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27, vorzeitig pensioniert
Eben rief ich meine Tochter an. Das geschieht ein-zweimal im Jahr. Das gute Kind wohnt in Dänemark und ist inzwischen 27 Jahre alt. Normalerweise würde man sich als Vater nach ihrem Befinden,
dem des Freundes/Ehemannes und möglicherweise der Enkelkinder erkundigen. Doch ganz so ist es bei uns nicht. Abgesehen davon, daß sie alle paar Monate ihre Telefonnummer und Anschrift wechselt und ich immer die größte Mühe habe auf dem aktuellen Stand zu sein, sie ruft ja nie an, bin ich jetzt natürlich froh ihre Stimme zu hören. Ist ja auch
bald Weihnachten.
Nach dem üblichen Sympathie- und Liebesformeln zwischen Vater und Tochter erfahre ich wirklich „erfreuliches“: Mein Kind wurde „vorzeitig pensioniert“. Donnerwetter! „Ja, Papa, ich bekomme jetzt nicht mehr 5600 DKK. Es sind jetzt 9000 DKK. Ich brauche mich auch nicht mehr beim Arbeitsamt zu melden. Ich bin jetzt freier, viel freier. Wenn ich
Arbeit finden sollte kann ich sie annehmen, wenn nicht bleibt es bei den 9000 DKK.“
Mir fällt fast der Hörer aus der Hand. Ich schaffe es gerade noch in den „Universal Currency Converter“ 9000 DKK einzutippen und dann 1206 € abzulesen. „Hast Du überhaupt schon mal irgendwas ins dänische Sozialsystem eingezahlt?“ frage ich schwach.“Nein, das nicht, aber es ist gut, daß ich die dänische Staatsbürgerschaft angenommen habe.
Man
ist hier eben sehr sozial!“
„Ist man wohl“, denke ich und frage: „Wie lange bekommst Du das Geld? Ich meine, wenn Du 100 Jahre alt wirst…“ Und ich ahne bereits die Antwort: „Mach Dir keine Sorgen Paps, bekomme ich bis an mein Lebensende!“ Nein ich mach mir keine Sorgen, nein, ich freu mich für sie, wirklich. Sie klingt ja auch so glücklich.
Dänemark ist schon ein toller Sozialstaat. Noch ein Zacken „besser“ als Deutschland. Wenn die Kinder 15 sind und sich „unabhängig“ entwickeln möchten oder sich mit ihren Elter nicht verstehen, können sie zur „Kommune“ gehen und einen Antrag stellen. Sie werden ein Zimmerchen bekommen, mit Dusche, Kitchenette und Klo und noch 500 DKK
Taschengeld für „autarkes“ Leben. Das Programm ist ein Präventivprogramm um Kinder nicht auf die Straße zu entlassen. Zimmer und Taschengeld gibt es solange sie nachweisen (und es von dort bestätigt bekommen) das sie die Schule auch besuchen.
Meine Tochter hat das gemacht. Trotz eines intakten Elternhauses. Sie wollte frei sein. Nach der Schule, sie war eine gute Schülerin, hat sie aber noch nie etwas zu Ende gebracht. Hier und da und dort rumgehangen, „psychische“ Probleme, Antriebsarmut. Jetzt ist sie 27. Sie ist „mental“ und „körperlich“ nicht in der Lage. Also einige Jahre
Arbeitslosenunterstützung, dann Stütze und jetzt mit 27 die „vorzeitige Pensionierung“. Super.
Ich erspar es mir jetzt alle Kommentare zu wiederholen die ich hier auf meinem Blog schon über meine Einstellung zum sozialistischen Umverteilungssystem, von der Enteignung durch Steuern, vom Gleichheitskult und links-liberalem Gutmenschentum geschrieben habe. Ich verkneif es mir, weil es meine Tochter ist, die nur ein Beispiel ist, weil bald
Weihnachten ist und weil ich mich gar nicht erst aufregen will.
Ich bin jetzt etwas angeschlagen, das Telefonat ist ja auch erst wenige Minuten her. In mir drehen sich die Fragen: Ist ein präventives Programm, wie z.B. das geschilderte, nun von Vorteil oder nicht? Wie lange werden die europäischen Wohlfahrtsstaaten das noch verkraften? Wie schnell wird das alles kollabieren wenn noch mehr
Polygame ihre 4
Ehefrauen nachholen? Ist es nicht ein Fehler Menschen nicht doch „in den Hintern zu treten“ und ihnen die Alimentierung gnadenlos zu entziehen? Hat die Generation unserer Eltern etwa ihre Leistungen erbracht gerade weil sie auf sich gestellt waren? Ist Sozialsponsoring nicht der verheerendste Fehler überhaupt. Zerstört das nicht alle
Reserven, Initiativen und Motivationen? Was werden die nächsten Generationen für eine Erwartungshaltung haben? Was bedeutet dieses Menschen der Begriff Freiheit? Wie füllen sie ihn aus?
Für mich habe ich schon vor langer Zeit die Antworten gefunden. Aber wenn ich sie äußere werde ich als kalt, unsozial, neoliberal, kapitalistisch oder sonst was in die rechte Ecke gestellt.
Erstmal tief durchatmen und eine Stück Stolle essen. |
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