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Robin Renitent,  15. Dezember  2005

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Amerika zerstört den Westen? Ach wirklich?

So ein Idiot! Mein erster Gedanke. Wie heißt die Flöte, aha Florian Güßgen, Kommentator des Magazins STERN. Also einer der typischen Mainstreamlohnschreiber, die ja die den Graben zwischen Europa und Amerika erst schreiben, ihn herbeischreiben. Natürlich gibt es Gräben zwischen Amerika und Europa, wenn die Maßstäbe für die Wichtigkeit einer Nachricht bis zur Unkenntlichkeit verschoben werden.

 

Güßgen: Erst die Hinrichtung von Stanley Tookie Williams, dann die Debatte über die Verschleppung Khaled al Masris. Diese Woche hat schrill vor Augen geführt, wie tief der Graben zwischen den USA und Europa ist. Der Westen droht zu zerbrechen.“

 

Man gewinnt den Eindruck es würde Güßgen freuen. Es ist schlichtweg zum  kotzen wie hoch die deutsche Betroffenheit mal wieder schwappt, wegen dieses Tookie Williams. Als ob es keine anderen Themen mehr gäbe. Hat sich irgendjemand, vielleicht der STERN, für einen wegen weniger schwerer Delikte Verurteilten in China, Tschetschenien oder Afrika eingesetzt? Warum gerade Tookie? Weil er AMERIKANER ist!! Deswegen. Und weil man in deutscher Überheblichkeit nicht akzeptieren kann und will, daß auf der anderen Seite des Atlantik, auch eine Demokratie ist, die demokratisch beschlossen hat ihre Gesetzgebung in bestimmten Bundesstaaten so zu gestalten, daß die Höchststrafe eben die Todesstrafe ist. Schließlich sind wir ja, von den Amerikaner befreit und nach den Nürnberger Prozessen nun so demokratisch perfekt, daß neben uns kein Platz mehr ist. Wir deutschen Perfektionisten wissen eben alles besser, nicht nur wie man KZ anlegt und Gasöfen baut, nein, auch wie man anderswo Demokratie zu verstehen hat. Keine einzige Zeile habe ich über die 4 Opfer gelesen.

 

Güßgen: Zwei Mal haben wir in dieser Woche aus nächster Nähe erfahren, welche Rechte das Amerika von George W. Bush für sich in Anspruch nimmt, wenn es darum geht, seine Ziele durchzusetzen.“

 

Er kann gar nicht akzeptieren, daß Bush frei gewählt wurde und das Amerika nicht Bush „gehört“. Schließlich hat Deutschland auch nicht Schröder 8 Jahre gehört, obwohl er oft so auftrat.

 

Güßgen: „Weil dieser Staat potenzielle Mörder abschrecken will, werden Mörder in vielen seiner Bundesstaaten hingerichtet. Gnadenlos. Auge um Auge, Zahn um Zahn. In der Wahl seiner Mittel macht sich der Staat mit dem Verbrecher gemein. Gottgleich entscheidet er über Leben und Tod. In einem liberalen Staat, zu dessen Ordnungsprinzipien die Unversehrtheit des Einzelnen gehört, ist das der GAU - der größte anzunehmende Unfall. In den USA ist dieser Unfall keine Ausnahme, sondern die gültige Norm, in Europa ist die Todesstrafe weithin geächtet.“

 

Der Mann hat schlichtweg keine Ahnung, doch er hat sie, aber er will uns trotz besseren Wissens manipulieren: Es ist nicht der STAAT, sondern es gibt deren 50, und jeder hat seine eigene staatliche Gesetzgebung. Herr Güßgen sollte mal Nachhilfeunterricht nehmen. Und so schreiben sie die Linken, a la Güßgen, sie verwenden Worte wie GAU um unser Unterbewusstsein zu kitzeln und um uns zu suggerieren welch ein „brutaler Unrechtsstaat“ doch diese USA sind. Das kommt bei Tante Erna und Onkel Otto an. Denn sollten  sie je da gewesen sein, lagen sie allenfalls für 599 € die Woche in Miami Beach auf dem Handtuch.

