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Europa ja/nein - Danke man darf ja auch mal seine Meinung ändern, oder? Wenn das nicht täglich und bei jedem Thema passiert ist ja wohl dagegen nichts zu sagen. Das
kann man dann "dazulernen" nennen. Oder auch in reinem Hochdeutsch: seine Position updaten! Sowas passiert bei mir relativ selten, nicht weil ich nichts dazulernen will, sondern weil ich, bevor ich überhaupt eine Position einnehme, das Thema erstmal gründlich aus allen Perspektiven abklopfe. Im Abwägen der Für und Wider komme ich schließlich
zu einer Position die ich dann weiter versuche durch Fakten zu untermauern, Fakten - nicht Mainstreamgesülze. Also was wollte ich nun eigentlich schreiben? Ach so: Noch als Jugendlicher war ich von der Idee eines geeinten
Europa begeistert. Wenn mich jemand fragte wo ich herkomme, sagte ich nicht Deutschland, sondern Europa. Ich glaubte, besonders unter dem Einfluß der deutsch-französischen Freundschaft daran, daß es möglich wäre ein Europa der Vaterländer zu schaffen und Ressentiments abzubauen. Und natürlich sah ich die enormen wirtschaftlichen Möglichkeiten
eines in sich gefestigten Europas. Wenn ich bei Bolle Käse aus Frankreich, Olivenöl aus Spanien und Lambrusco aus Italien kaufte, freute ich mich jedesmal über die Selbstverständlichkeit die dem Erwerb dieser Vielfalt zugrunde lag. Als die Grenzen in Folge des Schengener Abkommens fielen freute ich mich besonders, hatte ich davon doch ganz
persönliche Vorteile. Die Bewegungsfreiheit war und ist wunderbar. Insgesamt also mehr als 35 Jahre ein positives Europabild, ein Hoffen auf Freiheit in Würde in einem geeinten Europa. Besonders auch für meine polnischen Freunde wünschte ich mir (und ihnen) dies. Kann man da seine positive Perspektive kippen, kann bei diesen Vorausetzungen,
also des persönlichen europaweiten Reisens, Einkaufens, Umziehens und Lebens eine neue, veränderte, negative Sicht auf Europa entstehen? Es kann. Wenn man genau hinschaut ist es nicht das Europa was wir uns erträumt haben.
Es hat weniger mit individueller Freiheit, mit freiem Handel, mit ungehindertem Reisen zu tun, als mit einer gigantischen, hefeartigen Bürokratie. Mit permaneten Diktaten in nationale, gewachsene Strukturen. Dem Aufbau einer glattgehobelten, konformistischen Europagesellschaft, der Erbensengrößen und Bleistiftlängen vorgeschrieben werden. Ein
etatistischer Supermoloch vom europäischen Bürger bezahlt. Das grenzt an Masochismus, wenn man die, die einen Drangsalieren auch noch finanziert. Diese Überbehörden in die unbequeme oder, aus parteitaktischen Motiven, ungeliebte, überfällige, noch zu versorgende, zu belohnende, lästige, versagende Politiker abgeschoben und ruhiggestellt
werden. Meine Frau, als Russin, fühlt sich denn auch oft an die Einmischung sowjetischer Behörden in ihrer Jugend erinnert, an das "von oben" ganz oben kommende, die wirklichen Vorortverhältnisse ignorierende Verordnen und Regulieren. Bürokraten die, um íhre Existenzberechtigung nachzuweisen, ständig neue Verodnung und Gesetze "erdenken" und
damit eine freiheitliche, individuelle, nationale wirtschaftliche Entwicklung torpedieren. Natürlich geschieht das "zum Schutz der Bürger" (habe nie einen darum bitten gehört), unter dem Aspekt der "Qualitätssicherung", (also haben alle Menschen in Europa mit schlechter Qualität (über-)lebt?)
Diese Europa wird eine Anmaßung, eine Diktatur der Eurokraten, der Egalisierer, der Enteigner, der Sesselpuper. Eine Diktatur "light". Eine Bürokratur deren Auswüchse und Ende noch gar nicht abzusehen ist.
"Now that the communist threat of the Soviet Union has moved to the scrap heaps of history, we Europeans are faced with a new threat to our Liberty. That threat is not coming
from a harsh, iron fisted, totalitarian regime, but from what best can be described as 'soft totalitarianism', directed by legions of bureaucrats with their centre of gravity lying in Brussels." sagt die Webseite free-europe.org. Wer sich weiter mit dem Thema auseinander setzen will kann hier einen Anfang machen.  |
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