„We like it the way it is...“ – Canadians on South Shore  

       
   

The philosophy of Liberty is based on the principle of Self-Ownership

>all kinds of socialism cause poverty<

   
   

von Rudi Raabe

   
       

A page that over and above its political content also shows the world and environment of people who stand for their libertarian ideas.

         
       

Kanadaimpressionen - Bilder einer Region - Impressions of Canada - Pictures of a Region

         

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„We like it the way it is...“

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Von Recht und Sex

 

Das Rechtssysteme in anderen Staaten anders sind ist natürlich nichts neues. Und klar ist auch, daß gerade das englische Rechtssystem, auf dem auch Kanadas Gesetzgebung basiert, sich von kontinentaleuropäischer Gesetzgebung erheblich unterscheidet. So gibt es im britisch/kanadischen Recht weniger feste, eine Situation beschreibende Gesetze, als mehr das Caselaw. Also das Fallrecht. Wir kennen das alle aus Westernfilmen oder Filmen mit James Steward, wenn der Verteidiger dem „Hohen Gericht“ ("Euer Ehren...") einen Fall aus dem Jahre 1872 vorliest, wo das Gericht so und so in einem ähnlichen Fall entschieden hat.

Dennoch war ich immer der (naiven) Auffassung, daß demokratische Staaten eine Art Grundkonsens pflegen. Eine Übereinstimmung in den wesentlichen Rechtsauffassungen herbeiführen, eben weil sie demokratisch sind und in ihrer Rechtsprechung das „Wohl des Bürgers“ in den Rechtsmittelpunkt stellen. Das war selbst im kommunistischen Polen so, oder in der kommunistischen Tschechoslowakei, jedenfalls in allen Fragen die das tägliche Recht regeln und sofern es nicht um politische Fragen ging. Von unseren westeuropäischen Nachbarn mal ganz abgesehen.

Nun bin ich mehr als 9 Jahre in Kanada und oft von neuem über die Unterschiedlichkeit der Auffassungen erstaunt. Nicht zum ersten Mal erinnert mich vieles an Diktaturen. Nur fällt das einem Touristen natürlich nicht auf und die Einwohner kennen es gar nicht anders.

Ich trichtere schon jetzt meinem Sohn ein nur nicht straffällig zu werden. Damit kann er seine Zukunft versauen. Ach nee, das kann er ja wohl überall, wenn er größere Dummheiten macht. Schon, aber in Kanada kommt alles in ein „Record“ eine Art begleitende Akte. Und da bleibt es. Basta. Ein Leben lang. Nichts mit Streichung nach einigen Jahren in leichteren Fällen. Außerdem, und das haut mich voll vom Sockel, darf man als vom Gericht Verurteilter Kanada drei Jahre nicht verlassen. Also, noch mal zum langsam lesen: Du klaust ein Fahrrad, wirst verurteilt, bezahlst Deine Strafe, oder sitzt sie ab, und darfst nicht mehr in Ausland. Kein Neubeginn, kein anderer Job. Schluss mit lustig.

Nun ist mein Sohn erst 12 Jahre und die Gefahr, daß er Dummheiten dieser Art macht eher unwahrscheinlich. Dennoch die Aussicht ist bedrückend. Straffällig werden kann man hier nämlich schnell. Schneller als in Deutschland in jedem Fall. Die Zero-Toleranz, der Mangel an Nachsicht, ist systemimmanent, die Polizei weniger nachsichtig als bei uns. Das sollten wir bedenken, wenn wir uns nächstens über sture Beamte ärgern. Beispiele:

  • Lassen sie ihren Teenie nur nicht aufs Surfbrett ohne Helm: 80 Dollar. Fahrrad, auch Kinderfahrrad, 200 Dollar. Keine Kann-Empfehlung, nein Gesetz. „It’s the law, Sir“ habe ich nie öfter gehört als in Kanada. Kann mich nicht erinnern, das die Wendung „das ist Gesetz“ so oft in Europa gebraucht wird. Sagen wir’s mal so: Eigentlich ist alles verboten was nicht erlaubt ist. Und das kann ganz schön viel sein:

  • Tragen einer unverpackten Flasche Alkohol.