 

Aber es kommt noch schlimmer:  "Auge um Auge, Zahn um Zahn. Das gleiche Prinzip wenden die USA auch bei der weltweiten Verbrecher-Jagd an. Weil George W. Bush und die CIA potenzielle Terroristen - Massenmörder - jagen, nehmen sie sich das Recht heraus, Verdächtige zu verschleppen und zu foltern - ohne Rücksicht auf rechtsstaatliche oder völkerrechtliche Prinzipien. Der Zweck heiligt die Mittel. Da wird dieser Deutsche al Masri eben mal kurz auf dem Balkan gekidnappt, nach Afghanistan verschleppt, eingekerkert, verhört, möglicherweise auch gefoltert. Die USA, Heimat des "Westens", arbeiten mit den gleichen Methoden wie die finstersten Schergen der russischen Mafia.“

 

Welches Bild könnte in deutschen Kleinhirnen schrecklichere Vorstellungen auslösen als „Die russische Mafia“. Herrje, so schlimm sind also die Amis schon? Das Amerika aus einer berechtigten Anstrengung zur Selbstverteidigung handelt wird unterschlagen. Und der Fall Masri wird nun so medial ausgeschlachtet, daß es nicht zum  aushalten ist. Ja ist er denn gefoltert worden? Ich meine, ging es um intensive Befragung, vielleicht die psychologische Androhung von Folter, oder hat man ihm tatsächlich die Hammelbeine 10 cm länger gezogen. Selbst wenn er wirklich völlig unschuldig war, was bisher gar nicht bewiesen ist, - an der tatsächlichen Aufdeckung hat ja auch kaum einer noch Interesse-, würde niemand die so passende Gelegenheit die Amerikaner vorzuführen verstreichen lassen wollen. Die MEDIEN schon gar nicht. Die berufen sich auf ihre Wächterfunktion, aber sie wachen ganz einseitig und insofern handelt es sich eher um eine Kläfferfunktion.

 

Und Güßgen kläfft: „Der Glaube an die Werte der Aufklärung, an den liberalen Staat, an die Würde und die Rechte des Einzelnen, dieser Glaube scheint Amerika und Europa nicht mehr zu einen, sondern zu trennen. Das ist schlimm.“

 

Oh ja, das ist schlimm, so schlimm Herr Güßgen. Nur das gerade liberale Werte verteigt werden müssen, liberale Freiheit nicht verhandelbar ist, und eine liberales Rechtsverständnis Selbstverteidigung nicht ausschließt, ist ihnen offenbar entgangen. Deutsche Liberale haben sich auch längst von der Verteidigung der Freiheit verabschiedet. Diese weich gespülten Softies die sich den Sozies permanent zum Beischlaf anbieten würden für die Freiheit keinen Finger mehr krumm machen. Den an einer Magnum schon gar nicht.

 

Güßgen: "Das Amerika George W. Bushs wähnt sich im Kriegszustand, nach innen wie nach außen. Das Gefühl der Bedrohung rechtfertigt dabei alle Mittel - die liberalen Prinzipien, so scheint es, werden für unbestimmte Zeit schockgefroren. Der Westen, ebenso mythischer Ort wie normatives Glaubensbekenntnis, droht an diesem total geführten Krieg zu zerbrechen. Erst jetzt wird deutlich, dass das deutsch-amerikanische Zerwürfnis über den Irak-Krieg unabhängig von Kanzler Schröder ein Symptom für einen fundamentalen Konflikt war, der das transatlantische Verhältnis auf Jahrzehnte prägen könnte: Der amerikanische Staat handelt systematisch anti-liberal.“

 

