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Amerikaner, Medien und der Druck Wie wir unsere Nachbarn oder andere Völker
wahrnehmen hängt entscheidend davon ab mit welchen Informationen wir gefüttert werden. Die meisten Leser und Hörer stellen das Gelesene und Gehörte zunächst nicht so in Frage wie sie es eigentlich tun sollten. "Steter Tropfen höhlt den Stein" hat meine Oma immer gesagt. Und so sieht es auch in der deutschen Medienlandschaft aus. Der stete Tropfen,
das ständig versprizte Gift einer latent gehässigen Amerikaberichterstattung ist so offensichtlich, daß ich mich tagtäglich darüber wundere warum sich nicht mehr Menschen gegen diese Gehirnwäsche zur Wehr setzen. Wobei bei mir noch die große Verwunderung darüber hinzu kommt, wie es kommen kann, daß auch "ältere" Schreiber, also diejenigen, die noch
in den Genuß von Care-Paketen gekommen sein müssen, sich anti-amerikanisch artikulieren. Schauen wir uns mal den Spiegel an. Es vergeht kein Tag an dem nicht irgendein Aufguß publiziert wird der eine unterschwellige Abneigung, mindestens ein "hab ich's mir doch gedacht" oder ein Kopfschütteln produziert. Das geht bis zur angeblich simplen Musik die
Bush hört, oder irgendwelche abgestandenen, in schöner Regelmäßigkeit wiederkehrenden Berichte über die Studentenfeten. Die sind natürlich alle doof, besoffen und eigentlich ist es überhaupt ein Wunder, daß sie ihr Studium abgeschlossen haben. Es soll ja, hört, hört, sogar republikanische Studenten geben. Der von mir außerordentlich geschätzte
Henryk M. Broder ist denn auch einer der ganz wenigen der ein Gegengewicht im Spiegel gibt. Andere Zeitungen verfügen leider nicht über eine so wortgewaltige Stimme. Ein lesenwerter Beitrag dazu heute bei David's Medienkritik:
http://medienkritik.typepad.com/deutsch/
Als Zitat ins Archiv übernommen: Veröffentlicht bei Davids Medienkritik April 13, 2005 at 12:10 nachm.
http://medienkritik.typepad.com/deutsch/ Wo bleibt dieses
"andere Amerika"?
Daß in der deutschen Medienberichterstattung die US-Republikaner gern dämonisiert werden, ist ein offenes Geheimnis. Gern werden sie als skrupellos und heuchlerisch dargestellt: Sie nutzen den
Fall Schiavo aus, sind Kriegstreiber, vergiften gezielt das politische Klima, wenden schmutzige Tricks an, verbreiten in ihren Blogs Lügen und Gerüchte, versuchen, fremde Meinungen zu unterdrücken, attackieren die "unabhängigen" Medien und vieles mehr. So liest man es immer wieder.
Gern wird das dann kontrastiert mit dem "anderen Amerika". Politiker, denen es um soziale Gerechtigkeit und Frieden geht und die - wie John Kerry und Al Gore - Opfer republikanischer Intrigen sind. Blogger, die - anders als bei der unwürdigen Hexenjagd auf "Journalistenikone" Dan Rather - einen wirklichen Skandal
aufdecken: ein zweitrangiger Internet-Journalist hat Zugang zu Pressekonferenzen im Weißen Haus, stellt dabei unkritische Fragen, benutzt einen falschen Namen und hat obendrein noch früher einmal als Callboy gearbeitet. Der durchschnittliche Bush-Gegner, der uns begegnet (oder zumindest so beschrieben wird), ist weltoffen, intelligent, kreativ und
friedlich. Was so erstaunlich ist, sind die doppelten Standards, in denen vergleichbare Verhaltensweisen beider Seiten berichtet werden. Dick Cheney verkündet, daß er glaubt, Amerika sei
unter Bush / Cheney vor weiteren Terroranschlägen sicherer. Medienreaktion? "Cheney instrumentalisiert die Ängste der Menschen skrupellos". John Kerry verkündet, daß er glaubt, Amerika sei unter Kerry / Edwards vor weiteren Terroranschlägen sicherer. Medienreaktion: "Scharfe Angriffe" von Kerry, "Bush unter Druck".
