„We like it the way it is...“ – Canadians on South Shore  

       
   

The philosophy of Liberty is based on the principle of Self-Ownership

>all kinds of socialism cause poverty<

   
   

von Rudi Raabe

   
       

A page that over and above its political content also shows the world and environment of people who stand for their libertarian ideas.

         
       

Kanadaimpressionen - Bilder einer Region - Impressions of Canada - Pictures of a Region

         

Denk mal nach...

     

 

     

Think about it...

 
       

  1 - 2 - 3 - 4 -5 - 6 - 7 - 8 - 9 - 10 - 11 - 12 - 13 - 14 - 15

         
             

  

     

Rebellog

Departments

 

 

„We like it the way it is...“

als PDF - download - German

 

 

Photo pdf-downloads

download your favorite pdf-file

enter

 

our collection of embeded movies click

Movie of the moment

 

 

 
 
     
 
 

Von Maklern und anderen Merkwürdigkeiten

In Deutschland sagt man. „Wer nichts wird, wird Wirt!“ Das ist sicherlich schlecht zu übersetzen, aber es meint, dass, wer es im Leben zu sonst nichts gebracht hat, es immer noch als Gastwirt versuchen kann. Es ist nicht nur schlecht zu übersetzen, es macht in Nova Scotia auch keinen Sinn. Denn erstens gibt es kaum Gastwirte, und zweitens wird hier ja aus jedem irgendwas. Dafür hat man die schulischen Anforderungen so niedrig gehängt, man richtet sich halt nach dem Langsamsten in der Klasse, dass eigentlich jeder graduieren kann. Die Sozis, dem Gleichheitsgrundsatz huldigend, wollten ja schon immer, dass jeder Müllkutscher Abitur hat.

Das Bild mit dem Gastwirt zieht also nicht. Aber wir können den Gastwirt ersetzen und nehmen dafür den Makler. Sage noch einer dieses Land offeriert nicht jedem Unentschlossenen und jeder gelangweilten Hausfrau seine Möglichkeiten. Makler kannste immer werden. Du brauchst natürlich ne Lizenz. Wäre ja noch schöner, schließlich ist das ein ehrbarer Club von Lügner, ich wollte sagen Aufschneidern, die noch die letzte Bruchbude an den Mann, oder die Frau, bringen wollen. Diese Fertigkeit muss man lizenzieren. Und so treten sich die Makler hier in Nova Scotia, einem Land mit nur 900 000 Eingeborenen, gleichsam auf die Füße. Nicht das sie besonders motiviert wären, sich liebevoll um ihre Kunden kümmern würden, das nun nicht, aber sie möchten möglichst viele Kunden in ihrer Listung haben. Da, wenn es darum geht den Kunden zu einem Maklervertrag zu bewegen, da zeigen sie richtig Engagement und sind sogar pünktlich. Allerdings möchten sie nur Objekte listen die sich leicht verkaufen lassen, zu große, extravagante oder außergewöhnliche Objekte reizen sie nicht sonderlich. Das wäre ja eine berufliche Herausforderung – und der gehen sie doch meistens lieber aus dem Weg.

Ansonsten sind ihre Kenntnisse, von Ausnahmen abgesehen, eher dürftig. Natürlich kennen sie die Verkaufsregularien, wie man das mit dem Anwalt abwickelt etc. pp., aber bitte stellen sie keine gezielten Fragen über Bausubstanz, Heizungssysteme, Solardächer oder Bodenqualität. Die Kenntnisse reichen aber meistens, schließlich sind sie genau auf die Wünsche der überwiegend unbedarften Kundschaft abgestimmt. Hier hat übrigens, im Gegensatz zu Europa der VERKÄUFER die Courtage zu bezahlen. Sie betragt gegenwärtig 6,9 Prozent. Die meisten Makler haben sich einer der großen Maklerfirmen angeschlossen, Remax, Exit oder Century 21. Sie sind also keine wirklich selbstständigen Unternehmer. Ihr Risiko ist begrenzt. Das wirkt sich nachhaltig auf ihr Verkaufstemperament aus – kommste heute nicht, kommste morgen.

