Rebellog
Departments

„We like it the way it is...“
als PDF - download - German

Photo pdf-downloads
download your favorite pdf-file enter

|
|
 |
|
 |
|
 |
| |
|
|
| |
Vom Lesen und Nichtlesen
Es gibt 4 Möglichkeiten wie Sie an diese Brochure gekommen sein können: Erste Möglichkeit: Sie haben
sie geklaut. Das ist nicht recht, um in der bevorzugten kanadischen Sprachwendung zu bleiben: „It’s against the law, Sir/Madam...“ aber es spricht für das
Heft. Langweilige Hefte werden nicht geklaut. Ich
nehme das aber zu Ihren Gunsten nicht an, sondern glaube daran, dass Sie sehr ehrlich sind....
Deshalb kommen wir gleich zur zweiten Möglichkeit: Sie haben die
Broschure geschenkt bekommen. Na toll, gratuliere! Der Schenkende könnte zwei Gründe haben. Erster Grund: Er hat es selbst geschenkt bekommen und gibt es nun an Sie weiter, weil es ihm nicht gefällt. Zweiter Grund: Der Schenkende mag des
Ding und will Ihnen eine Freude machen. Sollten Sie also
das Heft geschenkt bekommen haben, spielen Sie ein bisschen Detektiv und versuchen Sie hinter die Beweggründe des Schenkers zu kommen.
Dritte Möglichkeit: Sie haben sich das Heft geliehen. Von einer Privatperson oder aus einer Bibliothek. Dann seien Sie mal schon dankbar, dass Sie in einen progressiven Haushalt geraten sind oder ihre örtliche Bibliothek einen aufgeschlossenen Bibliothekar hat, der auch vor dem Einkauf unkonventionellerer
Magazine nicht zurückschreckt.
Letzte und vierte Möglichkeit: Sie haben sich das Magazin selbst gekauft. Wahnsinn, jetzt bin ich aber wirklich gerührt. Kann das wahr sein? Ich glaub’s noch nicht. Nehmen wir an Sie haben sich vergriffen und erwarten ein
Heft ganz anderen Inhalts. Tauschen Sie es schnell um. Das zurückerhaltenen Geld können Sie zum Erwerb einer Mahlzeit für Ihre
hungernden Kinder ausgeben, dem örtlichen Veteranenclub spenden, oder als Ansparung für das nächste Auto ihrer Frau verwenden. Oder Sie verschenken das
Magazin wie bereits unter Option 1 beschrieben.
Nein, wirklich, Sie wollen das Heft behalten? Zum Lesen??? Nicht etwa um ihr wackliges Bett an einer Seite zu unterstützen, ihre Kinder die schwarz-weiß Seiten kolorieren zu lassen, oder die 3 Rezepte auszuprobieren die hier abgedruckt sind?
Das überrascht mich nun aber doch, soviel wählerisches Bewusstsein hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut. Sagen Sie mir jetzt nicht, Sie würden die Auseinandersetzung suchen, das kritische Hinterfragen oder Infragestellen des Bestehenden. Sagen Sie mir nicht, dass Sie es für zwingend Notwendig halten gelegentlich als Querdenker gegen Restriktionen zu
opponieren, dass Sie den Mut haben Ihr Wolkenkuckucksheim der Beschaulichkeit, des überkommenen Konservativismus zu verlassen und sich nach anderen Ufern umzuschauen. Sie möglicherweise sogar neugierig sind wie „Leben“ auch sonst noch organisiert sein kann. Und sagen Sie mir bitte nicht, dass Sie die seit Jahrzehnten eingefrorenen Rituale,
festgeschriebenen und festgeklopften Statements à la „Wir haben das schon immer so gemacht...“ lästig finden und Sie nach einer Veränderung dürsten, einen Ansatz wünschen um ausgetretene Trampelpfade zu verlassen. SIE KÖNNEN NICHT VON HIER SEIN....
Dabei hätte Sie es doch viel bequemer haben können. Schließlich ist der Buchmarkt voll von wunderschönen Bildbänden über Kanada, Nova Scotia, dem Lunenburg County und der South Shore. Grandiose Fotobände, von hochtalentierten Photographen anspruchsvoll und aufwendig gestaltet. Faszinierende Farborgien von roten Fischerhütten vor grünen Bäumen in kleinen
blauen Buchten. Herrlich, einmalig schön. Mit diesen Büchern hätten Sie sich behaglich zurücklehnen können, sie hätten darin blättern können (lesen tut man in diesen Bildbänden eher selten...). Kurzum es wäre erholsam gewesen. Sie hätten sich ein bisschen geräkelt und satt und zufrieden festgestellt „We like the way it is...“
 Und nun? Nun haben Sie ein
Heft, das sie ärgern wird, das Sie zur Stellungnahme zwingen will. Ein
Magazin, das möchte, dass Sie nicht nur ihre Augen benutzen um die Bilder anzuschauen, sondern auch Ihren Kopf um mitzudenken. Das ist schon mal unbequem. Und Unbequemes liegt dem Menschen im Allgemeinen nicht, den Menschen on South Shore schon gar nicht. Aber
wo steht, dass man seinen Kopf nur dazu benutzen soll um die Kappe mit dem Emblem des örtlichen Hockey-Clubs, oder des größtes Arbeitgebers darauf zu platzieren. Nirgends. Sehen Sie – wagen Sie einmal einen Schritt in eine neue Richtung, denken Sie mal quer, lösen Sie sich mal von der praktizierten, über Generationen vererbten Blickrichtung. Schließlich
ist die Welt ja größer, hätte Sie das für möglich gehalten, tatsächlich größer als South Shore, als Lunenburg County, ja sogar größer als Nova Scotia. Seien Sie jetzt nicht frustriert – die Welt ist auch größer als Kanada. Naja, geographisch ist Kanada wirklich fast führend. Da gibt es nur noch Russland...., aber Geographie ist nun nicht alles. Ich weiß
doch wie neugierig Sie sind, wie Sie schon immer glühend nach Informationen aus anderen Regionen lechzten, schon immer wissen wollten, wie das Leben woanders organisiert ist.
Es wird schwer werden, aber Sie haben mein Mitgefühl. Sollten Sie allerdings nach der Inhalation des
Heftes immer noch der Meinung sein, dass das einzige Beeinträchtigende der Lebensqualität die Schwarzfliege ist und lediglich über deren Bekämpfung eine politische Diskussion entbrennen sollte – klappen Sie das
Heft getrost wieder zu. Schauen Sie sich
lieber eine Soap-Opera an, oder wenigstens die Werbung über die letzte Spaghetti-Sauce oder die neueste Damenbinde. Oder das Wetter – das ist auch erschöpfend, konfliktarm, unabwendbar und während Sie dann Ihren Kräcker in den Dipp tauchen und andere kalorienreiche Fastfood in sich versenken, sparen Sie die Kalorien die durch tieferes Nachdenken
verbraucht werden.
Lehnen Sie sich zurück und stellen Sie, nicht zum ersten Mal, aber glücklich und zufrieden zum wiederholten Male fest:
„I like the way it is...“ |
|
|
|
|
|
|


