| |
Wieviel Angst braucht der Mensch? Es scheint, daß der Mensch nicht ohne Angstszenarien auskommt. Nachdem die Angst vor dem Kommunismus und den Russen etwas nachließ, -
neuerdings sind wir ja eng befreundet mit den Kreml-Machthabern -, na jedenfalls Herr Schröder (und ich weil ich mit einer Russin verheiratet bin...), hatten interessierte Kreise es verstanden rechtzeitig neue Ängste zu schüren. Besonders die vor der Atomkraft. Na und als dann Tschernobyl explodierte ruderte ich gerade mit meinen Kindern auf dem
Tegeler See. Oder an dem Tag an dem es in den Nachrichten kam, das war wohl ein oder zwei Tage später. Voll der Strahle ausgesetzt. Klar, die letzten 20 Jahre habe ich nicht mehr ruhig geschlafen und vor Angst an den Nägeln geknabbert. Also haben unsere grünen Widerstandskämpfer solange genörgelt und gemosert, bis wir uns von weiterem Atomstrom
verabschiedet haben. Doch Alarm! Kyoto hat auch nicht geholfen. Jedenfalls nicht richtig. Der CO2-Ausstoß ist dramatisch gestiegen. Schuld sind natürlich die bösen Amis. Die hatten gerade keinen Schreibstift zum Unterzeichnen zur Hand. Und die Chinesen auch nicht. Die werden aber, zusammen mit anderen Atomkraftwerksbauern, weitere 127
Atomkraftwerke auf der Welt bauen. Das reduziert den CO2-Ausstoß, denn Atomkraftwerke produzieren kein CO2. Bleibt die Frage wovor wir mehr Angst haben sollen: Vor den Atomkraftwerken oder dem Co2. Gar keine Angst zu haben kommt nicht in Frage, dafür werden die Grünen schon sorgen. Ach, halt ich weiß wovor wir Angst haben sollten: Vor dem Verlust
an weiteren Arbeitsplätzen, denn inzwischen braucht man deutsche Atomtechnologie nicht mehr. Wir brauchen einfach eine Angst um angstvoll weiter leben zu können.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,347577,00.html SPIEGEL ONLINE - 21. März 2005, 14:34
URL: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,347577,00.html
Treibhauseffekt
Der Trend geht zum Atomstrom
Während Deutschland den Ausstieg aus der Kernenergie vollzieht, setzt die übrige Welt wieder vermehrt auf Atomkraftwerke. Angesichts der drohenden Klimakatastrophe werden in den nächsten 15 Jahren nach Schätzungen der Internationalen Atomenergiebehörde 127 Meiler mehr gebaut als bislang erwartet.
Paris - Das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls gegen den Treibhauseffekt habe die langfristigen Perspektiven der Atomkraft erheblich verbessert, sagte IAEA-Generaldirektor Mohammed al-Baradei in Paris. Atomstrom wird praktisch ohne Freisetzung von Treibhausgasen gewonnen.
Nach einer "vorsichtigen" Schätzung der Wiener Organisation dürften bis 2020 weltweit 127 Atomkraftwerke mit je 1000 Megawatt Leistung mehr gebaut werden, als bisher erwartet. Alleine China werde seine Kapazität von 6,5 auf 36 Gigawatt ausbauen; Russland werde seine Kapazität auf 40 bis 45 Gigawatt verdoppeln. Weltweit dürften dann 427 Gigawatt
Kernkraft-Kapazitäten bereit stehen. China wurden im Kyoto-Protokoll noch keine Treibhausgasziele auferlegt. Industrieländer dürfen sich den Bau von Atomkraftwerken in China nicht auf ihr Reduktionsziel anrechnen lassen.
Die Explosion des Atomreaktors in Tschernobyl 1986 habe der Kernkraftnutzung einen schweren Schlag versetzt, sagte Baradei. Doch seitdem sei viel für die Sicherheit getan worden. Außerdem herrsche jetzt größere Furcht vor Treibhausgasen wie Kohlendioxid (CO2) als vor Atomunfällen, sagte er auf einer Konferenz zur Kernenergie im 21. Jahrhundert.
|
|