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Robin Renitent,  05. November  2005

   

 

We seem to have overcome

Soviet fascism, though the heirs

of Nazi-fascism live; but the biggest threat

to freedom lies

in Islamic fascism.

 

  Freedom is not

self-evident. 

 

We are at war – and we have to defend ourselves. 

 For the sake of

our children.

 

   
 

Ihr Deutschen widert uns an
Der Artikel ist zwar schon etwas länger her aber dennoch aktuell. Er erschien am 15.05.2003 in der FAZ. (Dort ist er noch für 1.50 € als FAZ-Abruf zu haben). Die FAZ möge mir verzeihen, daß ich soviel daraus zitiere, aber der Artikel b ringt die Dinge so auf den Punkt, spricht mir so aus der Seele, daß ich nicht anders kann:

Der amerikanische Autor und Offizier a.D. Ralph Peters rechnet mit den Deutschen ab: Das Land sei „machtlos und unfähig”, seine Gesellschaft schizophren und Bundeskanzler Schröder ein Demagoge und Scharlatan.

 

Ich möchte daran erinnern weil Schröders Tage gezählt sind und es nicht sicher ist ob ein Richtungswechsel bei der kommenden Mixed-Pickel-Regierung erfolgt. Wenn man die Überschrift liest ist man natürlich geschockt. Und ich glaube die Reaktionen zu kennen. Die eine Gruppe wird sich empören und (ohne den Artikel gelesen zu haben) sofort und reflexartig alle angeblichen Abscheulichkeiten Amerikas aufzählen. Sie werden sich in ihrem Antiamerikanismus bestärkt sehen, weiter Bush einen Mörder und die Amerikaner Expansionisten nennen. Das sind die Linken, die nicht an der Befriedung interessierten, sondern die die sich Pazifisten nennen und das Wort wie einen Schild vor sich herschieben. Es werden die sein, die in den von ihren Vätern bezahlten Autos, zu einer Anti-Amerikademo fahren und große Reden schwingen, dem Zeitgeist verpflichtet nachplappern was ihre Kommilitonen oder Genossen sagen.

 

 

Und es wird andere geben die sich erschüttert fragen wie es mit Deutschland so weit kommen konnte, was das Wort Dankbarkeit oder Solidarität uns bedeutet, sich der Bilder der Landung in der Normandie erinnern, realisieren, daß unsere Lebensqualität von den Amerikanern garantiert wird und beschämt den Kopf senken. Und wenn sie die Chance haben auf einen Amerikaner zu treffen werden sie versuchen das Bild zu korrigieren und versichern "wir sind nicht all so".

Jeder wird seine Wahrheit herauslesen. Aber die Wenigsten werden über Amerika aus eigenem Erleben urteilen. Und die Worte von Peters werden in den seltensten Fällen ins Gehirn dringen. Denn schon der Versuch sich diesem Thema emotionsarm zu nähern wird vielen als Zumutung erscheinen. Dabei hat der Mann so recht:

 

"Sie reden viel, (die Europäer) tun wenig und machen die Vereinigten Staaten für ihre eigenen Mißstände verantwortlich. Die Sprechchöre, die man kürzlich auf den Straßen Berlins hören konnte, unterschieden sich kaum von denen, die bis vor kurzem in Bagdad zu hören waren. Das Jammern und Klagen in Europa, die Begeisterung, mit der man den Amerikanern jede erdenkliche Bosheit unterstellt, während man alle Tugenden für sich beansprucht, und der erstaunliche Mangel an Selbstkritik lösen bei den Amerikanern Bestürzung aus. Wir dachten, ihr wäret erwachsen, aber von der anderen Seite des Atlantiks aus wirkt ihr wie verzogene Kinder."

 

Der Mann ist enttäuscht keine Frage und er ist das Sprachrohr aller die enttäuscht sind in Amerika. Schließlich hat die amerikanische Nation für Deutschland geblutet und der amerikanische Steuerzahler hat von seinem Eigentum abgegeben um Deutschland zu helfen.