  • Alkoholflasche im Innenraum des Autos. Muss in den Kofferraum.

  • Trinken auf dem eigenen Grundstück, wenn es von Kindern eingesehen werden kann. Also kein Bier beim Rasenmähen.

  • Trinken von Alkohol am Strand

  • Lagerfeuer am Strand

  • Nach 20 Uhr ist es nicht erlaubt mit Kindern in ein Restaurant oder einen Pub zu gehen, wenn dort Alkohol ausgeschenkt wird.

  • Am Tage ist das auch nicht erlaubt, wenn man nur seinen Durst löschen will, also nur eine Getränk bestellt. Es darf nur zum Essen ausgeschenkt werden

  • Am Tage ist es in fast allen Restaurants unmöglich ein Bier nach dem essen zu bestellen

  • Seine Geburtstagsfeier etwa mit einem Sektfrühstück feiern zu wollen ist ebenfalls unmöglich, das Restaurant hat gar keinen Sekt. Den hat es nicht, weil es keine Lizenz dafür hat. Die hat es nicht, weil man zum Frühstück halt keinen Sekt trinkt. Auch nicht am Geburtstag. Basta!

  • Selbst Kinder brauchen einen Angelschein.

  • Muscheln buddeln nur in einer bestimmten Menge, also daß es etwa zu einer Mahlzeit reicht

  • Kanufahrer brauchen jetzt einen Führerschein

  • Verboten Wildfleisch zu kaufen, also kein Reh- oder Wildschweinbraten

  • Fasan, Eichelhäher oder ähnliches gibt es gar nicht und kann und darf auch nicht gezüchtet werden, oder wenn gezüchtet, nicht verkauft...

  • Nicht möglich Fisch bei Fischersleuten zu kaufen

  • Restaurantbesitzern ist es verboten Lebensmittel direkt von einer Farm zu kaufen

  • Es ist verboten oben ohne auf der eigenen Terrasse zu sitzen, wenn diese einsehbar ist

  • Wenn Sie Ihren Krempel bei Ebay verhökern und dabei mehr als 2000 Dollar machen müssen Sie das dem Finanzamt melden. Selbst dann, wenn es ihr Gerbrauchtwagen ist und er bereits versteuert war.

  • Nach 5 Uhr morgens dürfen Sie nicht jagen, vor 5 dürfen Sie.

Ich hatte zahlreiche weitere Beispiele gesammelt, aber ich kann gerade meine Liste nicht finden. Gehen Sie einfach davon aus, das etwas was sie vorhaben und was eventuell etwas unkonventionell ist, verboten ist.


Nun, das mit dem Alkohol gibt es natürlich auch in den USA in einigen Counties, aber das überrascht nicht sonderlich. Immerhin sind die USA, bei aller Offenheit und einer viele Rechte garantierenden Constitution, als teilweise fundamentalistisch religiös bekannt. Aber gerade deshalb erstaunt Kanada umso mehr. Will man sich nicht möglichst abgrenzen von den USA? Erzählt mir nicht jeder hier, wenn er auch sonst nichts zu sagen hat zu den USA, - außer „how beautiful was Disney“, um wie viel toller Kanada ist? Aber es wird noch toller:

