Theo van Gogh in Memoriam
Nein, ich habe ihn nicht gekannt. Nicht persönlich. Ich wusste, daß er ein Provokateur war und, weil ich denke das sinnvolle Provokation Menschen zum Aufwachen, zum Nachdenken bringen kann, mochte ich ihn. Ich war mehr auf
Ayaan Hirsi Ali fixiert, hatte von ihrem Schicksal und ihrem Kampf erfahren, aber van Gogh hatte das Charisma was mir gefiel. Ein intelligenter Bürgerschreck, der auch den Linken den Stinkefinger zeigt, ihnen ihre Unehrlichkeit und Ignoranz vorwarf. Als er die Moslems Ziegenficker nannte,
ich
das Wort in einer Diskussion wiederholte geriet ich mit meiner Frau aneinander und ich dachte bei mir: wieso Ziegenficker und nicht Kamelficker. Aber das waren die Nebelstreifen der Information die in der Informationsflut des Daseins hängen bleiben.
Das was ich also an ihm schätzte war die Dinge in wenigen Worten auf den Punkt zu bringen und sich dabei einen Dreck um die veröffentlichte Meinung zu kümmern. Die Niederlande boten sicher dafür das geeignete tolerante Klima,
dennoch trug sich van Gogh kurze Zeit vor seinem Tod mit Auswanderungsgedanken. Wie sehr muss eine Gesellschaft bereits überfremdet sein, nein nicht mit Menschen anderer Nationen, aber mit der Intoleranz ihrer Glaubensideen, wenn ein Mann wie van Gogh seiner Heimat den Rücken kehren will? Wobei der von ihm kritisierte Islam eben kein Glaube
ist, sondern ein Rechtssystem, was unter Ausnutzung niederländischer Offenheit die Toleranz aushebelt. Auch die Toleranz gegenüber van Gogh, der in seinem Film Submission jeden denkenden Menschen, also auch jeden denkenden Moslem, zum Nachdenken hätte bringen können.
Gestern vor einem Jahr am 2. November 2004 starb Theo van Gogh. Die Nachrufe auf seinen Tod, die Auseinandersetzung mit dem was er in seinem Film Submission aufzeigen wollte sind einfach nicht vorhanden. Weder SPIEGEL noch STERN noch ZEIT oder FAZ würdigen ihn. Vielleicht habe ich ja nicht erschöpfend gesurft, aber
exponiert zu finden sind Würdigungen auf gar keinen Fall. Da im Tagesspiegel zwei Absätze von Bassam Tibi.

Multikulti ist gescheitert. Fast gescheitert, gelegentlich vergessen wir, daß sich andere Menschen, anderer Nationen nahtlos in unser säkulares Rechtssystem integriert haben. Aber dem Islam ist, weil er nicht nur Religion, sondern darüber hinaus ein Rechtssystem ist, welches mit unserem kollidiert, mit dem Begriff Toleranz
nicht zu erfassen. Im Grunde ist der Islam verfassungsfeindlich und, wenn sich unsere moslemischen „Mitbürger“ nicht auf ihren Glauben als Glauben und spirituelle Stütze konzentrieren und ihn so als akzeptable Mitreligion verstehen, sondern ihn als Kampf gegen Zionisten und Ungläubige begreifen, es muss ihm und seinen Anhängern mit der Härte
des Rechtsstaates entgegen getreten werden. Das an dieser Front gleich gegen den inneren Feind der Versteher, Schönredner und unrealistischen Multikultifreaks mitgekämpft werden muss, ist nicht zu übersehen und lässt die Gruppe der Freiheitsfreunde weiter schrumpfen und den Kampf schwieriger werden. Aber es führt kein Weg daran vorbei: Unser
innerer Frieden, unsere innere Sicherheit ist massiv gefährdet wenn wir nicht eine Lex-Islam (H.-P. Raddatz) zur Grundlage künftigen Handels in der Zurückweisung islamischer Anmaßung anwenden.
Viel gelernt haben wir aus seinem Tod nicht. Theodoor Holmann dein Freund schrieb: "Jetzt wird diskutiert über die Meinungsfreiheit, ob Du nicht zu weit gegangen bist, ob "wir" nicht naiv waren "ihnen" gegenüber. Kein Wort über den Inhalt des Films. Kein Wort darüber, daß moslemische Frauen unterdrückt
werden. Kein Wort über den wirklichen Sinn des Attentats auf Dich."
Wirkliche Anstrengungen zur Bewahrung unserer Freiheiten wurden von denen die wir gewählt haben nicht gemacht. In den letzten Tagen finden in Frankreich Unruhen statt. Es sind nicht die Unruhen unzufriedener, frustrierter französischer Jugendlicher. Es ist die Gewalt eines Mobs der einerseits von seinem Multikultiverstehern entschuldigt wird
(Zitat: Die Gesellschaft ist schuld!"), der nicht als das beim Namen benannt werden darf, was er ist und wie ihm zu begnen sei (Kärcherausspruch von Nikolas Sakorzy) und der natürlich auch "religiös" motiviert und entschuldigt ist. (Zitat STERN: "Im Fernsehen waren vermummte Jugendliche zu sehen, die nachts islamische Parolen riefen.")
Theo van Gogh wollte kein Märtyrer sein. Dazu taugt er vermutlich auch nicht. Aber das Bild eines an seinen Körper gehefteten Briefes an Hirsi Ali, aber erweitert geschrieben an uns alle, an mich, an Sie und Dich sollte uns nicht verlassen und Mahnung bleiben. Der unbelehrbare fanatische Täter, sprach und schrieb
stellvertretend für alle diejenigen die in Westeuropa, finanziert aus Sozialsystemen Freiheiten abbauen und Gottesrecht installieren wollen.
http://redaktion-bahamas.org/aktuell/van-Gogh.htm
Tagesspiegel
http://www.netzeitung.de/ausland/312634.html
http://www.prisma-online.de/tv/person.html?pid=theo_van_gogh
http://de.wikipedia.org/wiki/Theo_van_Gogh
Brief an meinen Freund Theo van Gogh