum Brand von Europa bereits glimmt, schwätzen wir über alles andere – wir ereifern uns über Feinstaub, Steuerwettbewerb, Pitbulls, die Privatisierung der Swisscom und weitere der von Toynbee beschriebenen «oberflächlichen, Schlagzeilen machenden Dinge». Arnold Toynbee hat auch gesagt, dass Zivilisationen nicht ermordet werden, sondern Selbstmord begehen. Europa ist auf dem besten Weg dazu.

 

Auszug Hubert Kleinert im SPIEGEL, 08. Februar 2006

 

"Die Dänen haben den Islam nicht angegriffen
Man kann die Veröffentlichung der Karikaturen geschmacklos oder unsensibel finden, gewiss. Und wer sie nicht ertragen kann, mag die Gerichte bemühen oder sich meinethalben für eine Verschärfung von Gesetzen verwenden. Aber es kann im Ernst in unserer demokratischen Kultur keine Frage sein, dass nicht Dänen den Islam angegriffen haben, nicht einmal eine dänische Zeitung, sondern umgekehrt Muslime tragende Grundlagen der europäischen Zivilisation attackieren. Das ist der Kern des Problems und wer das verständnisvoll durcheinander bringt oder gleichsetzt, liegt schief. Und deshalb gibt es bei allem notwendigen Bemühen um Besonnenheit und Abbau von Spannungen auch Formen des Verständnisses für muslimische Empörung, die falsch und unangebracht sind und letztlich auch niemandem weiterhelfen. (...)

Was wird passieren, wenn wir wirklich mal ein Problem haben?
Das ist das Problem, mit dem wir es verschärft in den nächsten Jahren zu tun haben werden. Da wir bei aller andauernden Suche nach den aufgeklärteren, moderneren Varianten des Islam nicht davon ausgehen können, dass sich an der politischen Ausbeutbarkeit religiöser Empfindungen und nationaler und kultureller Zurücksetzungsgefühle auf Sicht Gravierendes ändern wird und die wohlfeile Formel von der "Demokratisierung der islamischen Gesellschaften" so schnell kaum Realität werden wird, stellt sich die Frage, wie die westliche Kultur und politische Öffentlichkeit damit umgeht.

Die von der kulturellen Lust am Tabubruch in den letzten Jahrzehnten arg geplagten christlichen Kirchen mögen dabei insgeheim hoffen, dass die muslimischen Empfindlichkeiten dieser Tage am Ende auch ihnen mehr Schutz vor den Verunglimpfungen in der säkularisierten Welt bringen mag. Dies freilich wäre höchst kurzsichtig gedacht. Denn im Kern geht es doch um viel mehr als die durchaus berechtigte Frage, ob nicht im Namen von Presse- und Kunstfreiheit mitunter Grenzen überschritten werden, die nicht überschritten werden sollten.

Mir jedenfalls ist höchst unwohl, wenn ich an die Konsequenzen denke, die die Entladungen der letzten Tage längerfristig haben werden. Wenn die Veröffentlichung solcher Karikaturen einen solchen Bildersturm und eine so uneinheitliche Reaktion des Westens hervorrufen können, was wird dann künftig sein mit harten Kritikern des Islam? Werden wir mit ihnen umgehen wie manche demokratische Linke mit Solschenizyn in der Entspannungsära der frühen siebziger Jahre? Werden wir zuerst fragen, ob ihre Kritik denn wirklich immer so "kompromisslos" ausfallen muss? Oder werden wir zuerst ihr demokratisches Recht verteidigen? Ich verstehe gut, was manche verantwortliche Politiker dieser Tage bewegt. Scharfmacherei darf nicht sein. Aber auch nicht zu viel Verständnis, wo fundamentale Freiheitsrechte unserer Kultur in Frage gestellt werden."

 

Auszug Ulrich Sahm auf n-tv, Montag, 6. Februar 2006


Wenn der Papst gen Mekka betet

Kann man die Gefühle eines Blinden mit pornografischen Fotos verletzen oder bereiten schiefe Töne einem Tauben Ohrenschmerzen? Die Moslems sind wie "Blinde". Beim besten Willen konnten sie die angeblich so verletzenden Karikaturen nicht sehen. Keine arabische Zeitung hat sie nachgedruckt, kein arabischer TV Sender würde sie ausstrahlen und CNN vertuscht sie, als handle es sich um Pornographie. Können Gefühle allein durch Gerüchte verletzt werden?

Und hört man sich die Gerüchte genau an, so erfährt man, dass der Prophet Mohammed in jener dänischen Zeitung als Schweinskopf oder pädofiler Dämon dargestellt worden sei. Daraufhin fordern der Papst, Bundeskanzlerin Merkel und Islamexperten, dass die Presse sich "zurückhalten" und den Glauben der Moslems respektieren sollte. Doch nicht nur die Karikaturen, die in jener dänischen Zeitung abgedruckt worden sind, ließen die Gefühle aufwallen. Es waren vielmehr Cartoons aus obskurer Quelle, die eigenwillig von dem dänischem Imam einer Hetzbroschüre beigefügt worden sind, mit der er beim ägyptischen Großmufti und bei der arabischen Liga hausieren ging, um das Feuer zu legen.

Wie soll sich Jyllands-Posten nun für Karikaturen entschuldigen, die sie nicht veröffentlicht hat? Warum bezichtigen der Papst, die Bundeskanzlerin und die Experten nicht diesen dänischen Imam des Betrugs? Der Pöbel in Damaskus, Beirut und Gaza, in Kaschmir oder Afghanistan, lacht doch nur über die europäischen Selbstbezichtigungen und das schnelle Einknicken. Schon bald könnten fromme Moslems in Europa den Anblick von Schweinefleisch in Supermärkten oder offenes Frauenhaar auf der Straße als unerträgliche Gotteslästerung betrachten. Wird sich Frau Merkel dann in einen Tschador hüllen und der Papst aus Respekt beim Gebet gen Mekka verneigen?

   

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