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Wird Europa der Islamisierung
Widerstand leisten?
von Daniel Pipes
Jerusalem Post
3. April 2008
http://de.danielpipes.org/article/5508
Englischer Originaltext: Will Europe Resist Islamization?
Übersetzung: H. Eiteneier
Einige Islam-Analysten in Westeuropa argumentieren, dass der
Kontinent seinem eurabischen Schicksal nicht entkommen kann und
die Trendlinien des vergangenen halben Jahrhunderts sich
fortsetzen, bis die Muslime zur Mehrheitsbevölkerung werden und
das islamische Gesetz (die Schari'a) herrscht.
Ich widerspreche; meiner Meinung nach gibt es einen anderen Weg,
den der Kontinent einschlagen könnte – der des Widerstands gegen
die Islamisierung und für eine erneute Geltendmachung
traditioneller Sitten. Die einheimischen Europäer – die 95% der
Bevölkerung stellen – können auf ihren historischen Sitten und
Gebräuchen bestehen. Würden sie das tun, stünde ihnen nichts im
Weg und niemand könnte sie aufhalten.
Und tatsächlich zeigen die Europäer deutliche Zeichen der
Ungeduld mit der sich einschleichenden Schari'a. Das Verbot von
Hijabs per Gesetz in öffentlichen Schulräumen in Frankreich
signalisiert ein Widerstreben die islamische Lebensweise zu
akzeptieren, genauso damit in Zusammenhang stehende Bemühungen
Burqas, Moscheen und Minarette zu verbieten. In ganz Westeuropa
gewinnen Antieinwanderungs-Parteien allgemein an Popularität.
Dieser Widerstand schlug letzte Woche mit zwei dramatischen
Ereignissen eine neue Richtung ein. Zuerst taufte und firmte
Papst Benedikt XVI. Magdi Allam und spendete ihm die
Eucharistie; Allam (56) ist eine prominenter, in Ägypten
geborener Muslim, der in Italien lebt, wo er einer der
Top-Redakteure der Zeitung Corriere della Sera und ein bekannter
Autor ist. Allam nahm „Cristiano" als christlichen zweiten
Vornamen an. Die Zeremonie, mit der er zum katholischen Glauben
übertrat, hätte keine größere Beachtung finden können; sie fand
bei einem Gottesdienst im Petersdom in der Nacht zum
Ostersonntag statt und wurde vom Vatikan und vielen anderen
Fernsehsendern ausführlich berichtet.
Allam ließ seinem Übertritt eine scharfe Erklärung folgen, in
der er argumentierte, über „das Phänomen des islamischen auf
globaler Ebene agierenden Extremismus und Terrorismus hinaus ist
die Wurzel des Bösen einem Islam innewohnend, der physiologisch
gewalttätig und historisch konfliktträchtig ist." Mit anderen
Worten: Das Problem ist nicht nur der Islamismus, sondern der
Islam selbst. Der Kommentator „Spengler" von der Asia Times geht
so weit zu sagen, dass Allam „eine existenzielle Bedrohung
muslimischen Lebens darstellt", weil er „mit seinen ehemaligen
Glaubensbrüdern darin überein stimmt die zerfallende Kultur des
modernen Westens zu verwerfen und ihnen etwas sehr anderes
anbietet: eine Religion, die sich auf Liebe gründet".
Zweitens veröffentlichte am 27. März Geert Wilders (44) seinen
lange erwarteten viertelstündigen Film „Fitna", der aus einigen
der kriegerischsten Versen des Koran besteht, denen von
Islamisten in den letzten Jahren ausgeführte, in Übereinstimmung
mit den Versen stehende Taten folgen. Die offensichtliche Folge
ist, dass die Islamisten einfach in Übereinstimmung mit ihren
Schriften handeln. In Allams Worten: Wilders argumentiert, dass
„die Wurzel des Übels dem Islam inne wohnt".
Anders als Allam und Wilders unterscheide ich zwischen Islam und
Islamismus, aber ich glaube, es ist unbedingt erforderlich, dass
ihre Vorstellungen eine faire Anhörung bekommen, ohne wüste
Beschimpfungen oder Bestrafung. Eine ehrliche Diskussion über
den Islam muss stattfinden.
Während Allams Übertritt eine Überraschung war, hatte Wilders'
Film einen dreimonatigen Vorlauf; in beiden Fällen fanden die
gewalttätigen Reaktionen, die früherer Islamkritik folgten,
nicht statt. Nach Angaben der Los Angeles Times, kontaktierte
die niederländische Polizei Imame, um die Reaktionen in den
Moscheen der Stadt abzuschätzen und stellte fest, wie
Polizeisprecher Arnold Aben sagte: „Es ist hier heute ruhiger
als gewöhnlich. Wie an einem Feiertag." In Pakistan zog eine
Demonstration gegen den Film nur einige Dutzend Protestler an.
Diese relativ zurückhaltende Reaktion deutet auf die Tatsache
hin, dass zur Durchsetzung von Zensur muslimische Drohungen
ausreichen. Der niederländischen Premierminister Jan Peter
Balkenende brandmarkte Fitna; und nachdem 3,6 Millionen Besucher
ihn auf der britischen Internetseite LiveLeak.com angesehen
hatten, gab die Firma bekannt: „Nach Drohungen sehr ernster
Natur gegen unsere Mitarbeiter... ist LiveLeak keine andere Wahl
geblieben als Fitna von unseren Servern zu nehmen." (Zwei Tage
später stellte LiveLeak den Film allerdings wieder ein.)
Drei Ähnlichkeiten sind bemerkenswert: Allam (Autor eines Buches
mit dem Titel Viva Israele) wie auch Wilders (dessen Film
muslimische Gewalt gegen Juden betont) stehen für Israel und die
Juden ein; muslimische Drohungen gegen ihr Leben haben beide
seit Jahren dazu gezwungen ihr Leben rund um die Uhr unter
staatlichem Polizeischutz zu verbringen; und was noch schwerer
wiegt: die beiden teilen eine Leidenschaft für die europäische
Zivilisation.
Tatsächlich repräsentieren Allam und Wilders vielleicht die
Vorhut einer christlich-liberalen Wiedgeltendmachung
europäischer Werte. Es ist noch zu früh für Vorhersagen, aber
diese standhaften Einzelpersonen könnten einen entscheidenden
Auftrieb für diejenigen sein, die die historische Identität des
Kontinents erhalten wollen.
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