 

"Aber auf einer tieferen Ebene erscheinen die überschwenglich unredlichen Angriffe auf Amerika, die aus Frankreich und Deutschland zu hören waren (Belgien zählt einfach nicht), in Verbindung mit der schamlosen Effekthascherei der Herren Schröder und Chirac, selbst noch den pragmatischsten Amerikanern als hinreichender Grund, unsere seit langem bestehende Vernunftehe aufzukündigen."

 

Ja, Herr Schröder, das haben wir Ihnen und Ihrem wahltaktischen Kalkül und charakterlosen Opportunismus zu verdanken. Der Schaden wird lange nachhallen und andauern wenn Sie schon längst mit Doris Ihren gemütlichen Fernsehabend haben. Die, die Ihnen applaudiert haben, gehören nicht zu denen die Deutschland voranbringen werden, aber die Menschen waren Ihnen ja nie wichtig, sondern immer nur der Erfolg des Augenblicks. Deshalb trifft auch das Wort Staatsmann in keiner Weise auf sie zu. Staatsmänner sind weitsichtig und denken über die Nasenspitze hinaus.

 

"Niemand in den Vereinigten Staaten hat das Recht Deutschlands in Frage gestellt, selbst zu entscheiden, ob es unsere Bemühungen um die Absetzung Saddam Husseins unterstützt. Deutschland hatte jedes Recht, eine Beteiligung abzulehnen. Erzürnt hat uns die Art, wie ihr es getan habt. "
 

Erzürnt hat uns die Art, wie ihr es getan habt. "   Das ist der entscheidende Satz. Wenn ich an die hochmütige und herablassende Art Schröders und Chiracs zurückdenke wie sie Bush wie einen Idioten behandelten, seinen öffentlichen Schmähungen nicht entgegentraten, kommt mir, auch angesichts dieses diplomatischen Dilettantismus die Galle hoch.

 

Peters: "Bundeskanzler Schröder hat uns erstaunt. Wir wußten schon lange, daß er ein politischer Scharlatan ist, aber das Ausmaß seiner Demagogie und seine amateurhafte Unfähigkeit, die Folgen seines Geschreis vorauszusehen, haben uns denn doch verblüfft. Wir sehen in Schröder einen Mann, der keinerlei Überzeugungen besitzt, ein politisches Tier von solcher Verkommenheit, daß er allenfalls den europäischen Karikaturen amerikanischer Schmalspurpolitiker ähnelt. Sein opportunistischer Antiamerikanismus schien nur auf Effekt aus zu sein, ohne jede Substanz und von keinem echten Glauben getragen. "

 

Wer sich noch über die Effektqualitäten Schröders im Unklaren ist, möge sich noch einmal seinen Fernsehauftritt am Wahlabend in Erinnerung rufen. Und so glaube ich denn auch nicht, daß Schröder wirklich hinter seiner Amerikapolitik aus Überzeugung stand. Es war reines, nach innen gerichtetes Machtkalkül, und nur seine tumben Anhänger konnte er damit beeindrucken.

 

"Deutschland hat von Adenauer und Schmidt bis hin zu Gerhard Schröder einen tiefen Abstieg genommen. Am schwersten zu verdauen waren Bemerkungen von Mitgliedern der deutschen Regierung, in denen Präsident Bush mit Hitler verglichen wurde."

 

Es ist wahr. Das wir so tief sinken hätte ich nicht geglaubt. Und ich bin bei jedem Menschen den ich in den USA treffe baff, daß er mich nicht gleich zur Rede stellt. Von dieser Freundlichkeit könnten wir eine Menge lernen - wenn wir denn wollten.

 

"Als die Empörung sich legte, erkannten wir, daß es bei all diesen Nazivergleichen gar nicht um uns ging, sondern um euch, um eure Schuld und eure Flucht vor der Verantwortung."