Demokraten erheben Wahlbetrugsvorwürfe - sie werden pflichtschuldig und zumeist unkritisch im Detail wiedergegeben. Republikaner erheben Wahlbetrugsvorwürfe - das deutsche Publikum erfährt niemals davon. Cheney benutzt gegenüber einem demokratischen Senator das "F"-Wort - großer Artikel dazu. Howard Dean bezeichnet
als neuer demokratischer Parteichef die Republikaner als "gehirntot" und "böse" und betont alles zu hassen, wofür sie stehen - praktisch kein Wort darüber in den deutschen Medien. Dann wäre
da die Behauptung, die Republikaner wären besonders haßerfüllt und intolerant gegenüber anderen Meinungen. Natürlich gibt es auf der US-Rechten Stimmen, die übertreiben - und die werden uns dann als "Radikale", "Erzkonservative", "Fanatiker" etc. auch ausführlich geschildert. Daß es auf der US-Linken aber neben intelligenten, kreativen Kritikern
und harmlosen Spinnern auch extremsten Haß und Fanatismus gibt, darüber liest und hört man wenig in den meisten deutschen Medien. Dabei muß man nach Beispiel nicht lange suchen. Da
wären etwa die inzwischen zur unschönen Gewohnheit gewordenen Angriffe auf konservative Journalisten und Politiker: Ob Salatdressing gegen Pat Buchanan,
Torte gegen William Kristol, Schuh gegen Richard Perle, oder
Torten gegen Ann Coulter - für jeden ist da etwas dabei. Das mag harmlos klingen, aber im Kontext all des irrationalen Hasses, der gegen die Konservativen von manchen Spinnern aufgebracht wird, ist es das nicht. Und wenn man bedenkt, daß
bei uns der Farbbeutelwurf auf Joschka Fischer und der Eierwurf auf Helmut Kohl geradezu zu Ikonen geworden sind und auch heute noch immer wieder gezeigt werden, um die Grenzen legitimer Kritik zu unterstreichen, ist es das noch umso weniger.
Da sind ferner etwa "Kill Bush"-Buttons und T-Shirts (inzwischen aus dem Netz genommen; aber bei Michelle Malkin noch ansehbar).
Da waren bis gestern T-Shirts, die Tom DeLay, den Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, zum Selbstmord aufforderten. Da wäre auch eine "Kunst"-Ausstellung, auf der "Briefmarken" gezeigt werden, die eine auf Bush gerichtete Pistole zeigen.
(Quelle: Power Line) Das sind nur ein paar aktuelle von unzähligen Beispielen für völlig
inakzeptable Grenzüberschreitungen und Haß auf Seiten der Bush-Gegner. Damit ist noch gar nicht die Unmenge an "Bush=Hitler"- und "Bush frißt kleine Kinder"-Kampagnen angesprochen. Und vor allem ist nicht der Haß angesprochen, der in weniger öffentlich beobachteten Bereichen, etwa in Foren wie "Democratic Underground" immer wieder auftritt.
All das ist auch ein Gesicht der Liberalen, der Demokraten, der Bush-Gegner, des "anderen Amerika". Es ist mindestens genauso unschön und mindestens genauso unrepräsentativ wie jener die Grenzen des gesunden Diskurses verlassende Teil der Konservativen, der den deutschen Medien als Zerrbild "der Republikaner" dient.
Aber über dieses "andere Amerika" erfahren wir nichts. Böse, haßerfüllt und fanatisch sind nur die Bush-Anhänger. Und die intelligenten, kreativen, in ihrer Meinungsfreiheit bedrohten Bush-Gegner sind nur deren wehrlosen Opfer. Amen.
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