Jeder der festgenommen wird, jeder der verdächtig und festgestellt wird, ob zu Recht oder zu Unrecht, erscheint im täglichen Polizeijournal. Mit vollem Namen. Und da die örtliche Radiostation, die Lokalzeitung hier Einblick haben erfährt man schon den Namen des beschuldigten Nachbarn zu den Frühnachrichten. In einem kleinen ländlichen Ort, einem County, in dem fast alle miteinander verwandt, bekannt oder zur Schule gegangen sind, ist man gebrandmarkt für den Rest seines Lebens. Das erinnert an schlimmste Zeiten in Diktaturen, und daran wofür die Völker Osteuropas gekämpft haben, die Unversehrtheit der Persönlichkeit, den Schutz des Namens. Es wird nicht eine Meldung herausgegeben a la: „Der Täter, ein 25jähriger Arbeitsloser aus XX wurde in den frühen Morgenstunden bei einem versuchten Autodiebstahl festgenommen…“, sondern es steht geschrieben oder kommt durch den Äther: „Mark Mosher, ein 25jähriger aus Road Hill, in XX, (wobei Road Hill nur 3 Häuser hat) wurde festgenommen als er ein Auto stehlen wollte. Officer Rodney, von der XX-Police-Station sagte: Der Täter habe sich nicht gewehrt, hätte aber gerade seine Arbeit bei Zwicker Inc. verloren!“

Meine Oma, eine kinderliebe Frau mit Humor und Herz, wohnte in der „DDR“. Mein Großvater der bei den Nazis nicht mitmachen wollte wurde dafür in der lokalen Parteizentrale zusammengeschlagen. Als die Kommunisten ans Ruder kamen verlangten sie „nachdrücklich“, daß Opa bei Ihnen einträte. Er mochte aber nicht. Also schlugen sie ihn zusammen. Es war das gleiche Lokal, nur hing statt einer braunen nun eine rote Fahne darüber. Was schlimmer war er verlor seine Arbeit. Es mangelte Oma und Opa Anfang der 50iger Jahre bis in die 70iger Jahre an allem. Opa war ein grundehrlicher Mann. Oma, die es nicht ganz so genau nahm, ließ eines Tages ein halbes Pfund Butter in ihrem Dekolleté verschwinden. Natürlich wurde sie erwischt. Es war schlimm, sie hatte sich an Volkseigentum vergangen. Es gab eine saftige Strafe. Was schlimmer war: In der „Magdeburger Stimme“ stand: „Frau Wally A., Ehefrau von Otto A. wurde gestern beim Diebstahl von Volkseigentum gestellt. Die Verkäuferin Erna E. überraschte die Täterin als sie ein halbes Pfund Butter in ihrem Dekolleté versteckte. Die Täterin erwartet im Sinne der Volksgemeinschaft eine angemessene Strafe.“

Ganz abgesehen davon, daß ich nun immer sagen kann ich bin erblich vorbelastet, ist der ganze Vorgang eines demokratischen Systems unwürdig. Die Veröffentlichung von Namen Nichtprominenter ist gegen jeden journalistischen Ehrenkodex und juristisch, als Verletzung der Persönlichkeitsrechte, unzulässig. Oh, Canada….

 

Aber es gibt noch ein Punkt der mich fassungslos macht. Vielleicht bin ich besonders sensibilisiert, weil mein Vater Arzt war. Aber sollten Sie hier ein Gesundheitsproblem haben, wird der Arzt entscheiden ob sie im  Krankenhaus bleiben oder nach hause können. Sollte er der Meinung sein, saß sie mal eine Weile ihr Auto stehen lassen sollten um sich zu regenerieren wird er Ihnen das, wie überall,  sagen. Aber, er wird es auch der Polizei melden. Tatsächlich, sie lesen richtig: Der Arzt, die Person Ihres Vertrauens, ist gehalten mit der Polizei zusammen zu arbeiten. (Sie müssen das vor dem Arztbesuch unbterschreiben, sonst schaut er Sie erst gar nicht an...) Das heißt der Staat traut erstens seinen Bürgern nicht. Das tun Dikaturen auch nicht, deshalb haben sie ja so perfekte Überwachungssysteme. Und zweitens nimmt er, der kanadische Staat, den Arzt als Exekutivorgan in die Pflicht. Die Polizei bekommt also Ihren Namen und Ihre Autonummer. Die hat sie zwar sowieso, aber sicher ist sicher. So und nun sitzen sie zu hause und fragen rundum wer sie wohl zu Arzt fährt. In einem Land ohne öffentlichen Nahverkehr haben sie keine andere Wahl. Oder sie nehmen ein Taxi. Wenn Sie aber 45 Minuten entfernt wohnen vom Krankenhaus oder ihrem Arzt, was hier durchaus eine übliche Entfernung ist, wird das aufwendig und teuer. Sicher, man sollte sein Auto nicht benutzenm wenn es einem wirklich schlecht geht. Aber, dass ein Arzt seine ärztliche Schweigepflicht bricht, brechen muß, um Sie einer staatlichen Institution zu melden ist schon ein starkes Stück.