 

"...Wir sind ungebildet, weil wir nicht sagen können, wann die Uraufführung des "Rheingolds" war. Wir sind herzlos, weil unsere Gesellschaft Chancen über Sicherheit stellt. (...) Und jetzt sind wir Nazis, weil wir einen Diktator absetzen, der sein eigenes Volk und seine Nachbarn abgeschlachtet, Terroristen Unterschlupf gewährt..."

 

Peters hält uns gnadenlos den Spiegel vors Gesicht. Sein Artikel erschüttert und beschämt bis ins Mark. Aber es gibt kein Drumrumgerede: So sind wir. Jedenfalls stellen wir uns mehrheitlich in der Öffentlichkeit genaus so dar:

 

"Auch die Israelis sind tatsächlich von euren gewählten Politikern Nazis genannt worden. "Nazi" scheint euer Lieblingsschimpfwort zu sein. Manchmal klingt das für uns so, als wäre jeder, der kein Deutscher ist, heute ein Nazi. Abgesehen natürlich von Arabern, die Juden ermorden. In diesem Fall spricht ein guter Deutscher von Freiheitskämpfern."

 

"Eure Versuche, das Unentschuldbare zu entschuldigen, erinnert uns eher daran, daß Deutschland jede Bombe verdiente, die auf seinen Boden niederging."

 

Jawohl, und auch wenn amerikanische Bomben das Haus meiner Großeltern zerstörte, meines Großvaters Bibliothek in Flammen aufging (ich hätte sie so gerne gelesen...) und Großvater gegen die Nazis war. Wir Familienmitglieder verloren: Deutschland musste besiegt werden. Nur haben die Bomben Deutschlands Bauten zerstört, die dummen Gehirne der Folgegenerationen haben sie nicht nachhaltig erschüttert.

 

Peters: "Als lebenslanger Bewunderer der deutschen Kultur empfinde ich tiefe Verzweiflung."

 

Ich auch, ich auch Herr Peters! Seit meinem 15. Lebensjahr kämpfe ich gegen diesen Schwachsinn an. Erst als Schüler gegen meine Klassenkameraden, die unbedingt vor dem Amerikahaus in der Hardenbergstraße Farbbeutel schmeißen mussten. Heute gegen den Unverstand meiner eigenen Kinder die, hohlköpfig wie sie sind, (keine Ahnung woher sie das haben, muß von meiner Exfrau kommen…) in das gleiche tumbe Horn stoßen…

 

"Wir werden nicht länger dem europäischen System folgen, wonach Diktatoren innerhalb der Grenzen ihres Landes tun und lassen dürfen, was sie wollen. Eure Forderung nach der Achtung nationaler Souveränität bedeutet nur, daß Hitler vollkommen akzeptabel gewesen wäre, wenn er nur nicht die Juden ermordet hätte."

 

Das ist der Grund warum ich nach Nordamerika ausgewandert bin. Ich vermisse so viel hier, aber der Ekel vor den charakterlosen Dilettanten ist noch größer...


"Wir sind fertig mit eurer Lust, über vergangene Holocauste zu weinen, aber nicht bereit zu sein, neue Holocauste zu verhindern oder zu beenden. Srebrenica ist das europäische Modell. Bagdad ist unseres."

 

"Sie (die Texaner)  sind keine Relativisten. Texaner glauben, daß es einen Unterschied zwischen Gut und Böse gibt."

 

In meinem Herzen bin ich Texaner. Denn auch ich glaube an den Unterschied zwischen gut und böse. Aber allein das gilt vielen heute als naiv.

 

Kursivzitate aus dem Amerikanischen von Michael Bischoff.

Ralph Peters ist Offizier a. D. des amerikanischen Heeres und veröffentlichte sechzehn Bücher, darunter Romane, Aufsatzsammlungen und Werke über Strategie. Das "Wall Street Journal" nannte ihn den "Tom Clancy des denkenden Menschen". Sein jüngstes Buch hat den Titel "Beyond Terror: Strategy in a Changing World".

 

Idee nach einem Hinweis von R.M.

 

 
   

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