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Konspiration versus Bequemlichkeit Es gibt Dinge da versteht der Staat kein Spaß. Sollten also einfache Bürger versuchen an Herrschaftswissen zu
gelangen, wird er sich mit aller Macht wehren. Dabei vergessen die Vertreter des Staates, also die Politiker und ihre subalternen Erfüllungsgehilfen meist, daß sie dem Bürger und nicht der Bürger ihnen zu dienen hat.
Die Presse übt stellvertretend für den Bürger eine Wächterfunktion aus. Bei allen Unzulänglichkeiten die unsere Presselandschaft und den Beruf des Journalisten kennzeichnet, denken wir mal an die Schmierfinken die sich in der Yellow Press ständig irgendwelche erfundenen Prominentengeschichten aus den Fingern saugen oder unsägliche
Horrormeldungen aufbauschen (ja auch die dürfen sich mit der Berufsbezeichnung „Journalist“ schmücken, leider), gibt es, selten zwar, aber doch zu finden, verantwortungsbewusste Zeitungsmacher und Schreiber. Sie sind unverzichtbar und sollten unsere, also des Lesers ganze Unterstützung erfahren.
Mir persönlich geht der investigative Journalismus noch gar nicht weit genug. Und allzu oft scheinen auch Journalisten bequem zu sein, schnell zu kapitulieren und was schlimmer, sich zu Kumpanen der Herrschenden zu machen.
Deshalb bleibt der Kreis derjenigen die diese anspruchsvolle Berufsbezeichnung zu Recht tragen verschwindend klein. Das macht ihre Aufgabe nicht gerade einfacher.
Dennoch wird man in Deutschland keinen Journalisten finden, der zum Beispiel positiv über Steuerhinterziehung berichten wird und hier investigativen Journalismus ohne die staatskonforme moralische Sichtweise betreibt. Er fürchtet zu Recht, was menschlich, das am nächsten Morgen eine Gruppe Steuerfahnder vor seiner Tür steht und die Ergebnisse
und die Informanten seiner journalistischen Recherche auf seiner Festplatte sucht und natürlich, und das träfe ihn am meisten, gleich auch seine Konten überprüft.
Bestimmte Themen bleiben also außen vor.
Deshalb sollte, wenn schon nicht zur Ausbildung des journalistischen Handwerks gehörend eine Selbstschulung in konspirativem Verhalten unerlässlich sein. Da investigativer Journalismus Regierenden immer ein Dorn im Auge ist gehören geheimdienstartige Techniken unbedingt zum journalistischen Überlebensinventar.
Beispiele?
• Mit Informanten niemals telefonieren oder in Räumen sprechen
• Wälder, Seen oder belebte Plätze als Kontaktraum benutzen
• Handys grundsätzlich zu hause lassen und auch dem Gegenüber keine gestatten
• Geldtransfers grundsätzlich in bar, niemals elektronische Wege benutzen
• Niemals was Konspiratives auf der Festplatte speichern. Microdrives benutzen (gibts inzwischen mit 6GB, passen in jede Ritze und sind leicht als Duplikat überall zu deponieren)
All das sind Binsenwahrheiten, jedem bekannt. Dennoch werden sie in der täglichen Arbeit aus Bequemlichkeit eben nicht angewendet. Eine Beschlagnahme aller Akten und PC’s wie im Fall Cicero muss dann selbst der Staatsanwaltschaft schon von vorne herein als aussichtslos erscheinen. |
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