 

Übrigens: Sollten Sie hier einen Steuerberater haben, dürfen Sie ihm nur das sagen was Sie auch der Finanzbehörde sagen. Er ist nämlich, obwohl Sie ihn bezahlen, nicht auf Ihrer Seite. Er macht zwar Ihre Steuererklärung, aber er meldet auch Unregelmäßigkeiten weiter. Also niemals einem Steuerberater vertrauen.

Im Herbst 2004 schrieb meine Frau sich an der lokalen Universität ein. Sie begann ein Studium in "Art und Design". Nachdem sie sich schriftlich angemeldet hatte, ihre Unterlagen geprüft und ihre Zugangsvoraussetzungen erfüllt waren, erhielt sie einen Bescheid, der sie zur Aufnahme des Studium berechtigte. Gleichzeitig erhielt sie die Aufforderung die Studiengebühr, immerhin mehrere tausend Dollar, zu bezahlen. Als wir im Kassenbüro erschienen und meine Frau die Rechnung ausgehändigt bekam, sah sie, zu ihrem Erstauen, daß zu den Studiengebühren auch eine Summe von etwa 200 Dollar hinzu addiert war: „Beitrag für die Studentengewerkschaft.“ Auf unsere Frage was das solle, erhielten wir die Antwort, daß es sich bei der „Mitgliedschaft" in der Gewerkschaft um eine Zwangsmitgliedschaft handele, man aber die und die Vorteile hätte. Es war unfassbar: Meine Frau, aufgewachsen in der Sowjetunion, in einem System in der die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft ein „Muss“ war dem man nicht ausweichen konnte, weil im „Interesse aller Werktätiger“, wurde hier in einem "freien" Land, in Canada, erneut in eine Zwangsgewerkschaft gezwungen, im „Interesse aller Studenten“. Es ist nicht zu bestreiten, daß die Mitgliedschaft einige Vorteile hat, z.B. Krankenversicherung, aber eine Mitgliedschaft sollte doch freiwillig sein. Eine der ersten Handlungen neuer postsowjetischer Regierungen war es denn ja auch Zwangsmitgliedschaften abzuschaffen. Wir haben aber bei späteren Unterhaltungen gemerkt, daß uns die Menschen nicht verstanden haben und den Unterschied zwischen einer Zwangsmitgliedschaft und einer freiwilligen Entscheidung in den seltensten Fällen begriffen.

Neulich klingelte das Telefon. Es war niemand dessen Anruf ich erwartete. Es war jemand der mir wieder mal am Telefon etwas verkaufen wollte. Das kann Kosmetik oder eine Zeitung sein. In jedem Fall abzuwimmeln. Manchmal ist es angeblich eine Umfrage einer Behörde: „Sind Sie zwischen 20 und 40 Jahre alt, oder jemand in ihrem Haushalt?“ Nein bin ich nicht. Sonst ist auch niemand da!!! Doch heute war es anders. Es war ein Mann von der Zeitung der RCMP. Das ist die Royal Mountain Police, als Polizei eine geachtete Institution. Er rufe an um zu fragen ob ich eine Spende machen würde.


