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Blogroll Es ist interessant anderer Leute Blogs zu lesen. Absolut inspirierend und (meistens) allemal
interessanter als „offizielle“ Nachrichten. Andererseits kostet das natürlich Zeit. Andere Leute lesen auch Blogs, in letzter Zeit hat sich der Traffic auf unsere Seiten erheblich erhöht, was einerseits natürlich erfreulich ist, warum macht man das Ganze denn?, andererseits aber auch Geld kostet, da wir unsere Seiten alle selbst finanzieren. Da ist
es interessant die Spreu vom Weizen zu trennen. Während kanadische Surfer meistens unsere „Nudes-Seiten“ anklicken, unsere Community in Virginia und Kentucky auf unsere Reiseseiten hängen bleibt, haben wir die meisten deutschen Klicks auf der blog.rebellog. Also schreibe ich gestern ein paar Mails an Blogs in Deutschland die mir gefallen, die ich
verlinkt habe und bitte auch um eine Verlinkung. So weit so gut.
So ging auch eine Mail an Volker Radke und seinen Blog mit der Bitte um Verlinkung. Der Kollege antwortete auch sehr nett, konnte aber in dem anschließend auf seinem Blog geposteten Kommentar nicht viele Gemeinsamkeiten mit
uns feststellen. All das ist völlig o.k. so und macht die Geschichte erst spannend. Wäre ja auch langweilig wenn wir nun alle gleich denken und schreiben würden. Und ohne in eine wissenschaftliche Diskussion eintreten zu wollen, dazu fehlt mir einfach die Zeit (die Kinder haben ja noch Ferien und ihre Erwartungshaltung an Daddy ist hoch…) einige
Bemerkungen zu folgender Aussage von Volker Radke dessen Einlassung ansonsten sicher gut und durchdacht ist:
Ich habe zuvor in 12 Ländern gewohnt (nicht Urlaub gemacht), jetzt wohne ich/wir zur „Hälfte“ in Kanada, zur „Hälfte“ in den USA. Davor war es mal Polen, (während der Jaruzelski-Diktatur) und jedes Jahr bin ich etliche Wochen in Russia, nicht als Tourist in Moskau, sondern als Ehemann einer Russin „integriert“ in die
russische Gesellschaft, zumindest bestehende Familien- und Freundesstrukturen. . Als ehemaliger West-Berliner, mit damals westdeutschem Zweitpass, habe ich mich zahllose Male in der DDR-Dikatur bewegt. Was ich sagen will: Ich beziehe meine Positionen nicht nur aus der
theoretischen Diskussion, literarischen Abhandlungen oder wissenschaftlichen Essays – sondern besonders auch aus praktischem Erleben. Und als zwar bürgerlich Geborener, aber durch alle Phasen des Auf- und Ab Gegangener, glaube ich mitreden zu können.
Deshalb: (Zitat Volker Radke, kursiv:) - Ich glaube nicht, dass jede Form von Sozialismus Armut schafft, wohl aber, dass jede Form von Kapitalismus relative, wenn auch nicht unbedingt absolute Verelendung produziert. Auch die
keynesianische Variante der kapitalistischen Vergesellschaftung behagt mir nicht, weil ich denke, dass sie in einer funktionalen Beziehung zur wirtschaftsliberalen Form des Kapitalismus steht. Keynesianismus und Neoliberalismus sind Scheinalternativen, weil beide auf Dauer zu Verwerfungen führen, die einen "Politikwechsel" erzwingen, der dann nach
einigen Jahren zu neuen Problemen führt. In der Realität werden mittlerweile in den meisten kapitalistischen Staaten Mischformen praktiziert (etwa "Rüstungskeynesianismus" in den USA).
bleibe ich hier bei meiner Auffassung, daß ich lieber arm im Kapitalismus als im Sozialismus sein möchte und die marxistische Sicht der Verelendung nur auf diejenigen Zutrifft, deren Mangel an Fantasie, Arbeitswille und Flexibilität sie in Abhängigkeit hält. Der ständige Druck auf deutsche und andere westliche Vertretungen in der
Vergangenheit und Gegenwart, gibt mir, fern von aller Theorie und als Fakt für jeden überprüfbar, recht. Menschen, auch wenn sie arm sind, wollen die Wahlfreiheit behalten und das Eigentum an sich selbst. Und, ja, bedauerlicherweise werden immer mehr Mischformen praktiziert, die unsere Sozialsysteme zum
Erliegen bringen und die Menschen in Abhängigkeit und Erwartungshaltung führen. Kanada (Artikelserie) ist ein gutes Beispiel. Die Menschen sind so gegängelt, der Staat hat für den Einzelnen so sehr das Denken übernommen, daß Eigeninitiative inzwischen völlig zur Ausnahme geworden ist
(siehe auch "Die Flut). In
Kentucky,(Fotos) 2000 km weiter südlich, sind die Menschen
teilweise ärmer, aber sie zeigen Initiative und tragen den Stolz der Armut. Ich habe nie von einer Sehn sucht nach sozialistischen Experimenten gehört. (Und bitte nicht das Vorurteil die seien alle oberflächlich und ungebildet. Diese deutsche Borniertheit sollten wir uns schnellsten Abgewöhnen. (nur mal zum reinschauen:
Mame (rebellog) und hier
Stageloft Repertory Theater
Das Problem vieler solcher Diskussionen ist doch, daß sie im Theoretischen geführt werden. Ich habe es immer als sinnvoller empfunden selbst mit Clochards die Pulle zu tauschen, im Waschmittelkarton im Tiergarten zu schlafen und den „Pennern“ zu lauschen, mal in eine Fabrik in Polen zu gehen oder in
einer Meierei in Dänemark zu arbeiten, als mich in wissenschaftlichen Diskursen zu verlieren. Würde Herr Lafontaine mal seine „Villa der sozialen Gerechtigkeit“ verlassen, und 4 Wochen in Marzahn oder im Oderbruch rumhängen würde er anders reden. Er könnte
ja hinterher wieder in seine geflieste Welt zurückkehren. Das mache ich ja auch. (Dream for sale!)
Zu den amerikakritischen Einlassungen von Volker Radke nehme ich erstmal, aus Zeitmangel, nicht Stellung. Nur soviel vielleicht. Ich bin jedes Jahr 3 Monate in den USA - mindestens. Und der, besonders in Deutschland spürbare Zeitgeist, ist für mich nicht
nachvollziehbar. Siehe frühere Artikel. Die USA garantieren nach wie vor unsere westliche Wertegemeinschaft. Und spätestens wenn uns die Mullahs eine schmutzige Bombe in den Ruhrpott donnern, werden wir uns ihrer wieder mit Wonne erinnern.
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