Güßgen will einfach nicht wahr haben, das wir im KRIEGSZUSTAND sind. Nicht weil wir im Westen den Krieg erklärt hätten, sondern weil er uns aufgedrängt, nein weil er uns mehrfach erklärt wurde. Der amerikanische Staat handelt eben nicht systematisch anti-liberal wenn er gerade die liberalen Werte des Westens verteidigt. Ich prognostiziere,  daß Europa mit seinen zahnlosen, impotenten Gutmenschen die Niederlagen wird zuerst einstecken müssen. Der Schrei nach dem großen Bruder, unseren „amerikanischen Freunden“ wird in spätestens einer Generation erneut erfolgen. Sollten uns die „brutalen Amis“ dann die kalte Schulter zeigen, würde es mich nicht wundern. Güßgen ist einer dieser zahnloses Träumer und Auflagenschreiber die, indoktriniert vom linken Gleichheitskult, andere gedankliche Ansätze schon gar nicht mehr in ihre Gehirnwindungen kriegen, geschweige denn ins Keyboard tippen können. Für ihn gehen die „USA von einer Welt aus, in der der Mensch des Menschen Wolf ist.“ Ist er das nicht? Herr Güßgen gehen Sie doch mit ihrem Presseausweis in die Vororte von Paris oder die entsprechenden Viertel in den Niederlanden. Allein sie mutiger Tastenheld. Dann  werden sie nichts weiter sein als ein kleines Rotkäppchen. Um als Wolf zurückzubeißen fehlen ihnen schon die Zähne. Wie ja überhaupt die schreibende Zunft seit fast 40 Jahren ihre Zähne alle beim gleichen Dentisten abgibt.

 

Nun schreibt er also weiter für seine unbedarften, unkritischen Leser und bedient sich der Bilder die die auch kennen: Lord Voldemort und natürlich die Baseballschläger. Weil jeder Doofe weiß, daß man in den USA gern Baseball spielt. So werden Ressentiments geschürt und aufgebaut, so schreiben sie die deutschen Brunnenvergifter. Und fragen sich danach (schein-)besorgt: „Der Boden des Westens knackt und knirscht, er bebt. Eine Kluft hat sich aufgetan, die immer tiefer zu gehen scheint. Wie können die Europäer, wie kann Deutschland, verhindern, dass es zum echten Bruch kommt, zu jenem Auseinanderdriften, das sich niemand ernsthaft wünschen kann?“

 

Nein, nachdem wir nun schreibend an der Propagandafront die Gräben vertieft die Boden zum knirschen gebracht haben, wollen wir uns doch ein Auseinanderdriften nicht wirklich wünschen, oder? Vielleicht, vielleicht brauchen wir sie ja doch noch einmal. Und da bedienen wir nun etwas diejenigen die angesichts dieses stürmergleichen Artikels doch die Stirne runzeln mit ein paar Vorschlägen vom Zivilaustausch. Der war zwar immer da, und hat erst unter der Schreibe und Antiam-Hetze von Güßgen und Konsorten angenommen, aber, aber man könnte ihn  ja wiederbeleben. „Möglicherweise hilft der direkte Kontakt mit den USA vielen Europäern auch zu verstehen, wie sehr die Anschläge des 11. September 2001 die Psyche dieses Landes verändert haben.“

 

Ja, möglicherweise. Aber nicht wenn wir auf dem Handtuch in Miamibeach liegen bleiben oder Magazine wie den STERN inhalieren. „Amerika scheint in einem traumatischen Zustand verfangen, wie ihn sonst vielleicht nur Angehörige von Mordopfern durchleben.“ Tatsächlich? Und wie ist der herbeigeschriebene psychische Ausnahmezustand der Europäer zu verstehen?

Güßgen: „Die Europäer müssen das verstehen, akzeptieren dürfen sie es nicht.“

 

Nee,  Herr Güßgen: „Die Amerikaner sollen uns verstehen? Akzeptieren müssen sie uns nicht!“

 

Güßgen ist nicht der Einzige der so schreibt, es ist der Kaffeesatz aus dem in allen deutschen Redaktionstuben heute der Antiamerikaaufguss gebraut wird. Das fängt ganz links an geht über die breite Mainstreammitte bis ganz nach rechts. Alle können sich dieser Technik bedienen, denn sie kann allen dienen: Dem Anpeilen eigener Interessen, dem Versuch mit dem Verweis auf diesen „Gegner“ Anhänger ins Boot zu ziehen.

 

Unredlich ist sie die deutsche Journaille. Unehrlich, interessenorientiert und verlogen.

 

Herr Güßgen, meine Eltern gaben mir eine gute Erziehung. Aber ich würde ihnen zu gerne, stellvertretend für alle ihre Kollegen, kräftig in die Eier treten.

 

 

 

http://www.stern.de/politik/deutschland/551571.html?nv=cb

 
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