„Wofür?“
„Wir sammeln Geld um auf Schulcomputern eine Filtersoftware zu installieren, die Kinder das ansurfen „verbotener“ Seiten unmöglich macht…“ (Er sagte „verbotener“ nicht „ungeeigneter“…)
„Aha!“. sage ich. Schweigen.
„Ja würden Sie dafür vielleicht 20 Dollar Spenden?“
Ich frage: „Filtersoftware, also eine Software die Zensur ausübt?“
„Ja, sind Sie nicht dafür Kinder zu schützen?“
„Ich bin gegen Zensur. Menschen sollten lernen ein kritisches Bewusstsein zu entwickeln. Kinder sind Menschen.“
„Also, Sie sind dafür das Kinder Ponographie sehen?“
„Ich bin nicht dafür. Aber wenn sie sie sehen, sollten sie lernen was Geschmack und Ästhetik ist und was nicht und ihre Sinne schärfen!“
„Also Sie wollen nicht spenden?“
„Nein, ich bin gegen Zensur!“
Der Mann kann es nicht fassen und hängt auf.

Heute morgen treffe ich am Schulbus Michelle:


„Na, ist Jeff zurück?“ frage ich. Jeff war eine Woche in Las Vegas, mit ein paar Freunden oder Kollegen. „War’s nett?“
„Yes, thanks God he is back.“
„Wusstest Du, das Vegas statistisch die höchste Kriminalitätsrate in den USA hat?“, frage ich um das Gespräch in Gang zu halten.
„Ja, sehr gefährlich, all die Prostituierten die mit ihren Karten die um Kunden werben!“
„Na ist doch toll“, sage ich, „freie Marktwirtschaft. Jeff muss die Karten ja nicht nehmen.“


Sie lacht verlegen wie sie es immer tut. Michelle ist nämlich sehr gut erzogen. Ihre Eltern sind ehrbare Handwerksleute, sie haben die einzige Fleischerei im Ort, und achten auf sich. Und auf Michelle. Immer noch, obwohl sie schon 10 oder mehr Jahre verheiratet ist. Und natürlich auf Melanie  die Enkeltochter.


Michelle ist sehr prüde. Außerdem "sitzt" sie auf ihrer Tochter, die im Alter unseres Sohnes ist, also 12Jahre alt, wie die Henne auf ihrem Ei. Wir hatten Melanie einige Male hier. Aber in der letzten Zeit habe ich den Eindruck, daß Michelle unbedingt verhindern will, daß Melanie zum Spielen kommt. Ich kann mir denken warum. Sie hat Angst das Melanie mit unserem Alexander an den Computer geht. Es sind auf seinem Computer zwar nur harmlose Spielen aber dennoch hat Michelle Angst, daß Melanie etwas sieht was sie nicht sehen soll. Sie kennt unsere relaxte Art, sie weiß, daß wir nicht so prüde sind, eine offene Sprache auch mit unseren Kindern pflegen. Ja was könnte das nun sein, was sie eventuell ausversehen zu sehen bekommt. Eine nackte Brust vielleicht, auf einem Urlaubsfoto, oder, eigentlich weiß ich es auch nicht genau, wahrscheinlich irgendwas Nacktes. Harmlos natürlich. Schießende Soldaten wären wahrscheinlich nicht gefährlich für Melanies Kinderseele, aber eine nackte Brust – nicht auszudenken.

Man ist hier sehr prüde und verklemmt. Aufklärung ist nicht üblich, Sex kein Thema. Über so was spricht man nicht. Es wird verdrängt, versteckt. Titelblätter von Zeitschriften und Magazinen würden nie eine nackte Brust zeigen, geschweige denn etwas weiter unten. Ich habe selbst erlebt wie eine Kundin in einem Zeitschriftenladen eine deutsche Zeitschrift, ich glaube es war die seriöse PHOTO mit einem Toplessgirl auf dem Titel, umdrehte, so daß der Rücken der Zeitschrift in den Verkaufsraum schaute. Natürlich gibt es einen hohen Prozentsatz an Teenagerschwangerschaften. Kondomautomaten sind in der High School aber ebenfalls verboten. Oben ohne baden am Strand ist verboten, selbst auf dem eigenen Grundstück macht das niemand.

