| |

Ich nehme das persönlich!
"Zionisten und Ungläubige" sollen vernichtet werden. Dieser Aufruf, regelmäßig wiederkehrendes rhetorisches Blah, Blah einer indoktrinierten, aufgehetzten Masse, Anhängern einer intoleranten, menschenverachtenden und individualistätsfeindlichen Religion trifft also auch mich. Ich bin zwar kein
„Zionist“ aber ein Freund Israels und natürlich ein Ungläubiger.
Liebe Moslems ich nehme das persönlich. Diesmal ja! Jawohl ich beziehe diese Drohungen auf mich. Ich bin sonst nicht empfindlich, nie gewesen, auch nicht sonderlich nachtragend, es ist nicht einfach mich zu beleidigen, viele andere haben das schon versucht, aber was zuviel ist, ist zuviel!
Ich weiß, da draußen „im Lande“, womit ich die Länder meine, deren Fundament westliche Werte sind, gibt es eine Menge Versteher, weiße Akademiker wie Journalisten, Therapeuten, Psychologen, Politiker, Philosophen, Autoren, Fernsehmacher, die das alles verstehen, erklären und entschuldigen werden. Die Sympathien entwickeln für Bomben tragende
Terroristen, Rucksackfans, jugendliche Arabern die sich nach 72 Jungfrauen sehnen. Die die Garanten unseres Lebensstils, die bösen Amerikaner als Ursache allen Übels sehen, die Israel als eine Weiterentwicklung von Auschwitz ansehen, die von ihrem IKEA-Sessel aus unsere Freiheit schmähen und Verteidiger dieser Freiheiten diffamieren.
Die werden mich nicht verstehen, nicht begreifen warum ich plötzlich so gekränkt bin. Sie werden mir die Schuld in die Schuhe schieben, mir Mangel an Verständnis vorwerfen, mir unterstellen ich hätte kein Einfühlungsvermögen. Gröbstenfalls wird es einige geben die plötzlich zu wissen glauben, daß ich intolerant bin und ganz harte Burschen aus
der linken Ecke der Versteher und Gutmenschen werden mich einen Rassisten nennen.
Sollen sie. Sie wissen eh alles besser und Worthülsen wie Rassist, Faschist, Nazi, sind ihre Schutzschilde hinter denen sie ihr schwach entwickeltes Ego verbergen. Ihr 68er Vokabular mit dem sie sich reinwaschen wollen von einer Schuld ihrer Großeltern, einer Schuld die nie ihre war, weil sie Schuld verwechseln mit Verantwortung. Sollen Sie
mir unterstellen ich sei politisch unreif, charakterlich defekt, unwissend und hätte es versäumt mich in die letzte Sure des Koran einzuarbeiten. Sollen sie glauben ich rede mit doppelter Zunge, weil ich einerseits Pornografie verteidige, andererseits Mohammed einen Pädophilen nenne. Sollen Sie glauben ich würde nicht islamische Riten wie die
Klitorisbeschneidung verstehen und mich auf erstmal zu vernachlässigende Einzelprobleme versteifen. Sollen diese Do-Gooders aufschreien wenn ich, statt verschleiernd von Parallelgesellschaften zu sprechen, Gettos benenne und Slums als Slums erkenne. Mein mangelndes Verständnis für die Burka, die Erniedrigung von Frauen können sie mir
ankreiden als die Unfähigkeit moslemisches Eheleben zu begreifen. Mein Eintreten für Israel sollen sie für unzeitgemäß halten, das ich Palästinenser als unfähig und unwillig ansehe monieren. Das ich Saudi-Arbien für eine hinterwäldlerische, oligarchische Diktatur, Claudia Roth für eine Träumerin und Norbert Blüm für einen Dummkopf halte wird
sie nicht erschrecken, sie werden mich für einen Ignoranten halten. Das ich Chomsky nicht für eine intellektuelle Gallionsfigur halte und Ahmadinedschad’s Tiraden nicht relativieren möchte fällt da schon nicht mehr ins Gewicht.
Wer bin ich, daß ich mir das antun soll, diese Drohungen hinzunehmen, zu ertragen, sie zu schlucken, zu akzeptieren, mich auf die müden, halbherzigen und konsequenzenlosen Proteste westlicher Außenminister zu verlassen? Wie komme ich dazu, in einer Gesellschaft wo man wegen eines Stinkefingers zur Kasse gebeten, wegen des Wortes „Bulle“
verurteilt werden kann eine Drohung gegen mein Leben, mein Leben als Ungläubiger widerspruchslos als Fernseh- oder Zeitungsnachricht zu konsumieren? Zwischen Wetterbericht und Glücksrad, zwischen Tamponwerbung und Sportteil?
Wo bleibt er der Protest unserer Massen, das Feedback, das millionenfache Feedback, der Aufschrei, der Wille sich zu verteidigen. Wo? Keine Konsequenzen? Sind wir zahnlos? Sind wir Weicheier? Sind wir faul, phlegmatisch, der Verteidigung entwöhnt? Sollen wir warten bis aus der aus hundertausenden, fanatischer Kehlen wiederholten
Verbaldrohung mehr wird als Tote in Bussen, U-Bahnen, Restaurants, an Straßensperren, in Hochhäusern? Sollen wir auf den ultimativen Angriff warten? Die Zeit verstreichen lassen? Den atomaren Rundumschlag als einen Witz verharmlosen?
Die Drohung ist an mich gerichtet. Denn ich bin ein Ungläubiger. Und Du auch. Die Drohung gilt auch Dir. Und Dir. Und Dir. Ich werde mich vorbereiten.
Nur mal so als Beispiel:
http://www.welt.de/data/2005/11/01/797473.html
http://service.spiegel.de/cache/international/spiegel/0,1518,382457,00.html |
|