Tomi Ungerer, der berühmte Karikaturist hatte sich ja in Nova Scotia, in Cape Breton ein Haus gekauft. Aber selbst ihm, dem respektlosen Individualisten, fiel hier die Decke auf den Kopf und er trat die Flucht an. Das hat er in seinem Buch „Heute hier und morgen fort“ meisterhaft erzählt und illustriert. Wir jedenfalls haben jetzt unser Haus verkauft. Das war schwierig, extrem schwierig und nur mit einem deutlichen Nachlass, auf das was wir selbst investiert hatten, zu bewerkstelligen. Das es letztlich geglückt ist haben wir einer Maklerin zu verdanken. Sie, eine selbstständige und nur für sich arbeitende Unternehmerin hat es letztendlich geschafft einen Käufer zu finden. Sie war sozusagen die einzige echte (Makler-) Perle in einem Haufen unechten Klimbims. Aber die Erfahrung bleibt: Nova Scotia ist der ideale Ort Geld zu verlieren. Wie viele Deutsche und Schweizer haben wir in den in den letzten Jahren getroffen. Gekommen voller Hoffnungen, hoch motiviert, ihre Ersparnisse in dieses karge Land investierend. Wie viele sind geblieben? Zahlreich die Varianten der Aufgabe, zahllos die traurigen Geschichten verlorener Vermögen. Wer hier her kommt sollte Verluste verschmerzen können. Seit 2 Jahren sucht selbst der berühmte Wirtschaftsautor und Chefökonom des Daily Reckoning, Bill Bonner, einen Käufer für sein Grundstück.

Es sieht also traurig aus. In Amerika ist Housing Bubble und die Amerikaner, sonst Aufkäufer von Küstengrundstücken, bleiben wo sie sind. Der Boom der Deutschen und Schweizer ist schon seit Jahren ausgeträumt. Daheim hat es sich inzwischen rumgesprochen, dass man in Nova Scotia schnell Geld verlieren kann, jeder Furz geregelt ist und natürlich ist der kanadische Dollar auch nicht mehr sonderlich günstig.

Gestern sind wir eingeladen. Bei unseren Freunden den B.’s, die sie ja aus meinen Erzählungen schon kennen. Er ist Lobsterfischer in der 3. Generation und sie vermietet eigene Sommerhäuser. Sie haben Simon, er ist 12 Jahre alt, ein Freund unseres Sohnes. „Wie sieht die Zukunft von Nova Scotia aus“ fragen sie mich. Sharri will ihren Simon mal nach Vancouver nehmen, damit er was anderes sieht. Milton ist da nicht so begeistert und ich versuche mich in einer diplomatischen Antwort während ich aus dem Fenster auf die entzückende Bucht, die gerade in freundliches Sonnenlicht getaucht ist, schaue. „Macht ihn nicht unglücklich“, sage ich. „Er wird ja auch Lobsterfischer werden, er wird hier sein Leben verbringen, er wird die Defizite nicht so empfinden wie wir, wie Leute von außerhalb die empfinden. Im Gegenteil zeigt ihm den Wert einer eigenen Existenz hier und forciert nicht seine Unzufriedenheit. Nur Menschen von außerhalb haben Probleme das alles so zu akzeptieren, wobei es denen aus ehemaligen sozialistischen Staaten weniger schwer fällt.“ Sie stimmen mir zu.

„Aber was kann man hier ändern um der Provinz Aufwind zu verschaffen? Es wäre ja auch für Simon und die nächste Generation. Wie kann man es so attraktiv machen, dass Geld herkommt, hier gemacht wird und auch hier bleibt?“ fragen beide.

„Jagd die Regierung zum Teufel, streicht 60 Prozent aller Vorschriften, macht das überalterte Land attraktiv für jungen Leute, die herkommen und die hier bleiben. Jedes 3. Auto hat ihr ein Behindertenzeichen, die alten, konservativen Leute blockieren die Zukunft eurer Kinder. Erlaubt das Züchten von Wildtieren, Rehen, Hirschen, Fasanen, Eichelhähern. Züchtet Pelztiere, forstet eure Wälder, aber so das man starke Stämme ernten kann, lichtet das Unterholz. Privatisiert den Strom und schafft ein öffentliches Transportsystem. Erlaubt Nachtklubs, Straßenfeste, und gängelt nicht die Jugendlichen so. Wer Geld verdient möchte es auch ausgeben. Nutzt den stetigen Wind mit Windenergie, und gebt die Konzessionen zum Abbau eurer Resourcen nicht in fremde Hände. Und denkt vor allem nicht Tag und Nacht immer nur an Sicherheit!“