Online Translator.
To stop your Pop-Up-Stopper press "Strg"-Button.
Live Free or Die
How to life and survive in the USA
1 - 2 -
3 -
4 -
5 -
6 -
7 -
8 -
9 - 10
- 11 - 12

Political Posters

Montages and Caricatures

Portraits

Filterplay
My favorites:
Ali, Ayaan Hirsi
Aliberti, Lucia
Barenboim, Daniel
Benanteur, Dahmane
Berger, Erna
Berliner Philharmoniker
Björling, Björling
Bläser der Berliner Philharmoniker
Bravo, Manuel A.
Broder, Henryk M.
Bunny, Rupert W.
Fallaci, Oriana
Friedman, David
Galitsin, Gregori
Giebel, Agnes
Gigli, Benjamino
Hopper, Edward
Johaentges, Karl
Kästner, Erich
Koelbl, Herlinde
Lebeck, Robert
Lenau, Nikolaus
Leonhard, Wolfgang
Michener, James A.
Müller, Wilhelm
Nakic, Adrian
Newton, Helmut
Rand, Ayn,
Richter, Karl
Richter, Svjatoslav
Rozhdestvensky, G.
Saarinen, Pekka
Schneiderhahn, W.
Serebryakova, Sinaida
Snow, Aurora
Traven, B.
Wunderlich, Fritz
enter
My favorite assholes
enter |
|