 

Alle Videofilme sind in zahllose Altersklassen eingeteilt. Das ist fast unüberschaubar, denn es werden sowohl die US-amerikanischen als auch die kanadischen Beschränkungen angegeben. Die Angestellten von Blockbuster, dem großen Videoverleiher sind verpflichtet sich die meisten Filme anzusehen um die Eltern „beraten“ zu können. Im Fernsehen ist nicht einmal das Wort „Shit“ erlaubt und wird von einem Zensor, selbst in einer öffentlichen Talk-Show, mit einem „Beep“ übertönt. Deshalb gibt es keine wirklichen Livesendungen, sondern jede „aktuelle“ Sendung ist zeitversetzt um dem Zensor die Möglichkeit der „Beep“-Einspeisung zu geben. Bücher mit erotischem Inhalt in der Bücherei, wenn es sie denn geben sollte, sind bei der Bibliothekarin abzufragen. Alle öffentlichen Computer, in Büchereien oder Dienststellen sind mit einer Filtersoftware ausgestattet. Außerdem öffnet sich bei jeder PC-Nutzung ein Fenster wo man seinen Verzicht auf „unanständiges“ Surfen noch einmal bestätigen muss.

In der Schule ist küssen verboten und für, in der Pubertät durchaus übliches, grapschen, schubsen oder tatschen sind strenge Verbote in der Schulordnung ausgesprochen. Bei Verstößen droht, je nach Schwere des Delikts, Suspendierung von der Schule. Den Bauchnabel darf man nicht sehen, Mädchen haben sich „anständig“ zu kleiden , Parfüm ist verboten, denn eine Schule ist eine „geruchsfreie“ Zone. Auf den T-Shirts dürfen keine Label, keine politischen Botschaften und nichts „erotisches“ abgebildet sein. Lieber Himmel, ware das an meinem Gymnasium gewesen 90 Prozent der Kinder wären dauersuspendiert gewesen und die Lehrer hätten Schach spielen können.

Prostitution ist verboten. Ja, selbst wenn man einen Taxifahrer fragt wo es professionelle Mädchen gibt kann man eine saftige Strafe bekommen. Allein die Frage ist verboten. Dementsprechend traurig, äh, anständig aber langweiligm sieht auch das Nachtleben aus. Das einzige Rotlicht ist die rote Ampel auf der nächsten Kreuzung. Allerdings wendet die Polizei üble Tricks an um Freier aufzuspüren, wenn es denn welche gibt. Viele können es nicht sein, in einem Land in dem praktisch nichts geheim bleibt. Es werden weibliche Polizistinnen als Hooker verkleidet auf die Straße geschickt. Das kann ab er nur die Barrington oder Under-Water-Street in Halifax sein, mehr Straßen gibt’s da nicht. Wenn ein Autofahrer so blöd, oder unwissend ist, anzuhalten und nach dem Preis zu fragen ist er dran. Lieber sollte er nach dem Weg fragen. Lokalprostitution ist auch nicht, es gibt kaum Lokale. Massagesalons gibt es ebenfalls nicht. In Toronto oder Montreal mag das anders sein. Atlantik Kanada ist so rein wie die Seeluft. Die einzige Dame die ihren Service über das Internet anbietet ist offensichtlich konkurrenzlos, so um die 32 (schreibt sie) und verlangt 200 Dollar die Stunde. All expenses extra…..

Nun muss man natürlich nicht auf der Suche sein nach Damen die Entspannung gegen Bezahlung anbieten. Dennoch, es ist mit einer offenen Gesellschaft nicht zu vereinbaren, alles und jedes unter moralischen Gesichtspunkten reglementieren zu wollen. Es gibt ein Recht auf freie Berufswahl für die Damen und ich möchte mein Recht auf die freie Entscheidung, wie und mit wem ich meine Freizeit verbringe, aus grundsätzlichen Erwägungen....

 

.... nicht eingeschränkt sehen.

 
   

 

 

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