„Ach je“, sagt Milton. „das ist unmöglich. Es wird alles so bleiben. Die Nachbarn sind zu konservativ. Es kommen ja Leute her, aus Toronto aus Ottawa, aus Montreal. Aber das sind Rentner, die einen ruhigen Lebensabend haben wollen. Die geben kein Geld aus, die Kosten Geld. Die Politiker sehen nur, dass die ein Haus bauen. Aber das ist eine Einmalausgabe. Langfristig belasten sie nur das Sozialsystem. Junge Leute hauen ab, ----- wenn sie was in der Birne haben….“

„Siehste“, sage ich, „and so do I. Und nehme meine Kinder wieder mit. Wieder 2 weniger. Und Maureen und Mark sehen auch keine Zukunft hier für ihre Beiden.“

Und dann nippen wir an unsrer Cola-Rum. Und stellen gemeinsam fest, dass auch der Alkohol eigentlich viel zu teuer ist. Gemacht worden ist. Den die Alkoholläden sind ebenfalls staatlich.


Doch zurück zu unsrem Haus. Das hat unsre Maklerin also endlich verkauft. Wir hatten es entworfen, wir hatten es gebaut. Es war 420 qm groß, hatte3 Bäder und ein Gäste-WC, eine eingebaute Fußbodenheizung auf beiden Ebenen in massivem Eichenfußboden und in der Küche Geräte von MIELE. Es war also deutlich anspruchsvoller als der landesübliche Durchschnitt, das Grundstück war 5 mal größer als in der Nachbarschaft üblich, bescheiden ausgedrückt: Es war ein Luxushaus. Dessen Ausstattung aber natürlich kein Einheimischer nachfragte. Es war uns klar, dass es schwierig werden würde es zu verkaufen, dennoch ist es interessant sich in der Rückschau all der Verrückten zu erinnern, die von den verschiedenen Maklern hier angeschleppt wurden. Von zu groß (was wir natürlich verstanden) bis zu hell, zu dunkel, Eingang zu klein, Eingang zu groß, passt in den Herd auch ein Turkey (eine besonders gravierende Frage bei einem mehrere hunderttausend Dollar teuren Haus) bis zu „ich hätte aber lieber farbige Wände“, als ob es keine Pinsel und Farbtöpfe gäbe, war an intelligenten Fragen alles vertreten. Die Frage ob die Fundamente trocken, das Dach dicht oder die Steigeleitungen ausreichend sind, stellte niemand.

Dann kam Familie Wonnepropen. Beide das Doppelte von mir, wobei meine Frau schon immer wegen meines Übergewichtes meckert, der Junior, 4 Jahre alt, in der Größe und dem Gewicht eines 12jährigen. Sie waren ganz genau, ja sie bestellten einen Gutachter, der das Haus auf Herz und Nieren prüfte und bestätigte, dass es einwandfrei und ohne Mängel sei. Wir freuten uns, und als die Frau anrief um zu fragen, ob sie das Haus und den Kinderspielplatz ihrem Sohn zeigen könne, sagte ich natürlich ja. Sie kam, er spielte, wir tranken Kaffee zusammen. Ich erzählte wie wir eingezogen waren, alle Nachbarn der Reihe nach zum Dinner eingeladen und in den ersten Jahren Sommerparties mit bis zu 60 Personen veranstaltet hatten. Sie sagte, ihre Familie wisse noch nichts von der Kaufentscheidung und auf meine Frage „ob sie es denn auch unterhalten können“, verwies sie darauf, dass sie Staatsangestellte seien. Na, denn…

Mit der Maklerin schloss ich eine Wette ab, dass das Haus in 4 Jahren wieder auf dem Markt ist, denn 420 qm, 8 Zimmer und zahlreiche Nebenräume sind vielleicht doch zu groß für nur 3 Figuren. Jetzt, 6 Monate später ist das Haus wieder auf dem Markt. Ich habe die Wette gewonnen. Von den Nachbarn hat keiner die neuen Eigentümer gesehen, das Kind spielt fast nie auf dem Kinderspielplatz. Wir galten ja als schwierig und zu anspruchsvoll. Und unsere kanadischen Nachfolger? Verhielten sich eben kanadisch. Bon, akzeptiert.

Jetzt wohnen wir in einem kleinen Häuschen. Das ist so klein, dass es in unser altes Wohnzimmer passt. Alle unsere Möbel und Bücher, einfach alles, ist in einem Storage. Hier werden wir ein Jahr bleiben bevor es uns endgültig und damit raus aus Nova Scotia zieht. Unser „Landlord“, also unser Vermieter ist selig uns als Mieter zu haben. Schließlich haben wir die Miete ja auch für ein Jahr voraus bezahlt.

Doch was bleibt als Erinnerung an 10 Jahre Nova Scotia? Das wir unsere Tochter dort bekamen und unsere Kinder zur Schule schickten. Das wir eine kleine, geschlossene Familie waren, die sich an ihrem See erfreut hat und die Größe eines Waldgrundstückes genoss. Das wir schöne Momente hatten und der Weihnachtsmann persönlich kam. Das wir einige wenige Freunde fanden aber auch bigotte und hypokrite Nachbarn hatten. Das wir dieses Land als zwar großräumig aber nicht wirklich frei empfanden. Das uns der Mangel an Neugier, an Bildungshunger und Interesse ebenso störte, wie wir Kultur und Events vermissten.

Dennoch: Nova Scotia war ein Teil unseres Lebens, vielleicht etwas zu lange, aber kurz genug um zu neuen Ufern zu schauen.
 

 
   

 

 

Im Translator, Online translator, spell checker, virtual keyboard, cyrillic decoder

Online Translator.

To stop your Pop-Up-Stopper press "Strg"-Button.

 

 

Live Free or Die
How to life and survive in the USA
 

1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8 - 9 - 10 - 11 - 12

 

 

 

Political Posters

 

Montages and Caricatures

 

Portraits

 

Filterplay

 

 

My favorites:

 

 Ali, Ayaan Hirsi
Aliberti, Lucia
Barenboim, Daniel
Benanteur, Dahmane
Berger, Erna
Berliner Philharmoniker
Björling, Björling
Bläser der Berliner Philharmoniker
Bravo, Manuel A.
Broder, Henryk M.
Bunny, Rupert W.
Fallaci, Oriana
Friedman, David
Galitsin, Gregori
Giebel, Agnes
Gigli, Benjamino
Hopper, Edward
Johaentges, Karl
Kästner, Erich
Koelbl, Herlinde
Lebeck, Robert
Lenau, Nikolaus
Leonhard, Wolfgang
Michener, James A.
Müller, Wilhelm
Nakic, Adrian
Newton, Helmut
Rand, Ayn,
Richter, Karl
Richter, Svjatoslav
Rozhdestvensky, G.
Saarinen, Pekka
Schneiderhahn, W.
Serebryakova, Sinaida
Snow, Aurora
Traven, B.
Wunderlich, Fritz

enter

 

My favorite assholes

enter

 

 

   

© Photos rebellog

   
       

  1 - 2 - 3 - 4 -5 - 6 - 7 - 8 - 9 - 10 - 11 - 12 - 13 - 14 - 15

       
       

         
                   
       

All articles and links, not written by rebellog,  are quotations. The articles and links we present in these pages we found at the time to be interesting. As a matter of principle, we cannot accept any restrictions to links with pages of dubious content. Judgement is left to the responsibility of the visitor. 

         
                   

 

     

Best view with 1280 x 1024

     

 

 
       

home | headquarter | news | bio | help | links | banner | guests | mail | impressum | copyright

Rebellog-Fullindex

 

Editor:  Robin Renitent   Graphic content designed by rebellog:  Berthold Byte   

© 2006 rebellog

 

 

 

         
       

Rebellog Shop - Shirts - Mugs - Cups and Fun

         
                   
       

 

         

rebellog stands for:


Libertarianism – Anarchism - Anarchistic-Capitalism - Self-Governance - Individualism - Free-Trade - Global Competition - Right to Self-Defence – Cosmopolitanism - Freedom of Expression - Self-Determination – Optimism - Environmental Stewardship - Gender Equality – Liberty - Independent Thinking - Right to Bear Arms - Critical Thinking - Right to Refuse Taxation - Right to Notaxable Income - Friendship with America and Israel - Right to Abortion-Pornography - Prostitution - Mild Stimulants
 

rebellog rejects:


Conservativism-Social - Democratism-Liberalism - Socialism-Collectivism - Government Control - Collectivism-Majority Rule - Protectionism -Tarifs – Duties - Wealth Redistribution – Nationalism – Censorship - Extreme Social Programs - Passivism-Nihilism - Environmental Fanaticism - Feminism – Quotas - Peace Activism - Fad Activism - Arms Control - Intellactual Submissivness - Compulsive Government Taxation - Unions -Government Employment Regulation - Anti-Americanism - Anti-Semitism - Government Privacy Invasion